OpenAI beruft Jill Hazelbaker von Uber an die Spitze der Unternehmenskommunikation
Die frühere Uber-Managerin wird Chief Corporate Affairs Officer und führt die globale Kommunikation. Offen bleiben Zuschnitt der Rolle und Berichtslinie.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- OpenAI holt Jill Hazelbaker als Chief Corporate Affairs Officer; sie leitet globale Kommunikation und Unternehmenspositionierung.
- Laut OpenAI war sie rund ein Jahrzehnt bei Uber, zuletzt als President.
- Vor Uber leitete sie Kommunikation und Public Policy bei Snap; davor war sie bei Google.
- Hannah Wong trat Ende Januar 2026 als Chief Communications Officer zurück.
- Seitdem leitet Chris Lehane die Kommunikation interimistisch als Chief Global Affairs Officer.
Hazelbaker wechselt von Uber zu OpenAI und soll die globale Kommunikation führen
OpenAI hat Jill Hazelbaker als Chief Corporate Affairs Officer berufen. Ihr Auftrag umfasst die globale Kommunikation und die Unternehmenspositionierung. Zuletzt war sie President und Chief Corporate Affairs Officer bei Uber. Die Suche, über die Fortune berichtet hatte, endet damit formal.
Das Ziel nennt OpenAI selbst: Hazelbaker soll gemeinsam mit anderen Führungskräften das öffentliche Verständnis von KI vertiefen und das Vertrauen in die Mission des Unternehmens stärken. Außerdem zeige die Berufung, so das Unternehmen, dass es in Führung und Fähigkeiten investiere, um sich intensiver mit den Menschen und Institutionen auszutauschen, die die Zukunft der KI prägen. Dabei handelt es sich um Angaben von OpenAI. Unabhängig geprüft sind sie nicht.
Auffällig ist der Titel. Ihre Vorgängerin Hannah Wong trug die Bezeichnung Chief Communications Officer, Hazelbakers Titel lautet dagegen Chief Corporate Affairs Officer.
Vom McCain-Wahlkampf über Google und Snap zu zehn Jahren bei Uber
Hazelbaker stammt aus der US-Politik. 2008 war sie Nationale Kommunikationsdirektorin und Chefsprecherin der Präsidentschaftskampagne von John McCain. Ein Jahr später arbeitete sie als Pressesprecherin für Michael Bloomberg, der sich damals erfolgreich um die Wiederwahl als Bürgermeister von New York bewarb. Nach eigener Darstellung in der Unternehmensbiografie hatte sie zuvor Führungsrollen in zahlreichen lokalen, einzelstaatlichen und bundesweiten Wahlkämpfen inne.
Den Weg in die Technologiebranche nahm sie über Google. Dort leitete sie die Kommunikation für Europa, den Nahen Osten und Afrika sowie die Regierungsbeziehungen in Europa. Zuvor hatte sie die Unternehmenskommunikation verantwortet. Danach folgte Snap, wo sie Kommunikation und Public Policy führte.
Zuletzt war sie rund ein Jahrzehnt bei Uber tätig, so beziffert es OpenAI. Als President und Chief Corporate Affairs Officer verantwortete sie dort Kommunikation, Marketing, Public Policy, Safety und die People-Teams. Zudem sitzt sie im Board of Trustees des McCain Institute und im Board von Mothers Against Drunk Driving.
OpenAI schreibt ihr eine zentrale Rolle bei Ubers Wandlung vom ambitionierten Startup zu einer der größten globalen Technologieplattformen zu. Sie habe die Reputation des Unternehmens geprägt und regulatorische wie Reputationsherausforderungen gemeistert. Diese Darstellung stammt von OpenAI selbst und ist nicht unabhängig geprüft. Belegen ließe sie sich etwa durch Berichte über ihre konkrete Verantwortung bei Regulierungsstreitigkeiten oder in der Krisenkommunikation von Uber.
Neun Monate Interimslösung unter Chris Lehane nach Wongs Rücktritt
Hannah Wong war im August 2024 die erste Person bei OpenAI, die offiziell den Titel Chief Communications Officer trug. Den Abschied kündigte sie im Dezember 2025 auf LinkedIn an. Ende Januar 2026 verließ sie das Unternehmen nach knapp fünf Jahren. Als Grund nennt CryptoBriefing den Wunsch, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen.
Seitdem leitet Chris Lehane die Kommunikation interimistisch. Er ist Chief Global Affairs Officer und für die politische Strategie des Unternehmens zuständig. Unterstützt wird er von externen Agenturen und vom hauseigenen Team, das laut CryptoBriefing inzwischen mehr als 50 Personen umfasst.
Warum sich die Nachfolge so lange hinzog, schildert Fortune. Demnach war Hazelbaker die erste Wahl, lehnte das Angebot aber im Frühjahr ab. Die internen Recruiter kamen bei der Besetzung nicht weiter. Im Sommer schaltete OpenAI deshalb die Personalberatung Daversa Partners ein. Gegenüber Fortune erklärte das Unternehmen, es wolle die richtige Person finden und nichts überstürzen.
Neun Monate ohne feste Kommunikationsspitze sind bei einem so exponierten Unternehmen ungewöhnlich lang. Fortune verweist außerdem darauf, dass der Kreis der Kandidaten, die eine so schwierige Aufgabe übernehmen wollen und können, klein sei.
Absage im Frühjahr, Zusage jetzt: Was zu Rolle und Berichtslinie offen bleibt
Hazelbaker lehnte das Angebot laut Fortune im Frühjahr ab. Der Bericht darüber erschien erst später, nach neun Monaten Vakanz. Nun verkündet OpenAI ihren Wechsel. Der Widerspruch lässt sich vermutlich zeitlich erklären: Zwischen Absage, Fortune-Bericht und der jüngeren Mitteilung von OpenAI liegt Zeit. Dass es um dieselbe Person geht, folgt aus Name und Uber-Bezug. Warum sie ihre Haltung geändert hat und ob die Rolle inzwischen anders zugeschnitten ist, steht im vorliegenden Material nicht.
Offen ist auch, ob die Stelle tatsächlich neu geschaffen wurde oder ob es sich um eine Nachbesetzung handelt. Teils wird die Stelle als neu geschaffen beschrieben, doch die Berichte über die seit Januar vakante Kommunikationsspitze sprechen eher für eine Nachbesetzung. Belegt ist eine Neuschaffung im vorliegenden Material nicht. Der Titel Chief Corporate Affairs Officer fällt breiter aus als Chief Communications Officer. Die OpenAI-Mitteilung nennt jedoch nur Kommunikation und Positionierung als Aufgaben. Ob die neue Rolle die alte ersetzt, erweitert oder neben ihr besteht, geht aus dem Material nicht hervor.
Ungeklärt ist ebenso die Berichtslinie. Fortune beschreibt zwei diskutierte Varianten: direkt an Präsident und Mitgründer Greg Brockman oder an den Chief Marketing Officer. Dessen Stelle ist seit April unbesetzt. Ob und wie OpenAI sich entschieden hat, nennt die Ankündigung im vorliegenden Auszug nicht.
Die Aufgabe ist in jedem Fall anspruchsvoll. Fortune verweist für dieses Jahr auf Kontroversen zu KI-Sicherheit und Regulierung, einen Rechtsstreit mit Elon Musk, Fragen zur Pentagon-Arbeit und einen möglichen Börsengang. Hinzu kommt die Stimmung in der Bevölkerung. Laut einer Pew-Umfrage vom August sind nur 8 Prozent der Amerikaner eher begeistert als besorgt, wenn es um KI geht. 2021 waren es noch 18 Prozent.
Beobachter können nun prüfen, ob OpenAI die Berichtslinie öffentlich macht, ob die Position des Chief Marketing Officers besetzt wird und wie sich die Zuständigkeiten zwischen Hazelbaker und Lehane aufteilen. Auch Hazelbakers Rolle bei Uber lässt sich mit unabhängigen Berichten abgleichen.



