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Anthropic reicht S-1 für Nasdaq-Notierung unter ANT ein

Q3-Umsatz von rund 17 Milliarden Dollar steht einem Nettoverlust von 23,3 Milliarden Dollar gegenüber. Bewertung, Preisspanne und Termin sind offen. Die Zahlen stammen aus Presseberichten.

· Veröffentlicht: 03.11.2026 ·3 Min Lesezeit
Anthropic reicht S-1 für Nasdaq-Notierung unter ANT einMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic reichte am 26. Oktober 2026 eine S-1 bei der SEC ein; Nasdaq-Notierung unter ANT geplant.
  • Im ersten Halbjahr 2026 Umsatz von rund 16,3 Mrd. USD, operativer Verlust von 693 Mio. USD.
  • Im dritten Quartal 2026 betrug der Umsatz rund 17 Mrd. USD, der Nettoverlust 23,3 Mrd. USD.
  • Die letzte private Finanzierungsrunde im Mai 2026 bewertete Anthropic mit 965 Mrd. USD.
  • Die Compute-Verpflichtungen umfassen rund 400 Mrd. USD an Google-TPU-Kapazität und bis zu 120,5 Mrd. USD bei SpaceX.

Anthropic reicht S-1 für Nasdaq-Notierung unter ANT ein

Anthropic hat am 26. Oktober 2026 eine S-1 öffentlich bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Einen vertraulichen Entwurf hatte das Unternehmen bereits am 1. Juni 2026 vorgelegt. Die Aktien sollen am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel ANT gehandelt werden.

Die Registrierung ist noch nicht wirksam. Wertpapiere dürfen deshalb nicht verkauft werden. Aktienzahl, Preisspanne und Termin der Erstnotiz stehen nicht fest. Die letzte private Finanzierungsrunde im Mai 2026 bewertete das Unternehmen mit 965 Milliarden US-Dollar. Eine Bewertung für den Börsengang enthält die S-1 nach den vorliegenden Berichten nicht.

Die S-1 selbst haben wir nicht eingesehen. Alle Angaben stammen aus Fach- und Finanzpresse.

Q3-Umsatz von rund 17 Mrd. USD bei 23,3 Mrd. USD Nettoverlust

Neu sind die Zahlen für das dritte Quartal. In der ersten Fassung der S-1 fehlten sie noch. Laut einem Bericht von Bloomberg, den Gizmodo wiedergibt, lag der Umsatz bei rund 17 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 1,4 Milliarden. Die Irish Times nennt 16,8 Milliarden und einen Anstieg von knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Der Unterschied dürfte auf Rundung beruhen.

Der Nettoverlust betrug 23,3 Milliarden Dollar, nach 12,1 Milliarden im Vorjahresquartal. Einen großen Teil davon macht laut Gizmodo die Fair-Value-Änderung der Wandelanleihen aus. Sie steigt, weil die Bewertung des Unternehmens steigt.

Zum Vergleich die Halbjahreswerte: Der Umsatz lag bei rund 16,3 Milliarden Dollar, der operative Verlust bei 693 Millionen, der Nettoverlust bei rund 81 Milliarden. Davon entfallen über 72 Milliarden auf Wertänderungen von Wandelanleihen und anderen Instrumenten. Der Umsatz des dritten Quartals allein entspricht damit ungefähr dem des gesamten ersten Halbjahrs. Der Personalaufwand im dritten Quartal lag laut unserem Archiv bei 1,71 Milliarden Dollar.

Unklar ist, woher die Q3-Zahlen stammen. Gizmodo spricht von nachgereichten Angaben. Die Irish Times schreibt, das Unternehmen habe sie Geldgebern mitgeteilt. Ob es sich um einen Nachtrag zur S-1 oder um eine Investorenmitteilung handelt, lässt sich ohne die Unterlagen nicht klären. Dem Bericht zufolge nennt sich Anthropic außerdem auf bereinigter Basis profitabel. Wie diese Kennzahl definiert ist, geht aus dem Material nicht hervor.

Rechenleistungs-Verpflichtungen und eingeschränkte Stimmrechte der Aktionäre

Die Verpflichtungen für Rechenleistung sind erheblich. Nach Angaben von GeekWire hat Anthropic rund 400 Milliarden Dollar Kapazität auf Basis von Google-TPUs vereinbart, überwiegend über die kommenden sieben Jahre. Davon entfallen 114,5 Milliarden direkt auf Google bis Juli 2033 und 161,2 Milliarden auf Leasingverträge mit Broadcom. Letztere sind die größte Einzelvereinbarung. Hinzu kommen geschätzt 125 bis 150 Milliarden für die Jahre 2028 bis 2031. SpaceX folgt mit bis zu 120,5 Milliarden.

Die Gesamtsumme beziffern die Quellen unterschiedlich. The Register spricht von mehr als einer halben Billion Dollar, die Irish Times von nahe 800 Milliarden, GeekWire von mehr als 750 Milliarden einschließlich geschätzter Ausgaben. Vermutlich unterscheiden sich Abgrenzung und Laufzeit, etwa bei festen Zusagen gegenüber Schätzungen. Die Rechnungen legen die Quellen nicht offen.

Zur Unternehmensführung zitiert Forrester die S-1: Ein Gründer hält 50,1 Prozent der Stimmen, ein Trust wählt die Mehrheit des Verwaltungsrats. Öffentliche Aktionäre können Abstimmungsergebnisse in der Regel nicht beeinflussen.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. orf.at ↗

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