Hedgefonds bauen Positionen in US-Tech-Aktien um rund 10 Prozent ab
Laut Goldman-Daten ist es der größte Rückzug seit Beginn der Datenreihe. Der Juli traf die beliebtesten Positionen hart. Bei Verkaufstempo und Mega-Caps widersprechen sich die Quellen.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Hedgefonds waren in sechs der vergangenen acht Wochen Nettoverkäufer des US-Techsektors.
- Die kumulierte Reduktion des Tech-Exposures beträgt rund 10 % des Marktwerts seit Anfang Juni.
- Der S&P 500 Information Technology Index fiel seit Anfang Juni um etwa 10 %.
- Tech war in der Vorwoche der schwächste und am stärksten netto verkaufte US-Sektor.
- Die Verkäufe verteilten sich auf Hardware, Speicher/Peripherie, IT-Services, Halbleiter und Software.
Hedgefonds verkaufen Tech-Aktien in großem Stil
Seit Anfang Juni haben Hedgefonds ihr Engagement in US-Technologieaktien um rund 10 Prozent des Marktwerts verringert. Daten der Prime-Services-Abteilung von Goldman Sachs zeigen das. Die Abteilung wird von einem Team um Vincent Lin geführt. In sechs der vergangenen acht Wochen waren die Fonds laut Goldman Nettoverkäufer des Sektors. Nach Angaben von Bloomberg ist das der größte Rückzug dieser Art seit Beginn der Datenreihe vor mehr als zehn Jahren.
In der Vorwoche war Technologie der schwächste US-Sektor. Zugleich verkauften Investoren dort am stärksten netto. Die Fonds reduzierten Long-Positionen und stockten Short-Positionen auf. Verkauft wurde quer durch den Sektor: Hardware, Speicher und Peripherie, IT-Services, Halbleiter und Software.
Parallel fiel der S&P 500 Information Technology Index seit Anfang Juni um etwa 10 Prozent. Berichte führen das auf wachsende Skepsis gegenüber den Bewertungen von KI-Werten zurück. Anleger schichteten außerdem in Konsumwerte und andere defensive Titel um.
Juli: Schlechteste Underperformance der Favoritenliste seit über 20 Jahren
Goldmans „Hedge Fund VIP“-Liste der beliebtesten Long-Positionen verzeichnete im Juli die schwächste Ein-Monats-Underperformance gegenüber dem S&P 500 in mehr als 20 Jahren. Laut den Goldman-Strategen um Ben Snider war der Juli zudem eine der schärfsten De-Grossing-Episoden des Jahrzehnts. Gemeint sind damit besonders kräftige Verringerungen von Hebel und Positionen.
Schon im zweiten Quartal hatte das Crowding einen Rekord erreicht: 14 der 20 „Rising Stars“ waren Techwerte. So nennt Goldman Aktien, deren Besitz bei den Hedgefonds am stärksten zunahm. Die Fonds trieben die Umschlagshäufigkeit ihrer Portfolios auf den höchsten Stand seit 2021. Goldman beschrieb das als „all in on AI“. Brutto- und Nettohebel sowie das KI-Exposure liegen inzwischen unter dem Stand vom Ende des zweiten Quartals.
Widersprüchliche Angaben zu Verkaufstempo und Mega-Caps
Die Quellen zeichnen kein einheitliches Bild. Eine spricht davon, Fonds hätten KI-Aktien im zweitschnellsten Tempo seit einem Jahr verkauft. Andere berichten von einem Rekordrückzug. Die Abweichung könnte an unterschiedlichen Kennzahlen und Zeitfenstern liegen. Gegenüber dem kumulierten Tech-Abbau über zwei Monate steht das Verkaufstempo bei KI-Aktien über ein Jahr. Die Primärnotiz von Goldman liegt nicht vor. Die Frage bleibt offen.
Auch bei den Mega-Caps passen die Angaben nicht zusammen. Ein Bericht über einen Goldman-Wochenbericht nennt einen Netto-Hebel von 46,9 Prozent (2. Perzentil der letzten zwölf Monate) und eine Long-Short-Ratio von 1,565 (1. Perzentil der letzten fünf Jahre). Im selben Bericht heißt es, Hedgefonds trieben ihre „Mag 7“-Positionen auf Rekordniveau. Eine andere Quelle schreibt dagegen, die Fonds trimmten breites Tech- und Chip-Exposure, hielten aber ausgewählte Mega-Caps. Von einem Rekord ist dort nicht die Rede. Möglicherweise beziehen sich die Berichte auf unterschiedliche Wochen. Das Datum des Wochenberichts geht aus dem Material nicht eindeutig hervor.



