Live Agenten-Laufzeit als „Substrat“: Beitrag stellt Linux-Container mit Bash infrage
↘

OpenAI holt früheren US-Heeresminister Driscoll als Berater für nationale Sicherheit

OpenAI schafft eine neue Stelle mit Schwerpunkt auf US-Verbündeten und besetzt sie mit dem früheren zivilen Chef der US Army. Vertragsform, Vergütung und Startdatum nennt das Unternehmen nicht.

· Veröffentlicht: 03.11.2026 ·3 Min Lesezeit
OpenAI holt früheren US-Heeresminister Driscoll als Berater für nationale SicherheitMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • OpenAI beruft Dan Driscoll als „Senior Counselor for National Security Modernization“; die Rolle ist neu.
  • Driscoll soll beraten, wie fortgeschrittene KI nationale Sicherheit und Cybersicherheit stärken kann.
  • Driscoll war der 26. US-Heeresminister, ist ehemaliger Army-Ranger und Absolvent der Yale Law School.
  • Laut OpenAI baut die Berufung auf „Daybreak“ auf, dem Cyber-Resilienz-Programm.
  • Driscoll trat als Heeresminister zurück; Medien berichten von wiederholten Konflikten mit Pete Hegseth.

OpenAI holt Ex-Heeresminister Driscoll als Berater für Sicherheit und Verbündete

Dan Driscoll arbeitet künftig für OpenAI als „Senior Counselor for National Security Modernization“. Die Stelle hat das Unternehmen neu geschaffen. So steht es in der Mitteilung von OpenAI und auf Driscolls LinkedIn-Seite. Mehrere Medien berichten, die Ankündigung sei an einem Montagabend erfolgt. Ein genaues Datum nennen die Belege nicht.

Laut OpenAI soll Driscoll die Unternehmensführung und externe Partner dabei beraten, wie fortgeschrittene KI die nationale Sicherheit und die Cybersicherheit stärken kann. Im Mittelpunkt stehen die Zusammenarbeit mit US-Verbündeten und ein „verantwortungsvoller“ Einsatz. Dafür soll er mit OpenAI-Teams arbeiten, außerdem mit Akteuren aus Regierungen, Industrie, Wissenschaft und verbündeten Institutionen. Zudem soll er den internen Teams erklären, was Sicherheitsbehörden operativ brauchen. Die Personalie baue auf „Daybreak“ auf, so OpenAI. Gemeint ist das Cyber-Resilienz-Programm des Unternehmens mit Verbündeten und Partnern.

OpenAI-Chef Sam Altman wird mit der Aussage zitiert, er freue sich, Driscoll willkommen zu heißen. Ziel sei es, die amerikanische Führungsrolle zu stärken und gemeinsam mit anderen Ländern „demokratische KI“ zu verbreiten. Driscoll sagt, die Sicherheitsanforderungen änderten sich so schnell wie seit fünfzig Jahren nicht. KI könne Papierarbeit abbauen, mehr Informationen auswertbar machen und die richtige Antwort schneller zur richtigen Person bringen. Das sind Aussagen der Beteiligten, keine belegten Ergebnisse. Vertragsform, Vergütung und Startdatum nennt OpenAI nicht.

Driscolls Zeit im Heeresministerium und sein Abgang nach Streit mit Hegseth

Driscoll war der 26. Heeresminister der USA. Er diente als Army-Ranger bei der 10th Mountain Division, absolvierte die Yale Law School und arbeitete zuvor im Investmentbanking. Laut OpenAI verantwortete er knapp eine Million Soldaten und mehr als 265.000 zivile Beschäftigte. Er selbst gibt an, auch kommissarischer Direktor der Waffenbehörde ATF gewesen zu sein.

Im Amt warb er für Modernisierung. Dazu gehörten Investitionen in die Drohnenabwehr und das „Unmanned Assault Battalion“, eine „Drones-first“-Einheit mit rund 600 Soldaten. Sie arbeitete mit ukrainischen Beratern zusammen. Driscoll trat zurück. Laut mehreren Medien war er zuvor wiederholt mit Verteidigungsminister Pete Hegseth über Tempo und Art der Heeresreform aneinandergeraten. Hegseth entfernte zudem Generäle aus Driscolls Reformumfeld: Randy George, David Hodne, James Mingus und Christopher Donahue. In einem Interview mit dem Magazin Rolling Stone sagte Driscoll zu Hegseth sinngemäß, sobald dieser eine Entscheidung treffe, könne er nichts mehr tun.

Zum Zeitpunkt des Rücktritts widersprechen sich die Quellen. Eine nennt den 31. August, andere sprechen von „Anfang September“ oder „im September“. Das Material klärt nicht, ob Rücktrittserklärung und tatsächliches Ausscheiden auseinanderliegen oder ob die Angaben schlicht ungenau sind.

Pentagon-Verträge und Anthropic-Streit als Hintergrund des OpenAI-Militärgeschäfts

Die Personalie fällt in eine Phase, in der OpenAI sein Militärgeschäft nach dem Bruch zwischen Pentagon und Anthropic ausbaut. Im Juli 2025 hatte das Verteidigungsministerium Prototypenverträge mit Anthropic, Google, OpenAI und xAI geschlossen, jeweils mit einem Volumen von bis zu 200 Millionen US-Dollar. Die Anwendungen reichen von „Warfighting“ über Entscheidungsunterstützung bis zu Logistik und Aufklärung.

Vergeben wurde der OpenAI-Auftrag über das Chief Digital & AI Office (CDAO). Fest gebunden waren bei der Vergabe nur knapp 2 Millionen US-Dollar. Als voraussichtliches Ende gilt der Juli 2026.

Am 27. Februar stufte das Pentagon Anthropic als Lieferkettenrisiko für die nationale Sicherheit ein. Präsident Trump wies alle Bundesbehörden an, Anthropic-Technik nicht mehr zu nutzen. Hintergrund war ein Streit: Das Militär wollte unbeschränkten Zugriff auf das Modell Claude, Anthropic verweigerte das. Zeitgleich einigte sich OpenAI mit dem Pentagon. Nach öffentlicher Kritik änderte OpenAI die Vertragsbedingungen und machte das auf Social Media bekannt. Welche Wirkung die Änderungen haben, geht aus den vorliegenden Belegen nicht hervor.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Ähnliche Artikel