S&P stuft Oracle auf BBB- herab – OpenAI wird zum Risiko für KI-Infrastruktur
S&P Global hat Oracles Kreditrating von BBB auf BBB- herabgestuft und bewertet OpenAI als zentrales Risiko für das stark wachsende KI-Infrastrukturgeschäft des Datenbankkonzerns.
Mit KI erstelltS&P stuft Oracle auf BBB- herab – OpenAI als zentraler Risikofaktor
Die Ratingagentur S&P Global hat die Kreditwürdigkeit von Oracle von BBB auf BBB- gesenkt. Damit liegt das Unternehmen nur noch auf der untersten Stufe des Investment-Grade-Bereichs. Als Hauptgrund nennt S&P das stark wachsende KI-Infrastrukturgeschäft, das die Verschuldung und den Kapitalbedarf von Oracle massiv erhöht. Die Investitionsausgaben könnten bis 2027 auf 95 Milliarden Dollar steigen – deutlich mehr als die ursprünglich erwarteten 60 Milliarden Dollar –, während die Einnahmen aus diesen Investitionen erst über Jahre realisiert werden. Besonders kritisch bewertet S&P die Abhängigkeit von OpenAI: Der ChatGPT-Entwickler macht rund die Hälfte von Oracles gesamten Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 638 Milliarden Dollar aus. Sollte OpenAI als Kunde ausfallen, bliebe Oracle auf den hohen Infrastrukturkosten sitzen, weil die speziell für OpenAI aufgebauten Kapazitäten dann nicht durch entsprechende Zahlungen gedeckt wären und zu unrentablen Vermögenswerten würden. S&P hatte bereits im Juli 2025 den Ausblick für Oracle auf „negativ“ gesetzt und vor genau diesem Szenario gewarnt. Die Herabstufung wurde am 9. Juli veröffentlicht; der Ausblick bleibt trotz der Herabstufung stabil.
Folgen für Oracle und die OpenAI-Partnerschaft
Die Herabstufung hat unmittelbare finanzielle und strategische Konsequenzen. Durch das niedrigere Rating verteuern sich künftige Kreditaufnahmen für Oracle, weil eine schlechtere Bonitätseinstufung ein höheres Ausfallrisiko signalisiert. Investoren und Kreditgeber verlangen daher höhere Risikoprämien in Form von Zinsaufschlägen oder strengeren Kreditbedingungen, um dieses erhöhte Risiko auszugleichen. Dies belastet die ohnehin hohen Investitionsausgaben zusätzlich. Gleichzeitig entsteht ein Reputationsrisiko: Die öffentliche Herabstufung durch eine große Ratingagentur signalisiert eine verschlechterte Finanzlage, was bei Partnern und Kunden Zweifel an der langfristigen Stabilität und Verlässlichkeit von Oracle wecken kann. Für die Zusammenarbeit mit OpenAI ist dies besonders kritisch, da Oracle massiv von diesem Kunden abhängt. Sollte OpenAI aufgrund der finanziellen Unsicherheit bei Oracle eine Diversifizierung seiner Infrastrukturpartner anstreben oder Nachverhandlungen fordern, könnte dies Oracles Einnahmen und die Refinanzierung der getätigten Investitionen gefährden. Auch Investoren dürften die Entwicklung mit Sorge sehen, da eine weitere Herabstufung in den spekulativen Bereich droht. Cloud-Kunden könnten schließlich die langfristige Stabilität von Oracle in Frage stellen, weil die Ratingherabstufung auf ein erhöhtes finanzielles Risiko hindeutet. Potenzielle Neukunden zögern dann, sich langfristig an Oracle zu binden, aus Furcht vor möglichen Serviceeinschränkungen oder einer unzureichenden Weiterentwicklung der Infrastruktur, was das Neugeschäft spürbar bremsen kann.



