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Offene Modelle als Token-Mehrheit: Was ein X-Beitrag prognostiziert und was die Daten hergeben

Ein Marktbeobachter hält ein hybrides Multi-Modell-Szenario für am wahrscheinlichsten. Die verfügbaren Zahlen messen jedoch Verschiedenes und belegen die Prognose nicht.

· Veröffentlicht: 24.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Offene Modelle als Token-Mehrheit: Was ein X-Beitrag prognostiziert und was die Daten hergebenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Laut Galaxy Research stieg der Anteil offener Modelle an OpenRouter-Token seit Mitte Mai auf 75 %.
  • Gemessen an Dollar-Ausgaben dominieren auf OpenRouter weiterhin geschlossene Modelle.
  • Nach Similarweb sank ChatGPTs Anteil am Web-Traffic generativer KI im August 2026 auf 55,5 %.
  • Laut Ramp AI Index zahlten im September 2026 43,8 % der US-Unternehmen für Anthropic, 40,6 % für OpenAI.
  • In der Woche des 21. September 2026 entfielen auf OpenRouter 24,4 % der Text-Anfragen auf DeepSeek.

X-Beitrag erwartet offene Modelle als Token-Mehrheit bei weiterhin starken Frontier-Labs

Ein Marktbeobachter, dessen Name im vorliegenden Material nicht auftaucht, hält in einem X-Beitrag ein hybrides Multi-Modell-Szenario für das wahrscheinlichste. Demnach stellen offene Gewichte voraussichtlich die überwältigende Mehrheit der Tokens. Die dominierenden Frontier-Labs verlieren Anteile, stehen laut Beitrag aber weiterhin gut da, Anthropic eingeschlossen. Infrastruktur und Anwendungen profitieren von Fragmentierung, Wettbewerb und sinkenden Margen auf Modellebene. Niedrigere Modellmargen treiben mechanisch die Nachfrage nach Rechenleistung, solange jemand das Training bezahlt.

Als Beleg führt der Beitrag Anthropics „$413 billion of real contractual commitments“ an sowie eine 37%-IRR-Rechnung für B200-Cluster auf Basis von Daten von 3Fourteen Research. Die Rechnung hängt laut Beitrag davon ab, dass der Mietpreis jährlich um 40 Prozent fällt. Das ist eine Aussage des Beitrags, keine belegte Marktlage. Der Text formuliert ausdrücklich eine Prognose („likely“), und die Zahlen liegen nur als Ausschnitt vor.

OpenRouter: 75 % der Tokens bei offenen Modellen, nach Dollar vorn die geschlossenen

Die Daten stützen die These nur zum Teil. Laut dem Newsletter von Galaxy Research ist der Anteil offener Modelle an der Token-Nutzung auf OpenRouter seit Mitte Mai um knapp ein Drittel auf 75 Prozent gestiegen. Bei den geschätzten ausgegebenen Dollar liegen auf der Plattform weiterhin geschlossene Modelle vorn.

Galaxy sieht chinesische offene Modelle als Motor der Massenware-Inferenz. Sie stellen die Aufschläge der Frontier-Labs von 60 bis 80 Prozent infrage. Der Text weist aber auch darauf hin, dass Unternehmen den Betrieb offener Modelle häufig an Anthropic oder OpenAI abgeben. Der Grund: Er erfordert technisches Feingefühl.

In der Woche des 21. September 2026 entfielen auf OpenRouter 24,4 Prozent der Text-Anfragen auf DeepSeek, vor Google und OpenAI. Diese Zahl misst Anfragen, nicht Tokens.

Die Grenzen der Daten sind eng. OpenRouter zählt Tokens (Prompt und Completion) nur über die eigene API, private Anfragen fallen heraus. Die Plattform selbst stellt klar, dass ihre Rankings weder Nutzer noch Ausgaben messen. Token-Zahlen zeigen den Umfang der Nutzung, nicht die Qualität eines Modells. Die Werte gelten damit für diese Plattform, nicht für den Gesamtmarkt.

Anthropic: kleiner Anteil am Web-Traffic, Vorsprung bei Unternehmen

Wie groß die Sorge um Anthropics Marktanteil ausfällt, hängt stark von der Messgröße ab. Nach Similarweb sank der Anteil von ChatGPT am Web-Traffic generativer KI von 73,3 auf 55,5 Prozent im August 2026. Gemini kommt auf 25,6 Prozent, Claude auf 9,3 Prozent. Eine andere Zusammenstellung nennt für September 56,4 Prozent für ChatGPT, 25,0 für Gemini und 9,6 für Claude.

Im Unternehmenssegment liegt dagegen Anthropic vorn. Menlo Ventures sieht für 2025 einen Anteil von 40 Prozent an der Enterprise-API-Nutzung, OpenAI kommt auf 27, Google auf 21 Prozent. Laut Ramp zahlten im September 2026 43,8 Prozent der US-Unternehmen für Anthropic, 40,6 Prozent für OpenAI.

Die Zahlen widersprechen sich nicht. Sie messen Verschiedenes: Web-Besuche, Unternehmensnutzung und API-Anteile, teils aus unterschiedlichen Jahren. Konkrete Zahlen zu den im Beitrag angesprochenen Anteilsverlusten liegen nicht vor.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. x.com ↗

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