PNC will KI-Infrastruktur selbst aufbauen und Anbieterkosten senken
CEO Bill Demchak spricht von einer eigenen „AI factory“ mit eigenen Rechenzentren und Sprachmodellen. Zu Budget, Zeitplan, Hardwaremenge und Standort liegen keine Angaben vor.
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◆ Fakten auf einen Blick
- PNC will große Teile der KI selbst und unabhängig entwickeln.
- Das Vorhaben trägt die Bezeichnung „AI factory“ und umfasst eigene GPU-Rechenleistung.
- Geplant sind eigene Rechenzentren sowie große und kleine Sprachmodelle.
- PNC bestätigt: Ziel ist, Vendor-Lock-in und nutzungsabhängige Preise zu vermeiden.
- Im Juni 2026 sagte Demchak auf einer Morgan-Stanley-Konferenz, Token-Kosten könnten KI-Produktivitätsgewinne aufzehren.
PNC will KI ohne Anbieter und ohne Drittkosten betreiben
Die US-Bank PNC Financial Services Group will große Teile ihrer KI-Technologie selbst entwickeln und betreiben. Laut einem Bericht von Bloomberg sagte CEO Bill Demchak am Donnerstag auf einer Telefonkonferenz mit Analysten, das Ziel sei eine Infrastruktur, mit der sich KI „ohne Anbieterunterstützung und ohne Rechenkosten von Dritten“ betreiben lasse.
Viele Banken beschreiben ihren KI-Einsatz vor allem über die Summen, die sie an externe Anbieter zahlen. PNC geht einen anderen Weg. Das Institut will sein Geld nicht überwiegend an Dritte zahlen, sondern die Technik in großen Teilen selbst entwickeln. Das Datum der Telefonkonferenz nennt Bloomberg in den vorliegenden Auszügen nur als „Donnerstag“.
Eigene GPUs, eigene Rechenzentren, eigene Sprachmodelle: die „AI factory“
Demchak nennt das Vorhaben „AI factory“. Laut Bankingnewsai umfasst es eigene GPU-Rechenleistung, eigene Rechenzentren sowie große und kleine Sprachmodelle in Eigenregie. Cryptobriefing schreibt unter Verweis auf Bloomberg, PNC wolle Rechenzentren erwerben und Nvidia-GPUs kaufen. Diese Konkretisierung stützt sich nur auf das Sekundärmedium. In den vorliegenden Bloomberg-Auszügen taucht sie nicht auf.
Das Kostenargument geht laut Bankingnewsai auf Demchaks Auftritt im Juni 2026 auf einer Morgan-Stanley-Konferenz zurück. Demnach sagte er, jeder Produktivitätsgewinn einer Bank durch KI könne durch die Kosten für Tokens wieder aufgezehrt werden. Wer Modelle nach Nutzung bezahlt, zahlt mit wachsendem Einsatz mehr. Eigene Rechenleistung soll diesen Effekt dämpfen.
Bankingnewsai nennt außerdem ein Ziel von 1 Billion US-Dollar Vermögen und die Formel „Infrastruktur statt Abos“. Dabei handelt es sich um eine Selbstdarstellung der Bank, die ohne Primärbeleg wiedergegeben wird.
Gemischter Betrieb statt Totalverzicht
Ein vollständiger Abschied von externen Anbietern ist nicht geplant. Laut Bankingnewsai bestätigte PNC, Vendor-Lock-in und nutzungsabhängige Preise vermeiden zu wollen. Modelle von Drittanbietern und interne Modelle sollen jedoch je nach Anwendungsfall weiter nebeneinander laufen. Cryptobriefing spricht von weiterhin bestehenden, selektiven externen Partnerschaften.
Offen bleibt vieles. Budget, Hardwaremenge, Zeitplan und Standort der Rechenzentren sind nicht bekannt. Auch der Zeitpunkt der Ankündigung ist unklar. Bankingnewsai datiert die Formulierung „AI factory“ auf den Juni. Bloomberg zitiert Demchak von einer Telefonkonferenz am Donnerstag, Cryptobriefing verweist auf Investorenkonferenzen. Vermutlich vertrat er dieselbe Linie bei mehreren Auftritten. Das Material belegt das nicht.
Die Bilanzsumme beziffern die Quellen unterschiedlich, mit 603 beziehungsweise 568 Milliarden US-Dollar. Der Unterschied dürfte an abweichender Bezugsgröße und abweichendem Stichtag liegen. Diese Zahl verwenden wir nicht.



