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Anklage gegen OpenAI-Ingenieur wegen Abhörgeräts im Konferenzraum

Dem 35-jährigen Abdulrahman Alfozan wirft das US-Justizministerium das Abfangen mündlicher Kommunikation vor. Einen Spionagevorwurf im Sinne einer Weitergabe enthalten die Unterlagen nicht.

· Veröffentlicht: 15.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Anklage gegen OpenAI-Ingenieur wegen Abhörgeräts im KonferenzraumMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Der saudische Staatsangehörige Abdulrahman Alfozan, 35, wurde am 9. Oktober 2026 festgenommen.
  • Vorgeworfen wird, ein Gerät zum Abfangen mündlicher Kommunikation genutzt oder zu nutzen versucht zu haben.
  • Laut Strafanzeige war Alfozan seit Juli 2025 als Ingenieur bei OpenAI beschäftigt.
  • Um den 30. September 2026 entdeckte OpenAI ein verstecktes Aufnahmegerät am USB-Port eines Fernsehers im Konferenzraum.
  • Überwachungsaufnahmen zeigen Alfozan vor der Entdeckung mehrfach nahe dem Konferenzraum, ohne Berechtigung.

Bundesanklage gegen OpenAI-Ingenieur: Abhörgerät im Konferenzraum

Das US-Justizministerium hat den OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan angeklagt. Dem 35-jährigen saudischen Staatsangehörigen wird vorgeworfen, ein elektronisches, mechanisches oder sonstiges Gerät zum Abfangen mündlicher Kommunikation eingesetzt oder einzusetzen versucht zu haben. Laut Strafanzeige arbeitete er seit Juli 2025 als Ingenieur bei dem Unternehmen, das die Anzeige „Company 1“ nennt.

Alfozan wurde am Freitag, 9. Oktober 2026, festgenommen. Den ersten Gerichtstermin hatte er am Dienstag, 13. Oktober. Er sitzt in Bundeshaft. Die nächste Anhörung, eine Haftanhörung, findet am 19. Oktober vor Magistrate Judge Alex G. Tse statt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Wir hatten bereits über die Festnahme und die anschließende Entlassung des Mitarbeiters berichtet. Neu sind die Details aus der Strafanzeige und den Behördenmitteilungen.

Gerät in Toilettenpapier hinter dem Fernseher der Führungsetage

Um den 30. September 2026 fand OpenAI-Personal in einem Gebäude in San Francisco ein verdecktes Aufnahmegerät. Es steckte im USB-Anschluss auf der Rückseite eines Fernsehers im Konferenzraum der Führungsetage und war in Toilettenpapier versteckt. Laut OpenAI wurde es etwa am 28. September installiert. Sein Inhalt war verschlüsselt.

Videoaufnahmen der Überwachungskameras zeigen Alfozan laut Anzeige mehrfach in der Nähe des Raums, bevor das Gerät gefunden wurde. Zutritt zu dem Raum oder zu dortigen Besprechungen hatte er nicht. Außerdem fragte er der Anzeige zufolge mit einem Tool Gebäudeadressen, Besprechungsräume, Raumkapazitäten und Kalender des Unternehmens ab.

OpenAI meldete den Fund dem FBI und entließ den Mitarbeiter. Das Unternehmen analysierte nach eigener Angabe das Gerät und seine Herkunft mit eigenen Modellen. Dabei identifizierte es einen bestimmten Mitarbeiter als Urheber. Wozu er die Aufnahmen verwenden wollte, legt die Anzeige nicht dar.

Patel spricht von Gegenspionage, die Anklage nennt nur das Abfangen

FBI-Direktor Kash Patel sagte, Alfozan habe mutmaßlich ein Gerät versteckt, um sensible Gespräche über die Superintelligenz-Technologie des Unternehmens mitzuschneiden. Den Schutz amerikanischer KI-Innovation bezeichnete er als eine der höchsten Gegenspionage-Prioritäten des FBI.

Die Anklage lautet dagegen ausschließlich auf das Abfangen mündlicher Kommunikation. Die vorliegenden Unterlagen nennen weder einen Auftraggeber noch einen Staatsbezug des Beschuldigten. Einen Spionagevorwurf im Sinne einer Weitergabe an Dritte gibt es nicht. Die politische Rahmung geht damit über den juristischen Tatvorwurf hinaus.

OpenAI erklärt, derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Person unzulässig auf Modellgewichte, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen oder sie abgezogen habe. Die Ermittlungen des FBI laufen weiter.

Ein Fachmedium behauptet, die KI-Branche verschärfe als Folge der Festnahme ihre Spionageabwehr. Belege dafür liefert der Beitrag nicht. Im selben Text heißt es, die Sicherheitsprotokolle seien schon vor der Festnahme verstärkt worden. Konkrete Maßnahmen einzelner Firmen nennt er nicht. Auch Behörden und OpenAI sprechen nur vom Einzelfall.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. justice.gov ↗

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