Google: Gemma 4 antwortet von einer TPU im Orbit
Der Prototyp-Satellit von Project Suncatcher hat nach Angaben des Konzerns ein Haiku zur Erde gesendet. Die entscheidenden Tests zu Hitze und Strahlung stehen noch aus.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Google startete am 1. Oktober den Prototyp-Satelliten für Project Suncatcher.
- Google meldet den Meilenstein Hello World: die erste KI-Antwort einer Rechenzentrums-TPU im Orbit.
- Ein Prompt wurde per Uplink an das Bordmodell Gemma 4 gesendet und per Downlink zurückgeholt.
- Der nächste Meilenstein sind zwei vernetzte Satelliten im Jahr 2027.
- Der Satellit trägt vier TPUs und erzeugt bis zu 1 kW Strom.
Gemma 4 schickt ein Haiku aus dem Orbit zur Erde
Am 30. Oktober meldete Google den Meilenstein „Hello World“. Während eines Überflugs über eine Bodenstation schickten die Ingenieure einen Prompt per Uplink an Gemma 4, das offene Modell läuft an Bord. Sie baten um ein Haiku über das Dasein im Weltraum. Die Antwort kam beim Überflug über Svalbard in Norwegen per Downlink an:
„Blue marble below / Data streams in silent grace / Starlight feeds my core.“
Danach testete Google nach eigener Darstellung Weltraum-Limericks sowie Telemetrie-Prompts. Bei letzteren meldet das Modell den technischen Status der Nutzlast-Systeme. Das lässt sich als Hinweis lesen, dass Chip und Satellitenbus miteinander kommunizieren.
Google spricht von der „first-ever“ KI-Antwort einer TPU der Rechenzentrumsklasse („data center class“) im Orbit. Das ist eine Herstellerangabe. Eine Recherche zu vergleichbaren Projekten blieb ergebnislos. Der Zusatz „data center class“ schränkt den Anspruch allerdings ein.
Vier TPUs an Bord, aber nur eine läuft für rund 20 Minuten
Der Prototyp startete laut Google am 1. Oktober. TechCrunch zufolge flog er auf einer Falcon 9 von SpaceX, zusammen mit mehr als 100 weiteren Raumfahrzeugen. Die Inbetriebnahme dauerte rund drei Wochen. Das Team fuhr dabei den Host und die TPU-Trays hoch und absolvierte frühe Machine-Learning-Tests erfolgreich.
Der Satellit erzeugt laut TechCrunch bis zu 1 kW Strom. Wegen dieses Strombedarfs kann nur eine TPU etwa 20 Minuten am Stück laufen. Das erschwert die Kommunikation zwischen Weltraum und Boden zusätzlich. Ein Google-Sprecher sagte dem Portal, der Satellit arbeite nominal.
Bei der Zahl der TPUs gibt es eine Abweichung. TechCrunch nennt vier. Silicon Report berichtet von einer einzelnen TPU und beruft sich dabei auf TechCrunch. Vermutlich handelt es sich um eine ungenaue Wiedergabe. Die Google-Blogbeiträge nennen keine Zahl, eine Primärbestätigung fehlt.
Hitze- und Strahlungstests stehen noch aus, zwei vernetzte Satelliten folgen 2027
Der Funktionsnachweis ist ein erster Schritt. Als Nächstes will Google prüfen, wie sich die TPUs unter thermischer Belastung und Strahlung im Orbit verhalten. Genau diese Bedingungen gelten als die eigentliche Hürde für Rechenleistung im All. Laufen die Tests gut, soll 2027 der nächste Meilenstein folgen: zwei vernetzte Satelliten.
Das Konzept ist nicht neu. Travis Beals stellte Project Suncatcher am 4. November 2025 als Forschungs-Moonshot vor. Gemeint sind solarbetriebene Satelliten-Konstellationen mit TPUs und optischen Freiraum-Verbindungen.
Googles Aussagen sind bislang unbelegte Herstellerangaben. Dazu gehört die Behauptung, die Chips hätten sich ihre „space wings“ verdient. Ebenso unbelegt ist die Angabe, ein Solarpanel sei im richtigen Orbit bis zu achtmal produktiver als auf der Erde. Unabhängig geprüft ist beides nicht.



