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AI Graveyard: TechCrunch verkürzt S&P-Zahl zu 42 Prozent aufgegebener KI-Initiativen

Die Zahl stammt aus einer S&P-Erhebung von 2025 und bezieht sich auf den Anteil der Unternehmen, nicht der Projekte. Die Einzelfälle Relay, Humane und Character.ai sind belegt. Manche Datumsangaben der Quellen sind jedoch nicht belegt.

· Veröffentlicht: 25.10.2026 ·2 Min Lesezeit
AI Graveyard: TechCrunch verkürzt S&P-Zahl zu 42 Prozent aufgegebener KI-InitiativenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Humane beendete im Februar 2025 das AI-Pin-Geschäft, nachdem 230 Mio. US-Dollar eingesammelt worden waren.
  • HP übernahm den Großteil der Assets für 116 Mio. US-Dollar.
  • Laut Galileo verwarf das durchschnittliche Unternehmen 46 Prozent seiner KI-Proofs-of-Concept.
  • Character.ai hat fünf Jahre nach dem Start Insolvenz angemeldet.

TechCrunch-Liste zitiert 42-Prozent-Zahl als Anteil aufgegebener KI-Initiativen

TechCrunch sammelt unter dem Stichwort „AI Graveyard“ gescheiterte KI-Produkte und Startups, darunter Relay, Character.ai und Humane. Als Rahmen dient eine Zahl von S&P Global Market Intelligence: Rund 42 Prozent der KI-Initiativen würden letztlich von ihren Muttergesellschaften aufgegeben. Auch hyper.ai und tradersunion.com übernehmen diese Angabe.

Neu ist die Zahl nicht. Fortune, ein Blog und ein Fachbeitrag nennen dieselben 42 Prozent aus der S&P-Erhebung von 2025. Grundlage ist eine Umfrage unter mehr als 1.000 Befragten. Im Vorjahr waren es 17 Prozent. Zusätzlich verwarf das durchschnittliche Unternehmen demnach 46 Prozent seiner Proofs of Concept. Eine neue S&P-Erhebung ist im Material nicht belegt. Neu ist allein die Bündelung in der Liste.

Die S&P-Originalseiten waren nicht abrufbar. Der Server verweigerte den Zugriff. Die Zahlen beruhen deshalb auf mehreren Sekundärquellen, die untereinander übereinstimmen.

Aus „Unternehmen mit mehrheitlich eingestellten Projekten“ wird „aufgegebene Initiativen“

Die Sekundärquellen beschreiben die 42 Prozent als Anteil der Unternehmen, die die Mehrheit ihrer KI-Initiativen eingestellt haben. TechCrunch und hyper.ai machen daraus den Anteil der Initiativen, die aufgegeben werden. Das ist mehr als eine stilistische Abweichung. Ein Unternehmen, das die Mehrheit seiner Projekte stoppt, steht für eine unbestimmte Zahl von Projekten, nicht für 42 Prozent aller Vorhaben.

Wer einen Anteil auf Projektebene sucht, findet ihn eher in der zweiten Kennzahl. Laut Galileo verwarf das durchschnittliche Unternehmen 46 Prozent seiner Proofs of Concept zwischen Pilotphase und breiter Einführung. Was S&P im Original formuliert, lässt sich ohne Zugriff auf die Primärseite nicht klären.

Der Zeitbezug ist ebenfalls uneinheitlich. Fortune und der Blog schreiben „so far this year“, Galileo ordnet die Zahl dem Jahr 2025 zu. TechCrunch präsentiert sie im Oktober 2026 ohne Jahresangabe, als wäre sie aktuell.

Humane, Relay und Character.ai: Was die Quellen zu den Einzelfällen hergeben

Humane beendete im Februar 2025 das Geschäft mit dem AI Pin, nachdem das Unternehmen 230 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte. HP übernahm den Großteil der Assets für 116 Millionen US-Dollar. Relay, eine KI-Automatisierung als Alternative zu Zapier, wurde im August eingestellt, nachdem OpenAI, Google und andere ähnliche Funktionen in ihre Plattformen integriert hatten. Ein Jahr nennt der Auszug nicht. Character.ai meldete fünf Jahre nach dem Start Insolvenz an, ebenfalls ohne Datum.

Bei Daten ist Vorsicht geboten. tradersunion.com widerspricht sich selbst und spricht etwa von „July 2027's iOS 27 beta“, obwohl dieser Zeitpunkt in der Zukunft liegt. Daten aus dieser Quelle sind nicht ungeprüft zu übernehmen.

Die Datenbank FalcoScan listet 138 von 8.405 beobachteten Produkten als eingestellt oder übernommen. Sie ist eine einzelne Sammlung und kein Maß für Unternehmensprojekte.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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