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ByteDance soll mit MediaTek über eigene KI-Chips verhandeln

Bloomberg stützt sich auf anonyme Quellen, bestätigt ist bislang nichts. Die Nvidia-Anleihe über 3,5 Milliarden US-Dollar ist eine separate, ältere Meldung.

· Veröffentlicht: 16.10.2026 ·2 Min Lesezeit
ByteDance soll mit MediaTek über eigene KI-Chips verhandelnMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Bloomberg berichtet, ByteDance verhandle fortgeschritten mit MediaTek über maßgeschneiderte Rechenzentrumschips.
  • Das Angebot betrifft eine nicht genannte Menge an ASICs; ByteDance wäre nach Google zweiter großer Kunde.
  • Der Deal würde MediaTek helfen, im Rechenzentrumschip-Geschäft mit Qualcomm zu konkurrieren.
  • ByteDance äußerte sich zunächst nicht; MediaTek lehnte laut Bloomberg einen Kommentar ab.
  • Nvidia und MediaTek kündigten am 31.08.2026 eine vertiefte Zusammenarbeit bei NVLink Fusion an.

Bloomberg: ByteDance verhandelt mit MediaTek über eigene KI-Chips

Bloomberg berichtete am 15. Oktober 2026, ByteDance führe fortgeschrittene Gespräche mit dem taiwanischen Chipentwickler MediaTek. Gegenstand seien maßgeschneiderte Chips (ASICs) für die Rechenzentren des TikTok-Eigentümers. Die Autorin Haze Fan beruft sich auf anonyme Personen, die mit der Sache vertraut sein sollen. Demnach würde MediaTek eine nicht genannte Menge an ASICs liefern. Käme der Deal zustande, wäre ByteDance nach Googles Mutterkonzern Alphabet der zweite große ASIC-Kunde von MediaTek. Laut Bloomberg könnte das MediaTek im Wettbewerb mit Qualcomm helfen.

Bestätigt ist der Bericht nicht. ByteDance äußerte sich zunächst nicht. MediaTek lehnte laut Bloomberg einen Kommentar ab, und Reuters konnte die Meldung nach eigenen Angaben nicht sofort verifizieren. Ein Dementi liegt allerdings ebenfalls nicht vor. Stückzahlen, Preise, Chiptyp und Liefertermin sind unbekannt.

Getrennt davon zu betrachten ist eine Meldung vom 31. August 2026. Damals kündigten Nvidia und MediaTek eine vertiefte Zusammenarbeit an. Sie umfasst KI-Infrastruktur, lokales KI-Computing und Automotive. MediaTek übernimmt dabei die Plattform NVLink Fusion. Nach Nvidias eigener Darstellung bietet sie Hyperscalern, Cloud-Anbietern und Entwicklern von Spitzenmodellen einen „prevalidated path“, also einen vorab geprüften Weg, eigene XPUs in NVLink-verbundene Rack-Systeme zu bringen. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe, die nicht unabhängig geprüft ist. Nvidia hat nach eigener Mitteilung außerdem 3,5 Milliarden US-Dollar in von MediaTek ausgegebene Wandelanleihen investiert. Das ist weder eine Beteiligung noch eine Abnahmegarantie.

Das Portal techtimes verknüpft beide Themen. Nvidia habe die Anleihen „im Austausch dafür“ gekauft, dass MediaTek NVLink Fusion als Grundlage „jedes“ Custom-Chips nutzt. Ein ByteDance-Chip würde demnach mit Nvidia-Kapital finanziert in Nvidias Rack-Architektur laufen. Diese Gegenleistung und der Bezug zu ByteDance stehen weder in der Nvidia-Mitteilung noch in den vorliegenden Bloomberg-Auszügen. Dass ein ByteDance-Chip NVLink Fusion nutzen würde, ist unbelegt. Die Verknüpfung stammt von techtimes, nicht von Nvidia oder Bloomberg.

Warum ByteDance auf eigene Chips setzt: Exportregeln und der Qualcomm-Bericht

Laut Bloomberg können ByteDance wie auch Alibaba und Tencent die leistungsstärksten KI-Chips von Nvidia wegen US-Beschränkungen nicht kaufen. Huawei und andere heimische Anbieter decken die Nachfrage nicht vollständig. Die US-Exportregeln erlauben demnach die direkte Zusammenarbeit mit Chipdesignern, solange die erworbene KI-Rechenleistung eine festgelegte Obergrenze nicht überschreitet.

Bloomberg berichtete zudem, Qualcomm habe im Mai 2026 einen Deal über Millionen ASICs für KI-Workloads mit ByteDance geschlossen. Auch dieser Punkt liegt nur als Bericht vor. Laut cryptobriefing gab es bis Mitte Oktober 2026 keine bestätigten Berichte über die Verhandlungen mit MediaTek. Die vorliegenden Berichte der Fachmedien gehen zudem alle auf Bloomberg zurück.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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