Palantir behauptet: Maven lässt sich weder vom Konzern noch von der US-Regierung abschalten
Europa-Chef Louis Mosley spricht gegenüber Reuters von einer „kategorischen Zusicherung“. Anlass sind die Starshield-Störungen in der Ukraine. Unabhängig geprüft ist die Aussage nicht.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Palantirs Executive Vice President Louis Mosley sagt, weder Palantir noch die US-Regierung könnten das Maven Smart System abschalten.
- Ob Palantir-Mitarbeiter am Betrieb beteiligt sind, liegt laut Mosley im Ermessen des Kunden.
- Die NATO-Beschaffungsagentur NCIA schloss am 25. März 2025 die Beschaffung von MSS NATO für SHAPE ab.
- MSS NATO soll Daten aus klassifizierten und offenen Quellen zusammenführen und KI-Anwendungen einschließlich großer Sprachmodelle bereitstellen.
- Vizeadmiral James Morley zufolge ist Maven bei JFC Brunssum und SHAPE installiert.
Palantir sichert zu: „Es gibt keine Kill Switches“
Palantir will europäische Verbündete beruhigen. Weder das Unternehmen noch die US-Regierung könnten das Maven Smart System abschalten, so die Zusage. Das System nutzen der NATO-Militärstab und mehrere europäische Streitkräfte. Louis Mosley, Executive Vice President für Großbritannien und Europa, sagte das in einem Interview mit Reuters in Brüssel. Die Starlink-Meldungen der vergangenen Tage nannte er „extremely concerning“.
Für Software, die Kunden gekauft haben, gelte etwas anderes. Mosley: "Where customers have bought our software, they are in full operational control of that software. There are no kill switches. There's no ability for Palantir or the US government to reach in and switch it off." Ob Palantir-Mitarbeiter am Betrieb beteiligt seien, entscheide allein der Kunde. Solche Mitarbeiter seien meist Staatsbürger des jeweiligen Landes und hätten Zugang zu Verschlusssachen. Das System könne „absolutely be operated independently of us“.
Das ist eine Selbstauskunft des Herstellers. Eine unabhängige technische, vertragliche oder rechtliche Prüfung liegt im vorliegenden Material nicht vor. Offen bleibt, ob Mosley die Zusage technisch oder vertraglich meint. Er sagte lediglich, das System laufe unabhängig von Palantir. Zum Zeitpunkt: Euronews nennt „Mittwoch“, NV den 23. Oktober. Das Originaldatum des Reuters-Texts fehlt.
Maven ist in NATO-Hauptquartieren im Einsatz, Norfolk folgt 2026
Die NATO-Beschaffungsagentur NCIA schloss die Beschaffung von Maven Smart System NATO für das Allied Command Operations bei SHAPE am 25. März 2025 ab. Zwischen Anforderung und Vereinbarung lagen sechs Monate. Das System führt Daten aus klassifizierten und offenen Quellen zusammen und stellt KI-Anwendungen bereit, darunter große Sprachmodelle.
Nach Vizeadmiral James Morley, stellvertretender Kommandeur von JFC Norfolk, ist Maven bereits bei JFC Brunssum in den Niederlanden und bei SHAPE in Belgien installiert. JFC Norfolk soll es ab April oder Mai 2026 erhalten. Der Rollout betrifft alle operativen Hauptquartiere. Laut Reuters verarbeitet Maven Satelliten-, Radar- und Sensordaten, um europäischen Offizieren ein Lagebild zu liefern. Zu Vertragsinhalten enthält das Material keine Angaben.
Auslöser: gedrosseltes Starshield in der Ukraine
Anlass sind Störungen beim Starshield-Zugang der Ukraine. Kiew meldete eine Drosselung des militärischen SpaceX-Dienstes. Drohnen, die schneller als etwa 161 km/h flogen, verloren die Verbindung oder stürzten ab. Die Ukraine beschuldigte Washington. Laut Reuters-Berichten kam die Anordnung aus dem Weißen Haus. Trump und Musk bestreiten eine eigene Rolle.
Die Wiederherstellung meldeten das ukrainische Verteidigungsministerium und Selenskyj. Eine Quelle in der Region Donezk berichtete dem Sender CNN dennoch von einer Begrenzung. In Europa lösten die Vorgänge Sorgen vor Abhängigkeit von US-Technik aus. Darauf reagiert Palantir mit seiner Zusage.



