Simile erreicht 2 Milliarden Dollar Bewertung und liegt vor Aaru
Das Startup sammelt eine Series B über 200 Millionen Dollar ein und liegt damit bei der doppelten Aaru-Bewertung. Belege für die Genauigkeit der Simulationen fehlen nach wie vor.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Simile schloss eine Series B über 200 Mio. Dollar bei 2 Mrd. Dollar Bewertung ab, angeführt von Greenoaks.
- Simile hat insgesamt über 300 Mio. Dollar eingesammelt, inklusive 100 Mio. Dollar Series A im Februar 2026.
- Simile wurde 2025 in Palo Alto von Joon Sung Park gegründet.
- Simile bietet simulierte Nutzer für Marketing- und Produktforschung an, zum Testen von Szenarien.
- CVS Health ist Investor über CVS Health Ventures und zugleich Kunde von Simile.
Simile erreicht 2 Milliarden Dollar Bewertung und liegt vor Aaru
Das Startup Simile hat eine Series B über 200 Millionen Dollar abgeschlossen. Die Bewertung liegt bei 2 Milliarden Dollar. TechCrunch gibt diese Angaben als Mitteilung des Unternehmens wieder. Eine Sekundärquelle, der Vergleichstext von valueaddvc.com, nennt mehr als 200 Millionen Dollar. Den exakten Betrag enthält das Material nicht. Dass es sich um Rundung handelt, ist wahrscheinlich, belegt ist es nicht.
Angeführt hat die Runde Greenoaks. Beteiligt waren Index Ventures, Hanabi, Bain Capital Ventures, A*, Factory, Definition und CVS Health Ventures. CVS Health zählt zugleich zu den prominenten Kunden von Simile. Investor und Abnehmer sind hier also dieselbe Organisation, und bei der Einordnung der Kundenreferenz ist das zu berücksichtigen. Als Abschlussdatum nennt valueaddvc.com den 30. Juli 2026.
Die Runde folgte fünf Monate nach dem Ende der Stealth-Phase und einer Series A über 100 Millionen Dollar unter Führung von Index Ventures. Rechnet man beide Runden zusammen, ergibt sich eine Gesamtsumme von mehr als 300 Millionen Dollar. Weil der B-Betrag unscharf ist, handelt es sich dabei um eine Untergrenze.
Aaru hatte im Dezember 2025 eine Series A eingesammelt, bei einer „Headline“-Bewertung von 1 Milliarde Dollar. Simile liegt nun beim Doppelten. Sämtliche Zahlen stammen vom Startup, von TechCrunch oder von valueaddvc.com. Geprüfte Umsatzzahlen hat laut valueaddvc.com weder Simile noch Aaru veröffentlicht.
Simulierte Nutzer statt Umfragepanels: Was Simile verspricht
Simile verkauft Generative-Agent-Simulationen für Marketing- und Produktforschung. Unternehmen sollen damit Szenarien in Minuten statt Monaten testen, ohne vorher reale Personen zu befragen. Gegründet hat die Firma 2025 in Palo Alto Joon Sung Park, Stanford-Doktor und Urheber des Projekts „Smallville“ aus dem Jahr 2023. Darin bewegten sich KI-Agenten durch ein simuliertes Leben, bis hin zu Partys. Park beschreibt Simile als angewandtes KI-Labor zur Simulation menschlichen Verhaltens.
Wie weit die Versprechen reichen, zeigen die Aussagen des Unternehmens. Nach eigenen Angaben kosten die Simulationen 50 bis 90 Prozent weniger als klassische Marktforschung und liefern Ergebnisse sofort. Simile will „alle acht Milliarden Menschen auf der Erde genau und ehrlich“ simulieren. Park nennt Simile die „GPU of intelligence“, die die Vielfalt menschlicher Werte und Präferenzen abbilden soll. Als Vision gibt er ein „CERN of human society“ aus. TechCrunch hält das Ziel für „preposterous“, weil Marktforschung gerade deshalb existiere, weil Menschen unberechenbar seien. Das Blatt sieht in simulierten Nutzern gleichwohl ein vielversprechendes Feld.
Prüfen ließen sich die Angaben auf drei Wegen. Unabhängige Genauigkeitsstudien könnten Simulationen mit realen Umfragen und Verhaltensdaten vergleichen. Veröffentlichte Benchmarks und begutachtete Arbeiten würden die Leistung messbar machen. Preislisten und Kundenverträge schließlich wären die Grundlage für einen Kostenvergleich. Das Material enthält nichts davon.
Ersatz oder Screening-Werkzeug: Altis-Befragung widerspricht dem Verkaufsversprechen
Simile tritt mit dem Anspruch auf, Marktforschung zu ersetzen. Laut valueaddvc.com zahlen Kunden aus der Fortune 100 sechs- bis siebenstellige Beträge pro Jahr. Eine Analyse von Altis zeichnet ein anderes Bild. Von 21 befragten Personen, darunter Vertreter von 6 Fortune-500-Kunden, hat nach Angaben des Analysehauses keine ein menschliches Panel ersetzt. Die Werkzeuge dienen demnach eher dem Screening, also Vorab-Experimenten vor der eigentlichen Befragung.
Verkaufsanspruch und berichtete Nutzung sind unterschiedliche Aussagen und müssen einander nicht ausschließen. Die Altis-Erhebung ist eine eigene Experteninterview-Analyse mit kleiner Stichprobe. Unabhängig geprüft ist keine der beiden Positionen.
Einkäufer sollten die Genauigkeitsversprechen deshalb selbst prüfen, bevor sie Panels durch Simulationen ersetzen. Stimmen klassischer Marktforscher enthält das Material nicht.


