In 40 von 41 lokalen Abstimmungen stimmen Wähler gegen den Ausbau von Rechenzentren
Ballotpedia zählt Beschränkungen in zehn Bundesstaaten; einzige Ausnahme ist Harwood in North Dakota
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Laut Ballotpedia befürworteten Wähler am 3. November in 40 von 41 lokalen Abstimmungen eine Begrenzung der Rechenzentrums-Entwicklung.
- In Harwood, North Dakota, lehnten Wähler eine Prüfpflicht für bestimmte Vorhaben ab, darunter Rechenzentren.
- Laut Ballotpedia billigten Wähler 27 Maßnahmen, die Rechenzentren begrenzten oder ablehnten, darunter fünf vollständige Verbote.
- Die Abstimmungen fanden in 10 Bundesstaaten statt, Ohio hatte mit 21 die meisten Maßnahmen.
- Janesville (Wisconsin) verlangt Volksabstimmung für Projekte über 450 Mio. Dollar auf dem früheren GM-Gelände.
40 von 41 Abstimmungen richten sich gegen den Ausbau
Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November stimmten Wähler in 40 von 41 lokalen Abstimmungen über Rechenzentren für Beschränkungen oder gegen den Ausbau. Das meldet Ballotpedia. Die Voten fielen in zehn Bundesstaaten. Einzige Ausnahme: Harwood in North Dakota. Dort lehnten die Wähler eine vorgeschlagene Prüfpflicht für bestimmte Vorhaben ab, zu denen auch Rechenzentren gehören. Mehrere Medien übernehmen die Zählung. Einige nennen als Quelle Reuters, CNBC oder Fox Business; sie stützen sich nach den vorliegenden Angaben jeweils auf Ballotpedia-Daten.
Ohio stellte mit 21 die meisten Maßnahmen. Auch Kommunen in Kalifornien, Illinois, Kansas, Maine, New Jersey und Wisconsin standen zur Abstimmung.
Zeitgleich gewannen Demokraten die Gouverneursämter in Texas, Ohio und Georgia. Im Wahlkampf hatten sie laut Berichten Moratorien oder strengere Bauregeln für Rechenzentren gefordert. In Texas löste Gina Hinojosa den Amtsinhaber Greg Abbott ab. Nach Angaben von CNBC und Axios hatte sie ein Moratorium versprochen. Ob die beiden Ergebnisse zusammenhängen, belegen die vorliegenden Quellen nicht.
Janesville, Wells, Ottawa, Perry und Piqua: Was die Orte beschlossen haben
Welche Maßnahmen gebilligt wurden, listet die Kanzlei Venable auf. In Janesville in Wisconsin muss für das geplante Projekt mit 8 Milliarden Dollar und 800 Megawatt auf dem früheren GM-Gelände eine Volksabstimmung stattfinden. Gleiches gilt für jedes weitere Vorhaben dort über 450 Millionen Dollar. Wells in Maine führt ein rückwirkendes 180-Tage-Moratorium für Anlagen ab 100.000 Quadratfuß ein. Ottawa in Kansas verbietet Rechenzentren mit mehr als 25 Megawatt Leistung.
Perry in Ohio verlangt von Hyperscalern, die Steuervorteile wollen, finanzielle Garantien. Sie sollen zugesagte Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Zahlungen an die Gemeinde absichern. Künftig gelten dort außerdem Lärmgrenzen. Mehrere Orte in Ohio sowie Alhambra in Kalifornien und Edgewater in Florida verbieten Rechenzentren oder Teile davon.
In Piqua in Ohio plant Meta ein Rechenzentrum für 1 Milliarde Dollar mit bis zu 1,4 Gigawatt. Die Einwohner stimmten dort laut Fortune, zitiert von The Next Web, für die Abwahl des Bürgermeisters und zweier Stadträte. Diese hatten das Projekt unterstützt.
Vorläufige Ergebnisse, teils nur beratend, Zahlen weichen ab
Die Ergebnisse sind vorläufig. Ein Teil der Abstimmungen ist rein beratend und bindet die gewählten Vertreter nicht. Ballotpedia zählt 27 Maßnahmen, die Rechenzentren begrenzten oder Ablehnung ausdrückten, darunter fünf vollständige Verbote. Die Washington Post sprach laut Mashable nach frühen Ergebnissen von rund 30 Gebieten. Die Abweichung dürfte auf unterschiedlichen Definitionen und einem anderen Datenstand beruhen. Die Gesamtzahl 40 von 41 bleibt davon unberührt. Route Fifty schreibt bei Ohio von „almost 20“ Abstimmungen, vermutlich gerundet.
Für Dezember sind weitere Abstimmungen in Arkansas und North Dakota angekündigt. In Ohio könnte im kommenden Jahr außerdem eine Verfassungsänderung auf den Stimmzettel kommen, die neue Rechenzentren verbieten würde.



