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Microsoft zieht sich aus Nscale-Rechenzentrum in Loughton zurück

Medienberichten zufolge verzögert sich der Stromanschluss bis in die 2030er-Jahre. Beide Unternehmen betonen, die Partnerschaft bestehe fort.

· Veröffentlicht: 25.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Microsoft zieht sich aus Nscale-Rechenzentrum in Loughton zurückMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Microsoft hat sich vom geplanten Nscale-Rechenzentrum in Loughton zurückgezogen.
  • Nscale bestätigt die Vertragskündigung durch Microsoft; andere Verträge seien nicht betroffen.
  • UK Power Networks kann Strom für den Standort erst in den frühen bis mittleren 2030er-Jahren liefern.
  • Das Projekt sah 50 MW, 23.040 Nvidia GB300 GPUs und Lieferung im ersten Quartal 2027 vor.
  • Die Warteschlange für Nachfrageanschlüsse am Übertragungsnetz wuchs in sechs Monaten bis Juni 2025 um 460 %.

Microsoft beendet Loughton-Vertrag, Strom laut Berichten erst in den 2030ern

Microsoft hat den Vertrag für das geplante KI-Rechenzentrum des britischen Anbieters Nscale in Loughton (Essex) aufgelöst. Beide Unternehmen haben das bestätigt. Ein Microsoft-Sprecher sprach von „einem einzelnen Standort“ und erklärte, man bleibe der Partnerschaft mit Nscale verpflichtet. Crypto Briefing nennt den 18. Oktober 2026 als Datum der Beendigung. Network World zufolge hatte zuerst die Telegraph berichtet.

Als Grund nennen Medien eine Verzögerung beim Netzanschluss. Laut einem Guardian-Bericht, den TechTarget zitiert, teilte UK Power Networks Nscale mit, der Standort könne erst in den frühen bis mittleren 2030er-Jahren ausreichend Strom erhalten. Das wäre Jahre nach der geplanten Eröffnung. Crypto Briefing nennt denselben Zeitraum.

Bislang stützt sich diese Ursache nur auf Medienberichte und eine indirekte Bestätigung durch Nscale. Eine eigene Stellungnahme von Microsoft oder UK Power Networks zum Grund gibt es nicht. In den zitierten Aussagen nennt Microsoft keine Ursache. Dass allein der Strom den Ausschlag gab, ist eine Zuspitzung von Crypto Briefing.

Nscale und Microsoft hatten das Projekt am 16. September 2025 angekündigt. Geplant waren 50 Megawatt, skalierbar auf 90 Megawatt, zunächst mit 23.040 Nvidia-GB300-GPUs und Lieferung im ersten Quartal 2027. Die Kapazität sollte Microsofts Azure-Dienste in Großbritannien versorgen.

Nscale hält an Loughton fest und prüft andere Stromquellen und Standorte

Ein Nscale-Sprecher bestätigte die Kündigung. Das Unternehmen fühle sich Loughton und dem Vereinigten Königreich weiterhin verpflichtet. Es prüfe alternative Stromquellen für den Standort sowie weitere Erweiterungsflächen im Land. Das Problem nannte der Sprecher „unfortunate London-wide grid issue“. Die Beziehung zu Microsoft sei „strong and long-term“, andere Verträge seien nicht betroffen. Diese Einschätzung stammt vom Unternehmen selbst. Sie stellt den Vorfall als externes, einmaliges Problem dar.

Der Loughton-Vertrag war Teil einer größeren Geschäftsbeziehung. Am 15. Oktober 2025 hatte Nscale eine Erweiterung mit Microsoft bekanntgegeben: rund 200.000 Nvidia-GB300-GPUs in vier Ländern. Dazu gehörten ein Campus in Texas mit etwa 104.000 GPUs und Sines in Portugal mit rund 12.600 GPUs. Der Vertrag bekräftigte damals auch die Pläne für Loughton. Laut Microsoft und Nscale betrifft der Rückzug nur diesen einen Standort.

Anschlusswarteschlange im Netz wächst um 460 Prozent

Wie stark die Netzlage den Fall Loughton erklärt, ist aus dem vorliegenden Material nicht ersichtlich. Die britische Regierung meldete, die Warteschlange für Nachfrageanschlüsse am Übertragungsnetz sei in den sechs Monaten bis Juni 2025 um 460 Prozent gewachsen. Spekulative Anträge hätten zu Wartezeiten von bis zu 15 Jahren beigetragen. Die Regierung konsultiert nun Maßnahmen, mit denen strategische Projekte wie Rechenzentren und AI Growth Zones bevorzugt angeschlossen werden könnten.

UK Power Networks betreibt allerdings das Verteilnetz, die genannte Warteschlange betrifft das Übertragungsnetz. Auch die Angaben des Netzbetreibers NESO (über 700 beziehungsweise über 800 Gigawatt, Wartezeiten bis zu zehn Jahre) beziehen sich vermutlich auf andere Stichtage und Bezugsgrößen.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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