Live ByteDance soll mit MediaTek über eigene KI-Chips verhandeln
↘

Volvo setzt beim automatisierten Fahren auf Nvidia – auch bei der Software

Hyperion, Halos OS und Alpamayo sollen bis 2030 hands-free Point-to-Point-Fahren nach Level 2++ ermöglichen. Modell, Starttermin und Kosten sind offen. Die Pressemitteilung lag nicht im Original vor.

· Veröffentlicht: 16.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Volvo setzt beim automatisierten Fahren auf Nvidia – auch bei der SoftwareMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Volvo Cars erweitert am 15. Oktober 2026 die Partnerschaft mit Nvidia für automatisiertes Fahren.
  • Die Zusammenarbeit kombiniert drei Nvidia-Technologien: Hyperion, Halos OS und Alpamayo Stack.
  • Das Debüt erfolgt in einem nicht näher benannten Fahrzeug der nächsten Generation.
  • Die Partnerschaft begann 2017; das 2021 angestrebte selbstfahrende Auto wurde nicht erreicht.
  • Laut TV4 ist zunächst Level 2++ angestrebt, bei dem der Fahrer verantwortlich bleibt.

Volvo setzt beim automatisierten Fahren auf Nvidias Hyperion, Halos OS und Alpamayo

Volvo Cars hat am 15. Oktober 2026 eine erweiterte Partnerschaft mit Nvidia angekündigt. Künftige Modelle sollen auf Nvidias Sensor- und Compute-Architektur Hyperion, das Betriebssystem Halos OS und die Fahrsoftware Alpamayo Stack setzen. Ziel ist hands-free Point-to-Point-Fahren nach Level 2++ bis 2030. Eyes-off und mind-off, also Fahren ohne Blick auf die Straße und ohne Aufmerksamkeitspflicht, sollen schrittweise folgen. Einen Termin dafür nennen die vorliegenden Berichte nicht.

Debütieren soll die Technik in einem nicht benannten Volvo der nächsten Generation. Das Modell gehört zu Volvos „largest-ever product push“. Volvo-Chef Håkan Samuelsson und Nvidia-Chef Jensen Huang stellten die Zusammenarbeit in Stockholm vor. Samuelsson sagte, Volvo werde nichts unter Bedingungen freigeben, die es nicht für sicher halte.

Die Redaktion hat die Pressemitteilung nicht im Original vorliegen. Vorliegen nur Sekundärberichte, die sich auf sie berufen. Den Wert der Partnerschaft nannte Volvo nicht. Modell und Starttermin bleiben offen. Auch der Zeitrahmen widerspricht sich: Mehrere Berichte schreiben „bis 2030“, ein anderer „vor 2030“ und nimmt China aus. Ohne Primärquelle lässt sich das nicht klären.

Nvidia liefert nun auch die Software, nicht mehr nur Rechenleistung – das Ziel ist bescheidener als Ride Pilot

Bisher lieferte Nvidia Volvo vor allem Rechenleistung. EX60 sowie die aktualisierten EX90 und ES90 nutzen den Chip DRIVE AGX Orin. Neu ist der Einsatz von Nvidias Software-Stack Alpamayo und der Hyperion-Plattform. Nvidia beschreibt Hyperion als skalierbare, produktionsreife Plattform mit zwei DRIVE-AGX-Thor-Chips.

Das Ziel fällt zurückhaltender aus als das frühere Versprechen. Auf der CES kündigte Volvo gemeinsam mit Luminar und der Software-Tochter Zenseact „Ride Pilot“ an, eine unbeaufsichtigte Fahrfunktion per Abo. Level 2++ dagegen lässt die Verantwortung beim Fahrer.

Bei EX90 und ES90 mit Modelljahr 2026 entfielen die Lidar-Sensoren. Luminar, 2020 als erster Serien-Lidar-Lieferant gewählt, beantragte nach dem Wegfall des Großkunden Volvo Gläubigerschutz nach Chapter 11. Welche Sensoren das neue System nutzt, geht aus dem Material nicht hervor. Hyperion lässt sich mit und ohne Lidar konfigurieren.

Die Zusammenarbeit besteht seit 2017. Damals lautete das Ziel, 2021 ein vollständig selbstfahrendes Auto auf die Straße zu bringen. Das wurde verfehlt.

Offen bleibt, was von Volvos eigener Technik übrig ist und wie sich das System bewährt

Die Berichte deuten Volvos Eigenentwicklung unterschiedlich. Das schwedische Portal carup.se schreibt, Volvo gebe offenbar seine eigene Selbstfahrtechnik auf. Andere Berichte betonen dagegen, Volvo kombiniere eigene Sicherheitssysteme, Ingenieurskompetenz und Daten mit Nvidias Technik. Zenseacts Rolle erwähnen die Berichte zur neuen Ankündigung nicht.

Die Aussagen zur Sicherheit stammen von den Unternehmen. Volvo und Nvidia wollen einen neuen Standard setzen. Huang nennt Volvo bei der Fahrersicherheit unübertroffen. Auch dass das System komplexe Stadtumgebungen ohne explizite Fahrereingabe bewältigt, ist eine Herstellerangabe. Prüfen lässt sich das erst mit unabhängigen Tests und Daten nach dem Marktstart.

Das System soll mit Teslas FSD (Supervised) konkurrieren. Mercedes fährt den CLA bereits seit dem ersten Quartal 2026 in Serie, mit einem Hyperion-basierten L2++-System ohne Lidar.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Ähnliche Artikel