PC-Auslieferungen sinken im dritten Quartal um 21 Prozent auf 57 Millionen Geräte
Counterpoint meldet vorläufig ein Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Teurer Speicher, eine hohe Vergleichsbasis und früherer Lageraufbau belasten den Markt, für das vierte Quartal erwartet das Institut einen weiteren Rückgang.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Counterpoint meldet für Q3 2026 weltweit 57 Mio. PC-Auslieferungen, minus 21 % im Jahresvergleich.
- Gegenüber Q2 2026 sanken die Auslieferungen um 13,8 %.
- Hohe Speicher- und andere Komponentenkosten erhöhen PC-Preise und bremsen die Nachfrage.
- HP verzeichnete mit 10,3 Mio. Einheiten (-31 %) den stärksten Rückgang unter den Top 6.
- Counterpoint prognostiziert für Q4 2026 einen Rückgang von 27 % im Jahresvergleich.
PC-Auslieferungen sinken im dritten Quartal um 21 Prozent auf 57 Millionen Geräte
Weltweit haben die PC-Auslieferungen im dritten Quartal 2026 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr nachgegeben, auf 57 Millionen Geräte. Das meldet Counterpoint Research in vorläufigen Daten vom 22. Oktober 2026. Im Vergleich zum zweiten Quartal beträgt das Minus 13,8 Prozent. Bis einschließlich des zweiten Quartals 2026 waren die Auslieferungen zwei Jahre lang gewachsen.
Es geht dabei um Lieferungen in den Vertriebskanal, nicht um Käufe durch Endkunden. Die Schlagzeile „Verkäufe“, die in Meldungen häufig auftaucht, ist daher verkürzt.
IDC beziffert den Rückgang auf 20,1 Prozent, auf 62,7 Millionen Geräte (Vorjahr: 78,5 Millionen). Nach IDC-Angaben ist es der größte Rückgang, den das Institut je in einem dritten Quartal erfasst hat. Omdia meldet ein Minus von 21,2 Prozent auf 58,1 Millionen Geräte, den stärksten Rückgang seit dem ersten Quartal 2023. Die absoluten Werte weichen voneinander ab, weil die Institute unterschiedlich erheben. Beim prozentualen Rückgang liegen alle drei zwischen 20 und 22 Prozent. Für Gartner nennt ein Sekundärbericht 55,4 Millionen Geräte, ein Minus von 22,4 Prozent. Eine Primärquelle von Gartner liegt nicht vor.
Teurer Speicher, hohe Vorjahresbasis und vorgezogener Lageraufbau
Counterpoint sieht die Ursache in hohen Speicher- und anderen Komponentenkosten. Die Teile verteuern die Geräte und drücken die Nachfrage. Die Konsumenten halten sich zurück, weil höhere Preise einen Ersatzkauf schwerer rechtfertigen. Das Geschäftskundensegment hielt sich dank Flottenerneuerungen und der Windows-Migration relativ stabil. Den Rückgang konnte es jedoch nicht auffangen.
Hinzu kommt die Vergleichsbasis. Im dritten Quartal 2025 hatten Käufe vor dem Ende des Windows-10-Supports und zollbedingte Lagerbereinigungen das Wachstum getragen. Das vergrößert das Minus im Jahresvergleich. IDC führt außerdem an, dass Hersteller und Vertriebskanäle früher im Jahr Lager aufgebaut hatten, weil sie steigende Speicherpreise erwarteten. Damit fielen Bestellungen, die sonst im dritten Quartal angefallen wären, schon vorher an.
Wie stark die einzelnen Faktoren wirken, beziffert keine der Quellen. Einen Zusammenhang zwischen KI und der Verteuerung des Speichers belegt das vorliegende Material nicht.
HP verliert am stärksten, Apple und Asus gewinnen Anteile
Die Counterpoint-Zahlen liegen nur in Sekundärberichten vor. Demnach bleibt Lenovo mit 15,0 Millionen Geräten (minus 23 Prozent) Marktführer. HP folgt mit 10,3 Millionen Geräten und verliert mit 31 Prozent am stärksten unter den sechs größten Anbietern. Dell kommt auf 7,6 Millionen (minus 25 Prozent), Apple auf 5,6 Millionen (minus 11 Prozent) und Asus auf 5,2 Millionen. Apple und Asus fielen weniger stark als der Markt und gewannen Anteile. Der in einem Bericht genannte Zuwachs von 19,4 Prozent bei Asus bezieht sich auf das zweite Quartal, nicht auf das Vorjahr.
Omdia unterscheidet nach Bauformen. Desktops sanken um 23,5 Prozent auf 11,7 Millionen Geräte. Notebooks verloren 20,6 Prozent und kamen auf 46,4 Millionen. Beide Werte schließen Workstations ein.
An der Börse blieb die Reaktion am 23. Oktober gering. HP verlor 0,36 Prozent, Dell gewann 0,77 Prozent und Micron 2,46 Prozent. Einen Zusammenhang zwischen den Kursbewegungen und den Marktdaten belegen die Quellen nicht.
Counterpoint erwartet für Q4 ein Minus von 27 Prozent und für 2027 keine Erholung
Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert Counterpoint einen Rückgang um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemeint ist also ein Minus von 27 Prozent, nicht ein Schrumpfen auf 27 Prozent. Für das Gesamtjahr 2027 erwartet das Institut Stückzahlen, die gegenüber 2026 im Wesentlichen flach bleiben. Unternehmen, Schulen und Behörden müssen als Beschaffer demnach weiter mit hohen Preisen rechnen. Die zugrunde liegenden Daten bezeichnet Counterpoint ausdrücklich als vorläufig.



