Europas Börsen geben im Sog des KI-Ausverkaufs nach
Der Stoxx 600 verliert am Freitag zeitweise rund 1 Prozent und streicht die Wochengewinne. Warum die Kurse fallen, beurteilen die Quellen unterschiedlich.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Der Stoxx 600 fiel am Freitag bis 09:19 GMT um 1 Prozent auf 648,83 Punkte.
- Am Donnerstag verlor der Nasdaq Composite 5,5 Prozent auf 24.314 Punkte.
- Dow Jones fiel um 3,4 Prozent auf 51.523 Punkte, S&P 500 um 4,4 Prozent auf 7.354 Punkte.
- Nvidia verlor über 9 Prozent, Broadcom über 10 Prozent, der Sektor-ETF SOXX 12 Prozent.
- Alphabet fiel an einem Donnerstag um rund 12 Prozent, den schlechtesten Tag der Firmengeschichte.
Stoxx 600 verliert zeitweise 1 Prozent und streicht Wochengewinne
Die europäischen Börsen gaben am Freitag, 6. November, nach. Auslöser war ein globaler Ausverkauf bei KI-Werten. Der Stoxx 600 notierte bis 09:19 GMT rund 1 Prozent tiefer bei 648,83 Punkten. Es handelt sich um einen Zwischenstand, nicht um den Schlusskurs. Auch die meisten großen regionalen Indizes lagen im Minus.
Der Index hat damit seine Wochengewinne verloren und steht für die Woche rund 0,3 Prozent im Minus. Laut der Reuters-Darstellung bei Business Times fällt das für Europa milder aus als in Asien und an der Wall Street. Der Stoxx 600 enthält weniger Technologiewerte und ist deshalb weniger stark vom KI-Ausverkauf betroffen. Die Quelle nennt weder einen Schlusskurs noch Folgen für Anleger.
Halbleiter führen die Verluste an: Nvidia, Broadcom, ASML und Infineon
Den Anstoß gab die Wall Street am Donnerstag. Laut Börse Online schloss der Nasdaq Composite 5,5 Prozent tiefer bei 24.314 Punkten, mehr als zwölf Prozent unter seinem Oktober-Rekord. Der S&P 500 verlor 4,4 Prozent auf 7.354 Punkte, der Dow Jones 3,4 Prozent auf 51.523 Punkte. Die Erholung vom Mittwoch ging damit vollständig verloren. Am Mittwoch war der Dow nach dem Ausgang der Kongresswahlen um mehr als 1.500 Punkte gestiegen.
Im Zentrum standen Halbleiterwerte. Nvidia verlor am Donnerstag mehr als 9 Prozent, Broadcom mehr als 10 Prozent, der Sektor-ETF SOXX 12 Prozent. Auch Europa geriet unter Druck: Laut dpa-AFX gab der Chipzulieferer ASML deutlich nach. In Deutschland folgte Infineon dem Abwärtstrend. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf den Donnerstag, nicht auf den Freitagshandel.
Politik-Sorge trifft auf Zweifel an Rendite und Finanzierung der KI-Milliarden
Als Auslöser nennt dpa-AFX die Sorge vor politischen Folgen. „Anleger befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten“, sagte Salah-Eddine Bouhmidi vom Broker IG. Hinzu kommt die offene Frage, wann sich die KI-Investitionen auszahlen. Business Times ergänzt schwache Renditen, hohe Bewertungen und schuldenfinanzierte Investitionen als Belastungsfaktoren.
Die Finanzierungssorgen belegt Fortune mit zwei Beispielen aus der Berichtswoche. SpaceX warb demnach 40 Milliarden US-Dollar Fremdkapital ein. Meta plant eine Kapitalerhöhung über 95 Milliarden US-Dollar.
UBS hält die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weiterhin für außergewöhnlich stark und sieht die Gewinnerwartungen im Wesentlichen erfüllt. Die Marktreaktion spiegele eine Verschiebung der Debatte hin zu Überinvestition, Finanzierung und Kannibalisierung. UBS, CNBC und Fortune nennen die Wahl nicht als Auslöser. Die Quellen liegen zeitlich nicht deckungsgleich, daher bleibt die Gewichtung der Ursachen offen. Ob sich der Ausverkauf qualitativ von früheren Rückschlägen unterscheidet, belegt das Material nicht.



