Kevin Weils Warp Sciences startet mit 215 Millionen Dollar als Chemie-CRO
Das Start-up synthetisiert zunächst mit Chemikern Molekülvarianten für Pharmakunden. Roboter sollen schrittweise folgen. Abrechnungsmodell, Preise und Wettbewerbsvorteil sind offen.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Warp Sciences hat 215 Mio. US-Dollar eingesammelt und ist aus dem Stealth-Modus getreten.
- Die Bewertung nach der Runde liegt laut Unternehmen bei 865 Mio. US-Dollar.
- Lightspeed Venture Partners führte die Finanzierungsrunde an.
- Kevin Weil ist Mitgründer und CEO; zuvor war er Chief Product Officer bei OpenAI.
- Warp ist eine Chemie-CRO und entwickelt keine eigenen Medikamente.
Warp Sciences sammelt 215 Millionen Dollar ein
Warp Sciences tritt aus dem Stealth-Modus heraus und hat 215 Millionen US-Dollar eingesammelt. Nach der Runde liegt die Bewertung laut Unternehmen bei 865 Millionen US-Dollar. Unabhängig geprüft ist diese Zahl nicht.
Lightspeed Venture Partners führte die Finanzierung an. Beteiligt sind unter anderem IVP, Premji Invest, Lux Capital, Mayfield und Menlo Ventures. Zu den Angel-Investoren zählen laut den Berichten etwa Brian Armstrong, Sarah Friar, Mark Chen und Reid Hoffman. Die einzelnen Quellen nennen jeweils nur Teile dieser Liste.
CEO und Mitgründer ist Kevin Weil, zuvor Chief Product Officer und Vice President of Science bei OpenAI. Chief Scientific Officer ist Mitgründer Sol Reisberg, der zuvor die medizinalchemische Arbeit bei Terremoto Biosciences leitete. Den Start kündigte Weil in einem Beitrag auf X an. Bloomberg hatte vorab exklusiv berichtet.
Zunächst arbeiten Chemiker, Roboter sollen später übernehmen
Warp ist eine Auftragsforschungsorganisation (CRO) für Chemie. Eigene Medikamente entwickelt das Unternehmen nicht. Der erste Service ist die Analogsynthese in der Lead-Optimierung. Chemiker stellen Varianten eines vielversprechenden Moleküls her, und die Kunden vergleichen sie, um Kandidaten für die weitere Entwicklung auszuwählen. Laut Servicepage liegt der Fokus auf präklinischen Small-Molecule-Programmen. Die Mengen reichen vom Milligramm- bis in den Multigramm-Bereich. Typische Zielmoleküle erfordern fünf bis 15 Syntheseschritte.
Heute leiten erfahrene Chemiker die Arbeit. Die Automatisierung soll schrittweise folgen. Dafür tragen die Chemiker Kameras und Sensorhandschuhe, damit Roboter Laboraufgaben lernen können. Daten aus den physischen Experimenten sollen die KI-Modelle trainieren. Ein autonomes Synthesechemie-Labor nennen die Stellenausschreibungen des Unternehmens eine „long term vision“. Gleichzeitig suchen sie Medizinalchemiker für Kundenprojekte. Nach Angaben von aistify ist die Zahlung der Kunden an gelieferte Verbindungen geknüpft.
Eine Überschrift bei Hyper.ai behauptet, Warp berechne nur dann etwas, wenn Roboter die Moleküle synthetisieren. Diese Darstellung widerspricht den übrigen Quellen. Eine Primärquelle für ein solches Modell liegt nicht vor. Vermutlich vermischt der Text das Zielbild mit dem heutigen Zustand. Offen bleiben Preis pro Molekül, Erfolgskriterium und die Verteilung des Risikos zwischen Warp und Kunden.
Die Rückholung der Variantensynthese aus China ist bislang ein Anspruch
Laut Bloomberg und TechCrunch will Warp die Variantensynthese in die USA zurückholen. Bisher wird sie überwiegend an Firmen in China ausgelagert. TechCrunch nennt WuXi AppTec als Beispiel eines solchen Auftragnehmers.
Warp will nach eigener Darstellung bei Geschwindigkeit, Kosten und dem Schutz geistigen Eigentums konkurrieren. Belegt ist das bisher nicht. Es gibt weder veröffentlichte Preise noch Durchlaufzeiten oder Vergleichsdaten. Keine der Quellen nennt namentlich einen Kunden.



