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US-Justizministerium prüft Nvidias geplante Übernahme von Hugging Face

Laut Reuters geht es um einen zentralen Verteilpunkt für KI-Modelle und um Nvidias Verkaufspraktiken. Eine offizielle Stellungnahme des DOJ gibt es nicht. Nvidia hat sich gegenüber CNBC nicht geäußert.

· Veröffentlicht: 31.10.2026 ·3 Min Lesezeit
US-Justizministerium prüft Nvidias geplante Übernahme von Hugging FaceMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Nvidia kündigt offiziell die Übernahme von Hugging Face an.
  • Kaufpreis laut Nvidia-Blog: 12.930.300.000 USD.
  • Rund 11,9 Mrd. USD für Aktionäre, bis zu 1 Mrd. USD Halteanreize für Mitarbeitende.
  • Der Deal ist unterzeichnet, aber noch nicht vollzogen; Abschluss angepeilt für erstes Halbjahr 2027.
  • Laut Nvidia nutzen über 18 Mio. Entwickler und über 200.000 Unternehmen die Plattform.

DOJ fragt, ob Nvidia mit Hugging Face einen zentralen Verteilpunkt für KI-Modelle erhielte

Das US-Justizministerium (DOJ) stellt Fragen zur angekündigten Übernahme von Hugging Face durch Nvidia. Der Kaufpreis liegt bei rund 12,93 Milliarden US-Dollar. Reuters berichtet unter Berufung auf Personen, die mit der Sache vertraut sind. Bloomberg Law und CNBC geben die Meldung wieder. CNBC hat die Prüfung zusätzlich über eine eigene, ungenannte Quelle bestätigt.

Dem Bericht zufolge wollen DOJ-Beamte wissen, ob der Zukauf Nvidia die Kontrolle über einen wichtigen Verteilpunkt für KI-Modelle und -Werkzeuge verschaffen würde. Hugging Face ist die Plattform, auf der Entwickler Modelle und Datensätze finden, testen und bereitstellen. Geprüft wird laut Bericht, ob Nvidia Entwickler auf eigene Produkte lenken oder Anbieter konkurrierender Hardware und Cloud-Dienste benachteiligen könnte. Der Hintergrund: Nvidia ist führend bei KI-Chips. Zugleich würde der Konzern die Plattform besitzen, auf der Entwickler ihre Modelle für diese Hardware aufbereiten.

Belegt ist bislang nur, dass Fragen gestellt wurden. Eine offizielle Stellungnahme des DOJ liegt nicht vor, und das Verfahrensstadium ist unklar. Nvidia hat die Anfrage gegenüber CNBC nicht kommentiert. Die Nvidia-Aktie gab am Berichtstag um rund 1 Prozent nach.

Die Fragen reichen bis zu Groq, Run:ai und SchedMD sowie zu Vorwürfen der Kopplung von Chips und Netzwerkprodukten

Laut Reuters geht die jüngste Fragelinie auch auf Nvidias Akquisitionen, Investitionen und Verkaufspraktiken ein. Konkret geht es darum, ob Nvidia Kunden unter Druck gesetzt und den Zugang zu KI-Chips an den Kauf von Netzwerkprodukten oder anderen Technologien gekoppelt hat. Diese Vorwürfe sind unbewiesen. Der Bericht nennt sie als Gegenstand der Fragen, nicht als festgestellte Verstöße.

Laut Reuters hat das DOJ zudem andere Nvidia-Geschäfte geprüft: den Kauf von SchedMD im Dezember 2025, die Lizenzvereinbarung mit Groq und die Übernahme von Run:ai. Jeweils untersucht worden sei auch, wie Nvidia sich nach den Transaktionen verhielt. CNBC bestätigt, dass der Groq-Deal ebenfalls die Aufmerksamkeit des Ministeriums gefunden hat.

Die Anfragen ergänzen eine mehrjährige Untersuchung von Nvidias Geschäftsgebaren. Laut Reuters begann sie unter Präsident Biden und läuft weiter. Einen Hinweis auf eine Beteiligung von Präsident Trump gibt es im Reuters-Bericht nicht.

Nvidia sagt eine offene, hardwareneutrale Plattform zu – der Abschluss hängt an behördlichen Genehmigungen

Nvidia und Hugging Face haben öffentlich zugesagt, die Plattform offen zu halten. Jensen Huang schrieb im Nvidia-Blog, Hugging Face bleibe eine offene Plattform für das gesamte KI-Ökosystem. Sie unterstütze weiterhin Open-Source- und Open-Weight-Modelle aller Anbieter sowie den Betrieb in mehreren Clouds und auf mehreren Beschleunigern. Nvidia-Rechenleistung werde nicht benötigt, um über Hugging Face zu entwickeln oder bereitzustellen. Hugging-Face-Chef Clément Delangue spricht von einer offenen, unabhängigen und compute-agnostischen Plattform.

Das sind Zusagen der Hersteller. Gesichert ist lediglich, dass sie gemacht wurden, nicht, dass sie eingehalten werden.

Der Deal ist unterzeichnet, aber noch nicht vollzogen. Er steht unter den üblichen Abschlussbedingungen, zu denen behördliche Genehmigungen gehören. Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2027 angepeilt. Nach Nvidias Angaben nutzen mehr als 18 Millionen Entwickler die Plattform. Sie hostet über 3 Millionen Modelle.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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