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HIVE und die 250 Millionen Dollar: Rückschau auf Paraguay-Ausgaben, keine neue KI-Zusage

Die Summe stammt nur aus einem Sekundärbericht. Sie betrifft überwiegend Bitcoin-Mining-Anlagen. Belegt ist bisher ein GPU-Cluster in Asunción.

· Veröffentlicht: 24.10.2026 ·2 Min Lesezeit
HIVE und die 250 Millionen Dollar: Rückschau auf Paraguay-Ausgaben, keine neue KI-ZusageMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • HIVE kaufte im Jan. 2025 den 200-MW-Wasserkraftstandort Yguazú in Paraguay, Absichtserklärung.
  • Phase 1 in Yguazú mit 100 MW ging im April 2025 in Betrieb.
  • Im Okt. 2025 vereinbarte HIVE weitere 100 MW in Yguazú als Phase 3.
  • Im Nov. 2025 meldete HIVE 300 MW Kapazität in Paraguay und über 24 EH/s global.
  • Im März 2026 ging der erste GPU-Cluster in Asunción mit Columbia-University-Workloads live.

250 Millionen Dollar: Rückschau auf 18 Monate, keine neue KI-Zusage

Die Meldung, der Bitcoin-Miner HIVE Digital Technologies investiere mehr als 250 Millionen US-Dollar in einen „KI-Hub“ in Paraguay, hält einer Prüfung nur eingeschränkt stand. Im vorliegenden Material stützt sie sich auf einen Sekundärbericht. cryptonews.net beruft sich auf CryptoBriefing. Demnach hat HIVE in den vergangenen 18 Monaten mehr als 250 Millionen Dollar in Rechenzentren in Paraguay gesteckt. Zusammen mit Bau und Energiebeschaffung nennt der Bericht ein Gesamtvolumen von über 400 Millionen Dollar.

Eine neue Investitionszusage ist darin nicht enthalten. Die Summe beschreibt Ausgaben der Vergangenheit, keinen künftigen Plan. Eine Primärquelle für die Zahl und für das Etikett „KI-Hub“ fehlt. Die HIVE-Mitteilungen im Material nennen beides nicht. Die Darstellung deutet bestehende, überwiegend auf Bitcoin-Mining ausgerichtete Investitionen als KI-Vorhaben um. Als Fakt ist sie deshalb nicht zu übernehmen.

Asunción: ein GPU-Cluster mit Columbia-Forschungsteam als erstem belegten Kunden

Der KI-Teil ist nur in kleinem Umfang belegt. Am 13. Januar 2026 kündigte HIVE ein Joint Venture mit Paraguays führendem Telekommunikationsanbieter an. Es soll die KI-Cloud BUZZ Cloud betreiben, gehostet in einem Tier-III-Rechenzentrum des Partners in Asunción. Nach Angaben von HIVE ist dies „one of the first purpose-built AI BUZZ Cloud platforms in the country“. Ob das stimmt, lässt sich aus dem Material nicht prüfen.

Am 18. März 2026 meldete HIVE, der erste GPU-Cluster in Asunción sei in Betrieb. Auf ihm laufen Live-Workloads eines Forschungsteams der Columbia University in New York. Aus diesem Proof of Concept heraus will HIVE künftig Tier-III-Kapazität in Yguazú aufbauen. Dafür sind Infrastruktur-Upgrades nötig. Angaben zu Investitionssummen, zur Größe des Clusters oder zu weiteren Kunden enthält das Material nicht.

Mining trägt den Umsatz, bei den Megawatt-Angaben bleibt vieles offen

Das Geschäft bleibt vom Mining geprägt. Im Geschäftsjahr bis 31. März 2026 erzielte HIVE nach eigenen Angaben 297,8 Millionen Dollar Umsatz. Davon stammen 278,3 Millionen aus Bitcoin-Mining, 19,5 Millionen aus HPC-Hosting. Die Anlagen in Paraguay stehen in Valenzuela und Yguazú. Sie beziehen Strom aus der Itaipú-Wasserkraft.

Bei den Kapazitäten widersprechen sich die Mitteilungen. Am 10. November 2025 meldete HIVE 300 Megawatt in Paraguay. Eine „Phase 3 Valenzuela“ mit 100 MW nannte das Unternehmen abgeschlossen. Die Vereinbarung vom 21. Oktober 2025 beschreibt Yguazú dagegen mit 300 MW Auslegungskapazität. Dort soll eine „Phase 3“ Paraguay auf 400 MW bringen. Laut Sekundärbericht ist das dritte Quartal 2026 als Ziel genannt, eine Bestätigung dafür nennt er nicht. Ob die 300 MW installiert, in Betrieb oder nur ausgelegt sind, lässt sich aus dem Material nicht klären. Ebenso offen bleibt, wie die 400-MW-Stufe einzuordnen ist.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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