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Gleichzeitige Störungen bei ChatGPT, Claude und Grok – Ursache unklar

Mehrere große KI-Dienste waren am 3. September gleichzeitig gestört; die Anbieter nennen unterschiedliche Ursachen.

· Veröffentlicht: 04.09.2026 ·5 Min Lesezeit
Gleichzeitige Störungen bei ChatGPT, Claude und Grok – Ursache unklarMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • OpenAI meldete erhöhte Fehlerraten bei ChatGPT und Codex und stufte den Vorfall als 'degraded performance' ein, nicht als vollständigen Ausfall.
  • OpenAI nannte als Ursache einen Routing-Fehler, der um 7:43 Uhr PT begann und um 8:17 Uhr PT behoben wurde.
  • Anthropic meldete einen Teilausfall bei Claude.ai, Claude Code, Claude Cowork und der Claude API aufgrund eines Infrastrukturproblems; der Dienst wurde um 16:16 UTC wiederhergestellt.
  • xAI (im Beleg als SpaceXAI bezeichnet) bestätigte einen Ausfall in seinem Rechenzentrum in Memphis, Tennessee, und entschuldigte sich bei betroffenen Partnern.
  • Downdetector verzeichnete über 37.000 Berichte für ChatGPT, über 1.300 für Claude, etwa 1.365 für Grok und etwa 500 für Gemini.
  • Eine andere Quelle nennt für OpenAI ca. 38.000 Downdetector-Beschwerden, davon etwa 80% zu ChatGPT.

Gleichzeitige Störungen bei ChatGPT, Claude und Grok am 3. September

Am Donnerstag, dem 3. September 2026, waren mehrere große KI-Dienste gleichzeitig gestört oder in ihrer Leistung eingeschränkt. Betroffen waren ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic und Grok von xAI, in geringerem Umfang auch Google Gemini. Die Störungen begannen am Morgen: OpenAI meldete ab 7:43 Uhr PT erhöhte Fehlerraten, Anthropic verzeichnete ab 8:37 Uhr ET Probleme. Downdetector registrierte im Tagesverlauf mehr als 37.000 Berichte für ChatGPT, über 1.300 für Claude und etwa 1.365 für Grok; für Gemini waren es rund 500. Zehntausende Nutzer konnten zeitweise nicht auf die Dienste zugreifen oder erhielten Fehlermeldungen. Die Anbieter stuften die Vorfälle überwiegend als Leistungseinbußen (degraded performance) oder Teilausfälle ein, nicht als vollständige Abschaltungen. Im Laufe des Tages wurden die Dienste wiederhergestellt: OpenAI meldete die Behebung gegen 12:55 Uhr ET, Anthropic um 16:16 UTC, Grok war nach etwa dreieinhalb Stunden wieder erreichbar. Die Gleichzeitigkeit der Ausfälle bei konkurrierenden Anbietern ist ungewöhnlich und warf Fragen nach gemeinsamen Ursachen auf. Die Ursache blieb zum Zeitpunkt der Berichterstattung unklar.

Offizielle Stellungnahmen: Routing-Fehler bei OpenAI, Infrastrukturproblem bei Anthropic, Rechenzentrum bei xAI

Die offiziellen Stellungnahmen der Anbieter nennen unterschiedliche, anbieterspezifische Ursachen. OpenAI meldete erhöhte Fehlerraten bei ChatGPT und dem KI-Coding-Tool Codex und stufte den Vorfall als "degraded performance" ein. Als Ursache gab das Unternehmen einen Routing-Fehler an, der um 7:43 Uhr PT begann und um 8:17 Uhr PT behoben wurde. Betroffen waren mehrere Plattformen. Anthropic teilte mit, ein Infrastrukturproblem habe einen Teilausfall bei Claude.ai, Claude Code, Claude Cowork und der Claude API verursacht. Der Dienst sei um 16:16 UTC wiederhergestellt worden. xAI bestätigte einen Ausfall in seinem Rechenzentrum in Memphis, Tennessee, und entschuldigte sich bei betroffenen Partnern; alle Systeme seien anschließend wiederhergestellt worden. Die Angaben zeigen: OpenAI nennt einen Routing-Fehler, Anthropic ein Infrastrukturproblem, xAI ein eigenes Rechenzentrum. Eine gemeinsame, von einem einzelnen Anbieter ausgehende Ursache lässt sich aus diesen offiziellen Meldungen nicht ableiten. Die unterschiedlichen Fehlerbeschreibungen deuten auf unabhängige Vorfälle hin, auch wenn sie zeitlich eng beieinanderlagen.

Widersprüchliche Ursachen: Azure-Ausfall oder unabhängige Fehler?

Zur Ursache gibt es widersprüchliche Angaben. Das Portal shattered.io behauptet, ein regionaler Ausfall in Microsoft Azure East US sei der gemeinsame Auslöser gewesen; ChatGPT, Claude und Grok seien alle auf dieser Infrastruktur gehostet. shattered.io beruft sich auf nicht namentlich genannte Medien, die innerhalb von Minuten über die gleichzeitige Störung berichtet hätten. Demgegenüber nennen die offiziellen Statusseiten der Anbieter unterschiedliche Fehler: OpenAI spricht von einem Routing-Fehler, Anthropic von einem Infrastrukturproblem, xAI von einem Ausfall im eigenen Rechenzentrum in Memphis, Tennessee. Diese anbieterspezifischen Angaben passen nicht zu einer gemeinsamen Azure-Ursache. Insbesondere xAI nennt explizit ein eigenes Rechenzentrum, was gegen die These spricht, alle drei Dienste seien auf derselben Azure-Infrastruktur ausgefallen. Es ist möglich, dass in der Berichterstattung Vorfälle vermischt wurden oder die offiziellen Angaben der Anbieter nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Auch die Tatsache, dass Google Gemini, das laut shattered.io auf Google Cloud läuft, weitgehend stabil blieb, stützt nicht die Annahme eines allgemeinen Cloud-Ausfalls. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war die Ursache laut Mashable unbekannt. Die Widersprüche zeigen: Eine abschließende Klärung steht aus. Die Azure-These ist nicht belegt, solange die Anbieter unterschiedliche Fehlerursachen nennen und xAI ein eigenes Rechenzentrum als Ausfallort angibt.

Ausmaß der Störung: Downdetector-Zahlen und stabile Alternativen

Das Ausmaß der Störung lässt sich anhand der Downdetector-Zahlen abschätzen. Für ChatGPT verzeichnete Downdetector über 37.000 Berichte; eine andere Quelle nennt etwa 38.000 Beschwerden, davon rund 80 Prozent zu ChatGPT. Für Claude wurden über 1.300 Berichte registriert, für Grok etwa 1.365 und für Gemini etwa 500. Die Zahlen sind ein Indikator für die Schwere der Störung: ChatGPT war demnach am stärksten betroffen, während Claude und Grok deutlich weniger Meldungen aufwiesen. Die hohe Zahl der ChatGPT-Meldungen spiegelt die große Nutzerbasis des Dienstes wider – OpenAI hat im Vergleich zu Anthropic und xAI die meisten aktiven Nutzer, sodass selbst ein Teilausfall schnell zehntausende Meldungen erzeugt. Im Vergleich zu früheren Vorfällen, bei denen ChatGPT-Ausfälle typischerweise einige tausend Downdetector-Meldungen erreichten, lag die Zahl hier um ein Vielfaches höher, was auf eine ungewöhnlich breite Betroffenheit hindeutet. Google Gemini blieb laut shattered.io weitgehend stabil; die rund 500 Berichte deuten auf kleinere Beeinträchtigungen hin. Perplexity hatte laut Gizmodo keine gemeldeten Probleme. Die Downdetector-Zahlen erfassen nur Nutzer, die aktiv eine Störung melden, und sind daher keine exakte Messung der Ausfallgröße. Sie zeigen aber, dass zehntausende Nutzer gleichzeitig betroffen waren und die Störung breit wahrgenommen wurde.

Paralleler Ausfall bei konkurrierenden KI-Diensten: Zufall oder gemeinsame Abhängigkeit?

Die Gleichzeitigkeit der Störungen bei ChatGPT, Claude und Grok ist ungewöhnlich und warf Fragen nach gemeinsamen Ursachen auf. Die mögliche Bedeutung ist zweischneidig: Entweder bestehen gemeinsame Abhängigkeiten, etwa bei Cloud-Infrastruktur, wie shattered.io behauptet, oder es handelt sich um ein zufälliges Zusammentreffen unabhängiger Fehler. Die offiziellen Angaben der Anbieter deuten auf Letzteres hin, da sie unterschiedliche Ursachen nennen. Für Nutzer hatte der Vorfall konkrete Folgen: Arbeitsabläufe, die auf Schreib-, Recherche- oder Programmierassistenten angewiesen sind, wurden unterbrochen. Die Anbieter erleiden Reputationsschaden, weil die Verlässlichkeit ihrer Dienste infrage steht. Alternative Dienste wie Gemini und Perplexity, die weitgehend stabil blieben, könnten davon profitieren: Nutzer, die auf ChatGPT, Claude oder Grok angewiesen sind, könnten bei wiederholten oder ungeklärten Störungen zu diesen Alternativen wechseln, um ihre Arbeitsabläufe aufrechtzuerhalten. Da Gemini und Perplexity während des Vorfalls keine nennenswerten Ausfälle meldeten, könnten sie als verlässlichere Optionen wahrgenommen werden und Marktanteile gewinnen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung war die Ursache nicht abschließend geklärt. Eine unabhängige technische Untersuchung steht aus.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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