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Anthropic-Gründer sagen 80 Prozent ihrer Anteile für Philanthropie zu – verbindlich ist das nicht

Der Börsenantrag nennt außerdem einen Fonds mit 5 Prozent der Aktien und ein Spendenmatching für Mitarbeitende. Die Summe von rund 80 Milliarden Dollar hängt vom Angebotspreis ab, der noch fehlt.

· Veröffentlicht: 01.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Anthropic-Gründer sagen 80 Prozent ihrer Anteile für Philanthropie zu – verbindlich ist das nichtMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Die sieben Mitgründer wollen je 80 % ihres persönlichen Anthropic-Eigenkapitals philanthropisch widmen.
  • Die Zusage ist laut S-1-Filing nicht bindend.
  • Die Mitgründer halten zusammen rund 1,69 Mrd. Aktien, etwa 10 % des Unternehmens.
  • 5 % der Aktien sind für den Anthropic Public Benefit Fund vorgesehen, vorbehaltlich Aktionärszustimmung.
  • Mit Mitarbeiter-Matching sind grob 20 % der Aktien für das Gemeinwohl vorgesehen.

Gründer sagen 80 Prozent ihrer Anteile zu. Rechtlich bindend ist das nicht.

Im S-1-Börsenantrag legt Anthropic offen, dass die sieben Mitgründer jeweils 80 Prozent ihres persönlichen Eigenkapitals am Unternehmen philanthropischen Zwecken widmen wollen. Das Filing erschien am Montag. Genannt werden Dario Amodei, Daniela Amodei, Tom Brown, Jared Kaplan, Sam McCandlish, Chris Olah und Jack Clark. Gemeinsam halten sie rund 1,69 Milliarden Aktien, etwa 10 Prozent des Unternehmens. Das Filing stellt jedoch klar: Die Zusage ist nicht bindend. Dario Amodei hatte sie bereits im Januar in einem Essay skizziert.

Philanthropie-Fachleute reagieren laut Chronicle of Philanthropy vorsichtig bis skeptisch. Sie bemängeln vor allem die fehlende Verbindlichkeit und vage Formulierungen. Andere Stimmen sehen demnach die Chance, dass Hunderte Milliarden Dollar in die Branche fließen. Anthropic selbst beziffert Gründerzusagen, Fonds und Mitarbeiter-Matching zusammen auf rund 20 Prozent der Aktien „für das Gemeinwohl“. Das ist eine Herstellerangabe. Weil die Gründerzusage nicht bindend ist, beschreibt sie eher ein Ziel als eine feste Größe.

Rund 80 Milliarden Dollar bei 58,90 Dollar je Aktie. Beim Börsenpreis könnte es deutlich mehr sein.

Die Zahl von rund 80 Milliarden Dollar geht auf eine Rechnung von Fortune zurück. Grundlage ist der Preis von 58,90 Dollar je Aktie aus der jüngsten privaten Finanzierungsrunde. Die Gründeranteile wären damit rund 99,3 Milliarden Dollar wert. 80 Prozent davon ergeben etwa 79,4 Milliarden Dollar, im Schnitt rund 11 Milliarden Dollar je Gründer.

Der Wert ist vorläufig. Im S-1 fehlen der Angebotspreis und die Zahl der verkauften Aktien. Offen ist auch, wie viele Aktien jeder Gründer verkauft. Fortune rechnet mit einer IPO-Bewertung von 1,5 bis 2 Billionen Dollar, wie es einige Medienberichte nahelegen. Dann wären die Anteile zusammen bis zu etwa 200 Milliarden Dollar wert, und 80 Prozent lägen deutlich über 80 Milliarden Dollar. Festgelegt ist diese Bewertung nicht.

Davon zu trennen ist die Zahl von 300 Milliarden Dollar, die die Chronicle of Philanthropy nennt. Sie bezieht sich auf das Gesamtversprechen von rund 20 Prozent der Aktien, also einschließlich Fonds und Matching.

Fonds mit 5 Prozent der Aktien und Spendenmatching für Mitarbeitende

Daneben sollen 5 Prozent der Aktien an den Anthropic Public Benefit Fund gehen, eine LLC. Dafür ist die Zustimmung der Aktionäre nötig. Weitere 2 Prozent sind für jeden anhaltenden Kursanstieg um 50 Prozent über dem IPO-Preis vorgesehen.

Neue Mitarbeitende erhalten ein Spendenmatching. Für jede Aktie, die sie zusagen, schafft Anthropic eine zusätzliche. Nach Unternehmensangaben haben gut die Hälfte der Beschäftigten Aktien zugesagt: 70 Prozent der vor Mai 2024 Eingestellten und knapp 50 Prozent der später Eingestellten. Die frühere Gruppe bekam einen Match von bis zu 50 Prozent angeboten, 25 Prozent von ihnen sagten den vollen Betrag zu. Bei der späteren Gruppe lag der Match bei 25 Prozent. Knapp 30 Prozent sagten hier den vollen Betrag zu.

Anthropic plant außerdem Class-E-Aktien mit begrenztem Stimmrecht und ohne wirtschaftlichen Wert. Sie sollen Betriebszugehörigkeit und Spenden belohnen, etwa eine Aktie pro sechs Monate im Unternehmen.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

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