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Claude Code verweigert den Nachbau bestehender Spiele

Zwei Sätze im Prompt auf Opus 5.5 zielen auf Spiele-Klone. Anthropic-Mitarbeiter Addy Osmani bestätigt die Regel. Nutzer melden Fehlablehnungen in Nachbarbereichen.

· Veröffentlicht: 03.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Claude Code verweigert den Nachbau bestehender SpieleMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Anthropic-Regel verbietet Nachbau eines bestimmten existierenden Spiels, auch umbenannt oder als Original.
  • Chasm entdeckte die Regel um den 27. Oktober in Claude Code.
  • Addy Osmani bestätigte öffentlich, dass zwei Sätze für Opus 5.5 ergänzt wurden.
  • Begründung: Nachbau fremder Spiele verstößt laut Anthropic gegen die Usage Policy wegen IP-Verletzung.
  • Nutzer berichten Fehlablehnungen; Anthropic hat diese im Material nicht bestätigt.

Zwei Sätze im Prompt verbieten den Nachbau bestimmter Spiele

Seit Kurzem steht im Prompt von Claude Code eine Regel, die den Nachbau eines bestimmten, existierenden Spiels untersagt. Entdeckt hat sie der X-Nutzer Chasm um den 27. Oktober. Der Wortlaut lautet: "Do build original games, games in a genre, and games from the user's own designs and assets. Don't build a recreation of a specific existing game, even if it is renamed or called original." AI Weekly zitiert leicht abweichend mit "Do not build ...".

Addy Osmani von Anthropic hat die Änderung auf Twitter bestätigt. Dem Prompt von Claude Code auf Opus 5.5 seien zwei Sätze hinzugefügt worden, damit Claude kein fremdes, bestimmtes Spiel nachbaut. Als Grund nennt er: Die Nutzung von Claude zur Verletzung geistigen Eigentums verstoße gegen die Usage Policy. Originale Spiele, Genre-Spiele und Spiele aus eigenen Designs und Assets sollen laut Anthropic weiterhin funktionieren.

AI Weekly nennt für die Regel die Bezeichnung "tengu_heron_brook". Nach Angabe von Chasm lässt sie sich nicht abschalten.

Nutzer melden Fehlablehnungen bei Crash-Dumps, Anti-Cheat und Brettspielen

Nach der Entdeckung häufen sich Berichte über Ablehnungen, die mit dem Nachbau eines Spiels nichts zu tun haben. Genannt werden die Analyse eines Windows-Crash-Dumps, die Bereinigung von Samsung-TV-Junkware, Anti-Cheat-Entwicklung, Security-Reviews und das Tool "Reverse Engineer Anything". Auf GitHub berichten Nutzer außerdem, sie seien beim Erstellen digitaler Brettspiel-Module blockiert worden, ebenso beim Nachbau eines kommerziellen Brettspiels für den privaten Gebrauch.

Dabei handelt es sich um Nutzerberichte. Anthropic hat sie im vorliegenden Material nicht bestätigt. Betroffen wären demnach Spieleentwickler, Brettspiel-Designer, Sicherheitsforscher und Reverse Engineers. Zahlen zu Ablehnungsquoten liegen nicht vor.

Osmani bittet darum, ihm Fälle zu schicken, in denen Claude etwas Eigenes ablehnt. Anthropic suche die "richtige Balance". Das ist eine Herstellerangabe, die sich nur mit unabhängigen Tests an Grenzfällen prüfen ließe.

Reichweite bleibt auf Spiele begrenzt, offizielle Stellungnahme fehlt

Belegt ist die Regel nur für Spiele. Gizmodo rahmt das Thema als Schritt gegen das Klonen fremder Software allgemein. IGN spricht von einem "update for Claude". Osmanis Aussage ist enger gefasst: Sie nennt Claude Code auf Opus 5.5. Eine Änderung von Usage Policy oder Terms of Service ist nicht belegt. Neu sei laut Osmani die technische Steuerung über den Prompt.

Eine offizielle Stellungnahme von Anthropic liegt laut Eurogamer bislang nicht vor. Die Bestätigung stammt von einem einzelnen Mitarbeiter, Eurogamer hat bei Anthropic angefragt. Osmanis Titel wird in den Berichten uneinheitlich angegeben.

Der Hintergrund ist eine Debatte auf Steam um KI-generierte Spiele-Klone. Alliance Arts und Who You sagten Demo-Pläne ab. Valve prüft laut IGN eine Lösung.

M
Manuel Peter
Redaktion · KI-Regulierung & Recht

Manuel Peter verfolgt für KI Spotlight die rechtlichen und regulatorischen Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz: den EU AI Act, Datenschutz, Haftungsfragen und Governance. Er ordnet ein, was neue Vorgaben konkret bedeuten – ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung.

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