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Ecosia trennt sich nach wenigen Monaten von Mistral und setzt laut Berichten auf chinesische Open-Weight-Modelle

Laut Politico beendet Gründer und CEO Christian Kroll die KI-Zusammenarbeit, die im Mai begonnen hatte. Wie weit der Wechsel umgesetzt ist und wo die Modelle laufen, darüber gehen die Berichte auseinander.

· Veröffentlicht: 16.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Ecosia trennt sich nach wenigen Monaten von Mistral und setzt laut Berichten auf chinesische Open-Weight-ModelleMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Ecosia wechselte im Mai 2026 von OpenAI zu Mistral als KI-Anbieter.
  • Ecosia beendet die Zusammenarbeit mit Mistral zugunsten von Open-Weight-Modellen, darunter chinesische.
  • Der Zugang läuft laut Technode über die deutsche KI-Plattform Melious.
  • Kroll sagt, der Wechsel habe die Kosten grob halbiert.
  • Ecosia Search bietet KI-Overviews und KI-Chat; Overviews sind in 13 Ländern verfügbar.

Ecosia kündigt Mistral nach wenigen Monaten und setzt auf Qwen, GLM und Kimi

Die Suchmaschine Ecosia trennt sich von dem französischen Anbieter Mistral. Gründer und CEO Christian Kroll hat das nach Berichten über ein Interview mit Politico erklärt. Das Original liegt hier nicht vor. Die folgenden Angaben stützen sich auf diese Berichte. Die Zusammenarbeit hatte im Mai 2026 begonnen, als Ecosia von OpenAI zu Mistral wechselte.

Als Gründe nennt Kroll laut den Berichten Enttäuschung über die Qualität der Mistral-Modelle. Mistral liege inzwischen ein Jahr hinter der Konkurrenz. Außerdem seien die Server wiederholt überlastet gewesen. Ecosia sei für Mistral „schlichtweg ein zu großer Kunde“ gewesen.

Stattdessen will Ecosia auf Open-Weight-Modelle setzen, darunter die chinesischen Modelle Qwen von Alibaba, GLM von Z.ai und Kimi von Moonshot AI. Kroll sieht darin laut den Berichten eine Chance für Europa. Der Kontinent müsse so nicht Milliarden in das Training eigener Spitzenmodelle stecken.

Mistral hat laut pcgameshardware kürzlich das Modell Mistral 4 Large „Le Chonk“ veröffentlicht. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Nummer 1 für unabhängige, souveräne KI. Welche Folgen Ecosias Schritt für Mistrals Geschäft hat, geht aus dem Material nicht hervor.

Melious, halbierte Kosten und ein Wechsel, dessen Stand die Berichte unterschiedlich angeben

Laut Technode läuft der Zugang über eine Partnerschaft mit der deutschen KI-Plattform Melious. Ecosia könnte so mehrere Modelle nutzen, statt sich auf einen einzelnen Entwickler zu verlassen. Kroll sagt, der Wechsel habe die Kosten grob halbiert und zugleich Qualität und Performance verbessert. Das ist eine Angabe des Unternehmens. Unabhängige Tests oder Benchmarks dazu liegen nicht vor.

Ob der Wechsel bereits vollzogen ist, stellen die Berichte unterschiedlich dar. Technode und weitere Quellen beschreiben einen festen Austausch von Mistral durch Qwen, GLM und Kimi. it-daily und Cybernews sprechen dagegen nur davon, dass Ecosia Open-Weight-Modelle prüft oder erwägt. Welches Modell es wählt, ist offen. Alle Berichte stützen sich auf dasselbe Politico-Interview und formulieren es unterschiedlich. Ohne das Original lässt sich nicht klären, welche Lesart zutrifft.

Unklar ist auch, wo die Modelle laufen. Mehrere Berichte sprechen von Open-Weight-Modellen, die sich auf eigener Hardware betreiben lassen. Technode nennt dagegen mit Melious einen Drittanbieter. Möglicherweise beschreiben die Quellen unterschiedliche Aspekte oder Phasen. Belegt ist das nicht.

Die Ecosia-Hilfeseiten nennen für die KI-Overviews weiterhin ein Mistral-small-3.2-Modell. Ob der Stand der Seiten aktuell ist, ist unbekannt.

Was Nutzer der KI-Funktionen in 13 Ländern wissen sollten

Ecosia bietet zwei generative KI-Funktionen: KI-Overviews und einen KI-Chat. Die Overviews sind laut Hilfeseiten in 13 Ländern verfügbar, darunter Deutschland, Frankreich, die USA und Großbritannien. Für den Chat kann Ecosia mit Einwilligung eine Auswahl von Konversationen über das Berliner Tool Langfuse erfassen. Die Stichproben können Prompt, Antwort und Metadaten enthalten. Sie werden bis zu 30 Tage gespeichert. Ein Opt-out ist möglich. Personenbezogene Daten verkauft Ecosia nach eigenen Angaben nicht.

Das Unternehmen versteht sich als europäische, datenschutzfreundliche Alternative. Nach eigener Aussage setzt es auf kleine Sprachmodelle. Ob und wie Ecosia den Einsatz chinesischer Modelle und die damit verbundenen Datenflüsse erklärt, ist im vorliegenden Material nicht belegt.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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