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SEC untersucht KI-Hedgefonds nach 67-Prozent-Verlust

Die US-Börsenaufsicht hat Banken vorgeladen, die mit dem Fonds Situational Awareness Geschäfte machten. Der von Leopold Aschenbrenner geführte Fonds war im Juli kollabiert.

· Veröffentlicht: 25.08.2026 ·2 Min Lesezeit
SEC untersucht KI-Hedgefonds nach 67-Prozent-VerlustMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Der Hedgefonds heißt Situational Awareness und wird von Leopold Aschenbrenner geleitet.
  • Leopold Aschenbrenner ist ein ehemaliger Forscher bei OpenAI.
  • Der Fonds erlitt im Juli einen Wertverlust von etwa 67 %.
  • Der Fonds musste viele seiner Trades auflösen, und der Hedgefonds Citadel von Kenneth Griffin kaufte einen Großteil des öffentlichen Aktienportfolios.
  • Die SEC untersucht den Fonds und hat Banken, die mit dem Fonds Geschäfte machten, vorgeladen.
  • Der Fonds hielt eine private Beteiligung an Anthropic im Wert von etwa 5 Milliarden US-Dollar.

SEC nimmt KI-Hedgefonds nach 67-Prozent-Verlust ins Visier

Die US-Börsenaufsicht SEC hat eine Untersuchung gegen den KI-fokussierten Hedgefonds Situational Awareness eingeleitet. Wie die New York Times berichtet, hat die Behörde Banken vorgeladen, die Geschäfte mit dem Fonds abgewickelt haben. Die Vorladungen markieren eine neue Eskalationsstufe: Zuvor war lediglich über den massiven Wertverlust und die erzwungene Auflösung von Positionen berichtet worden. Der Fonds unter der Leitung des 24-jährigen ehemaligen OpenAI-Forschers Leopold Aschenbrenner hatte auf eine Vielzahl von KI-Investments gesetzt und zeitweise ein rasantes Wachstum verzeichnet. Ende Juli löste dann ein Kursrückgang bei KI-Aktien einen Wertverlust von etwa 67 Prozent aus und vernichtete Milliarden an Vermögen. Der hoch gehebelte Fonds geriet in eine Margen-Krise; die Prime Broker mussten rasch Liquidität beschaffen, um Margin-Anforderungen zu erfüllen. Situational Awareness löste in der Folge viele seiner Trades auf. Die SEC-Untersuchung richtet sich nun auf die Umstände des Beinahe-Kollapses.

Junger Gründer, hoher Hebel, prominenter Käufer

Leopold Aschenbrenner, 24 Jahre alt, ist ein ehemaliger Forscher bei OpenAI. Er war Teil des Superalignment-Teams, bevor er im April 2024 entlassen wurde – nach eigenen Angaben zu Unrecht. 2024 veröffentlichte er einen viel beachteten Essay mit dem Titel Situational Awareness, der dem Hedgefonds seinen Namen gab. Der Fonds nutzte nach Angaben aus dem Umfeld einen Brutto-Leverage von etwa 400 Prozent. Diese Hebelwirkung verwandelte den Marktausverkauf im Juli in eine Margen-Krise: Als die KI-Aktien fielen, musste der Fonds rasch Sicherheiten nachschießen. Der Hedgefonds Citadel von Kenneth Griffin übernahm einen Großteil des öffentlichen Aktienportfolios von Situational Awareness. Die private Beteiligung an Anthropic im Wert von etwa 5 Milliarden US-Dollar behielt der Fonds dagegen.

Unklare Größe: 20 oder 45 Milliarden Dollar verwaltet?

Beim verwalteten Vermögen vor dem Kollaps widersprechen sich die Angaben. Einige Quellen nennen etwa 20 Milliarden US-Dollar, andere bis zu 45 Milliarden US-Dollar. Die Diskrepanz könnte auf unterschiedliche Zeitpunkte zurückgehen – möglicherweise wird der Spitzenwert nach starken Zuflüssen mit dem Wert kurz vor dem Kollaps verwechselt. Eine offizielle Bestätigung durch den Fonds fehlt.

KI-Hype trifft Marktrealität

Die Reddit-Community zeigt sich wenig überrascht: Sol_Hando in r/slatestarcodex kommentiert ironisch, dass ein überhebelter Junggründer in einem Bullenmarkt scheitert – „was für eine erstaunliche Geschichte, die definitiv noch nie passiert ist“. alchemist0303 in r/quant spottet über „AI Bros“, die glauben, sich mit Claude zu einer Sharpe-Ratio von 3 zu tricksen. Und djobouti_phat in r/quant fragt sich, wie so viel „dummes Geld“ zusammenkommen konnte.

M
Manuel Peter
Redaktion · KI-Regulierung & Recht

Manuel Peter verfolgt für KI Spotlight die rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz: den EU AI Act, Datenschutz, Haftungsfragen und Governance. Er ordnet ein, was neue Vorgaben konkret bedeuten – ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung.

Quellen

  1. cnbc.com ↗

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