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ChatGPT-Extension für Chrome: Gesperrte Infrastruktur für Browser-Steuerung entdeckt

RuntimeWire will in der Erweiterung Code gefunden haben, der Sitzungen bei OpenAI registriert und Befehle abfragt. Der Fund stützt sich auf eine Quelle und ist nicht reproduziert.

· Veröffentlicht: 16.10.2026 ·2 Min Lesezeit
ChatGPT-Extension für Chrome: Gesperrte Infrastruktur für Browser-Steuerung entdecktMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • RuntimeWire fand in der ChatGPT-Chrome-Extension 1.26.1005.11759 gesperrte Browser-Steuerungs-Infrastruktur.
  • Ein funktionierender Betrieb ohne Desktop-App wurde nicht nachgewiesen.
  • RuntimeWire konnte den Fund nicht unabhängig reproduzieren und hat OpenAI vor Veröffentlichung nicht kontaktiert.
  • OpenAI dokumentiert die ChatGPT-Browser-Extension für Chrome, Edge, Brave, Opera und Vivaldi zur Nutzung aus der Desktop-App.
  • Der integrierte Browser (@Browser) nutzt ein vom regulären Browser getrenntes Profil.

Gesperrte Steuerungs-Infrastruktur in der ChatGPT-Extension entdeckt

In Version 1.26.1005.11759 der installierten ChatGPT-Chrome-Extension steckt laut RuntimeWire eine per Feature-Flag gesperrte Infrastruktur. Sie kann Sitzungen bei OpenAI registrieren und Browser-Befehle abfragen. Das Portal stellt den Fund als eigene Untersuchung dar. Bestätigt ist er bislang nicht.

RuntimeWire nennt das Flag 'chrome-standalone-js-kernel', eine sandboxed JavaScript-Runtime und einen MCP-Server namens 'node-repl-work'. Hinzu kommen Endpunkte für die Sitzungsregistrierung und für Tunnel-Polling. Gemeint ist damit das regelmäßige Abfragen eines Servers nach neuen Anweisungen. Nach Darstellung des Portals deutet das zusammen auf einen Mechanismus hin, über den ein Server Befehle an den Browser liefern könnte.

Als Methoden nennt RuntimeWire Reverse Engineering und einen Dokumentenabgleich. Dazu wurde der gebündelte Code der Extension verglichen, darunter Pfade für Browser-Steuerung und OTP-Verarbeitung. Vergleichsgrundlage waren OpenAIs veröffentlichte Setup-Anleitung und die Release Notes. Die Anleitung verweist Nutzer weiterhin auf die Verbindung über die Desktop-App.

Einen funktionierenden Betrieb ohne Desktop-App hat RuntimeWire nach eigenen Angaben nicht nachgewiesen. Der Fund beschreibt damit vorhandenen, aber gesperrten Code und keine nutzbare Funktion.

Nur eine Quelle, nicht reproduziert, OpenAI nicht gefragt

Der Befund ist nur begrenzt belastbar. Er stammt aus einer einzigen Quelle. RuntimeWire gibt selbst an, ihn nicht unabhängig reproduziert zu haben. OpenAI wurde vor der Veröffentlichung nicht kontaktiert. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt deshalb nicht vor.

Offen ist, was der Code bedeutet. Denkbar wäre eine Vorbereitung für ein künftiges Angebot, ein interner Test oder eine Altlast. Die Faktenlage erlaubt keine dieser Deutungen. Ebenso wenig belegt ist, dass sich daraus ein tatsächlich aktivierbares Feature ergibt. RuntimeWire behauptet keine konkrete Schwachstelle, und sie ist hier auch nicht Gegenstand der Meldung.

OpenAI dokumentiert Browser-Steuerung nur über die Desktop-App

OpenAI beschreibt die Browser-Steuerung offiziell anders. Demnach nutzt man die ChatGPT-Extension für Chrome, Edge, Brave, Opera und Vivaldi aus der ChatGPT-Desktop-App heraus. ChatGPT kann dort auf Seiten lesen oder handeln, auf denen Nutzer bereits angemeldet sind, etwa LinkedIn, Salesforce, Gmail oder interne Tools. Alle fünf Browser unterstützen Tab-Erwähnungen und die Steuerung aus der Desktop-App. Ein eigenständiger Betrieb der Extension kommt in der Dokumentation nicht vor.

Laut OpenAI kann die Verfügbarkeit vom Rollout und von Workspace-Einstellungen abhängen. In verwalteten Desktop-Umgebungen dürfen Administratoren Browser-Origins, Uploads, Downloads und Entwicklerzugriff einschränken. Seiteninhalte sollen Nutzer als nicht vertrauenswürdigen Kontext behandeln.

Code und Dokumentation widersprechen sich nicht direkt. RuntimeWire analysiert den Code, OpenAI beschreibt das vorgesehene Nutzungsmodell. Die Differenz besteht darin, dass im Code mehr angelegt scheint, als OpenAI öffentlich beschreibt. Ob daraus ein Feature wird, bleibt offen.

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Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

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