T-Mobile US: Gopalan setzt nach 25 Prozent Kursverlust auf Home-Internet und KI
CEO Srini Gopalan verkauft Home-Internet und KI als Wachstumsgeschichte, bestätigt Kursrückgang und schweigt zu Fusionsplänen mit Deutsche Telekom. Solide Quartalszahlen trotz verlangsamtem Postpaid-Wachstum. KI-Offensive mit 3-Milliarden-EBITDA-Ziel.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- T-Mobile US CEO Srini Gopalan verkauft Home-Internet und KI als Wachstumsgeschichte und sagte Bloomberg, er werde das Unternehmen nicht nach einem vierteljährlichen Aktienkurs führen.
- Die T-Mobile US-Aktie ist seit Gopalans Ernennung zum CEO im September um 25% gefallen.
- Im zweiten Quartal erzielte T-Mobile einen Nettogewinn von 3,24 Milliarden US-Dollar, einen verwässerten Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar und einen Umsatz von 22,79 Milliarden US-Dollar.
- T-Mobile fügte im zweiten Quartal 277.000 Postpaid-Konten hinzu, ein Rückgang von 13% im Jahresvergleich; der Postpaid-Umsatz pro Konto stieg um 2% auf 152,91 US-Dollar.
- Mehr als 60% der Neukunden wählen T-Mobiles Premium-Tarife; T-Mobile hat die Prognose für den bereinigten freien Cashflow angehoben, erwartet aber für das dritte Quartal nur etwa 250.000 Postpaid-Nettozugänge, unter der Analystenschätzung von 304.000.
- T-Mobile hat laut Appledore Research einen Composite-Score von 82 im ATLAS AI Impact Benchmark, den höchsten im 'AI-Leading'-Band und knapp vor Verizon.
Gopalan setzt nach Kursrutsch auf Home-Internet und KI
T-Mobile-US-Chef Srini Gopalan setzt nach einem Kursrückgang von 25 Prozent seit seiner Ernennung zum CEO im September auf Home-Internet und Künstliche Intelligenz als neue Wachstumsgeschichte. In einem Interview mit Bloomberg sagte er, er werde das Unternehmen nicht nach einem vierteljährlichen Aktienkurs führen. Im Podcast 'The Angle' von T. Rowe Price ergänzte Gopalan, man baue eine 'unglaubliche KI-Fähigkeit' auf und habe 'noch nicht einmal an der Oberfläche des disruptiven Teils der Technologie gekratzt'. T-Mobile hat in den USA Glasfaser-Internetbetreiber gekauft, um mit AT&T und Verizon zu konkurrieren und gebündelte drahtlose und Heim-Internet-Dienste anzubieten. Zu einer möglichen Fusion mit der Muttergesellschaft Deutsche Telekom, die etwas mehr als 53 Prozent an T-Mobile US hält, wollte sich der CEO nicht äußern. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hatte zuvor eine Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut und fordert, den Fusionsplan zugunsten von Aktienrückkäufen fallen zu lassen. Gopalan bestätigte den Kursverlust, betonte aber, dass er das Unternehmen langfristig und nicht an Quartalskursen ausrichte.
Solide Quartalszahlen trotz verlangsamtem Postpaid-Wachstum
Im zweiten Quartal erzielte T-Mobile US einen Nettogewinn von 3,24 Milliarden US-Dollar, einen verwässerten Gewinn je Aktie von 2,99 US-Dollar und einen Umsatz von 22,79 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie lag über der Konsensschätzung von 2,59 US-Dollar, der Umsatz leicht unter den erwarteten 22,95 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen fügte 277.000 Postpaid-Konten hinzu, ein Rückgang von 13 Prozent im Jahresvergleich. Der Postpaid-Umsatz pro Konto stieg um 2 Prozent auf 152,91 US-Dollar, der Postpaid-Serviceumsatz kletterte um 13 Prozent auf 15,85 Milliarden US-Dollar. Mehr als 60 Prozent der Neukunden wählen nach Unternehmensangaben die Premium-Tarife. Für das dritte Quartal erwartet T-Mobile nur etwa 250.000 Postpaid-Nettozugänge, unter der Analystenschätzung von 304.000. Die Prognose für den bereinigten freien Cashflow wurde angehoben. Das Management begründet die verlangsamte Entwicklung im Postpaid-Segment mit der Migration von Bestandskunden auf neuere, teurere Tarife, die das Abonnentenwachstum vorübergehend belastet.
KI-Offensive mit 3-Milliarden-EBITDA-Ziel
Für die KI-Strategie hat CEO Gopalan ein Ziel von rund 3 Milliarden US-Dollar zusätzlichem Core Adjusted EBITDA durch Digitalisierung und KI bis Ende 2027 ausgegeben. Laut Appledore Research erreicht T-Mobile im ATLAS AI Impact Benchmark einen Composite-Score von 82, den höchsten im 'AI-Leading'-Band und knapp vor Verizon. Der Wettbewerbsvorteil liegt im architektonischen Ansatz: T-Mobile baut KI direkt in das Funknetz ein – mit AI-RAN, Compute an der Funkkante und einem intentbasierten autonomen Netz – statt KI nur obendrauf zu setzen. Konkret senkt das selbstorganisierende Netzwerk Betriebskosten: Während Wintersturm Fern nahm es rund 30.000 Antennenanpassungen autonom vor und verband 68 Prozent der Kunden innerhalb einer Stunde sowie 98 Prozent innerhalb von acht Stunden wieder, was manuelle Eingriffe und Ausfallzeiten reduziert. Live Translation als erste Echtzeit-Agentic-KI im US-Carrier-Netz und das mit OpenAI gebaute, kommerziell live geschaltete IntentCX verbessern das Kundenerlebnis und stützen Premium-Umsätze. Diese Maßnahmen tragen direkt zum EBITDA-Ziel bei, indem sie Kosten senken und die Kundenbindung erhöhen.



