TV4 bestreitet KI-Löschung: Backup von „The Challenge“ soll ausgefallen sein
Der Sender weist die Darstellung eines selbständigen KI-Agenten zurück. Die Premiere der zweiten Staffel verschiebt sich vom 22. November ins Jahr 2027.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Die fertig geschnittene zweite Staffel von „The Challenge“ ist verschwunden und muss neu geschnitten werden.
- TV4-Pressesprecher Ludvig Ternstedt bestätigt den Verlust und nennt einen technischen Ausfall.
- TV4-Programmchefin Mia Lindqvist weist die KI-Darstellung zurück.
- Laut Lindqvist hat das Backup nicht funktioniert, das gesamte Rohmaterial ist aber noch vorhanden.
- Die Premiere am 22. November wird verschoben und soll 2027 stattfinden, ohne festes Datum.
TV4 weist KI-Agenten zurück: Backup der Staffel funktionierte nicht
Der schwedische Sender TV4 widerspricht der Darstellung, ein KI-Agent habe die fertig geschnittene zweite Staffel von „The Challenge“ gelöscht. „Es ist kein böser KI-Agent gewesen, der das Material gelöscht hat. Das stimmt leider nicht“, sagte Programmchefin Mia Lindqvist laut Aftonbladet. Gegenüber P4 Stockholm sagte Lindqvist, es sei kein selbstständig handelnder KI-Agent gewesen.
Das eigentliche Problem sei ein Backup gewesen, das nicht funktioniert habe, so Lindqvist. Bei Schnitten solcher Materialmengen gebe es stets eine Sicherung. Weil sie ausgefallen sei, existiere das Material beim Löschen nirgends sonst. Die Staffel müsse deshalb von vorn geschnitten werden. Das gesamte Rohmaterial sei laut Lindqvist noch vorhanden.
Das Dementi richtet sich im Wortlaut gegen einen „bösen“ beziehungsweise „selbstständigen“ KI-Agenten. Die allgemeine Bemerkung, die meisten Produktionsfirmen setzten heute KI in ihren Arbeitsabläufen ein, sei „eine ganz andere Sache“. Diese Wiedergabe ist nur über Rolling Stone belegt.
Aftonbladet beruft sich auf anonyme Quellen, Mastiff äußert sich nicht
Ausgangspunkt war ein Bericht von Aftonbladet. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf anonyme Quellen, die Produktionsfirma Mastiff habe einen KI-Agenten auf den Server gelassen. Dieser habe die fertig geschnittene Staffel gelöscht, ohne dass sich das Projekt wiederherstellen lasse. Unabhängig belegt ist das nicht.
TV4-Pressesprecher Ludvig Ternstedt sprach zunächst von einem „tekniskt haveri“, einem technischen Defekt. Die KI-Angabe könne der Sender nicht bestätigen. Seine Informationen stammten von der Produktion. Lindqvists späteres Dementi fällt damit deutlicher aus als die erste Reaktion des Senders.
Mastiff hat sich im vorliegenden Material nicht geäußert. Technische Belege wie Protokolle oder Werkzeugnamen fehlen. Mashable und Rolling Stone sprechen von menschlichem Versagen beziehungsweise vom „menschlichen Faktor“. Diese Formulierung taucht nur in den englischsprachigen Berichten auf, nicht in den schwedischen TV4-Zitaten.
Premiere rückt vom 22. November ins Jahr 2027
Die zweite Staffel mit Moderator Ahmed Berhan, produziert von Mastiff für TV4, sollte am 22. November starten. Nun soll sie irgendwann 2027 laufen. Ein festes Datum gebe es nicht, sagt Ternstedt. Feststehe nur, dass die Ausstrahlung nicht wie geplant im November erfolgt. Die erste Staffel lief 2024.
Wie groß der verlorene Aufwand ist, geben die Berichte unterschiedlich an. Aftonbladet nennt in einer Fassung mehrere hundert Tage Arbeit, in einer anderen rund hundert. Rolling Stone und Mashable sprechen von einem ganzen Jahr. Alle Zahlen gehen auf anonyme Quellen zurück. Das vorliegende Material klärt die Abweichung nicht.
Teilnehmerin Stephanie Hönig nannte die Lage „minst sagt en disaster“, also mindestens eine Katastrophe, und zeigte sich „lite besviken“, ein wenig enttäuscht.



