Alfozan bekennt sich im Abhörfall bei OpenAI nicht schuldig
Dem früheren OpenAI-Ingenieur wird das Abhören mündlicher Kommunikation vorgeworfen. Motiv und Umfang der Aufnahmen sind weiterhin offen.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Laut Anklage entdeckte OpenAI-Personal am 30. September ein verstecktes Audio-Aufnahmegerät im Führungs-Konferenzraum.
- Das FBI nahm Alfozan am 9. Oktober fest.
- Eine Grand Jury klagte Alfozan am 27. Oktober wegen Abhörens mündlicher Kommunikation an.
- Bei Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft und 250.000 US-Dollar Geldstrafe.
- Alfozan bekannte sich vor Magistrate Judge Peter Kang in San Francisco nicht schuldig.
Alfozan bekennt sich im Abhörfall bei OpenAI nicht schuldig
Der frühere OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan hat vor einem Bundesgericht in San Francisco auf nicht schuldig plädiert. Die Anklage lautet auf das Abhören mündlicher Kommunikation. Der Termin fand an einem Freitag vor Magistrate Judge Peter Kang statt. Alfozans Verteidiger ist David Rizk von der Kanzlei Rizk & Shearer, für die Anklage trat Nicholas M. Parker auf. Alfozan selbst sprach nur, um Namen und Alter zu nennen und zu bestätigen, dass er die Vorwürfe verstanden hat.
Nach Angaben von hyper.ai, die sich auf Gerichtsunterlagen beruft, bleibt der 35-Jährige ohne Kaution in Haft. Der nächste Termin ist demnach der 17. November. Warum er in Haft bleibt, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor. Hyper.ai ist bislang die einzige Quelle dafür.
Bei einer Verurteilung drohen bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar. Auch eine Abschiebung ist möglich. Alfozan ist saudischer Staatsangehöriger und besitzt eine US-Aufenthaltsgenehmigung (Green Card). Das FBI nahm ihn am 9. Oktober fest. Am 27. Oktober erhob eine Grand Jury Anklage.
Was die Anklage über das Gerät im Führungs-Konferenzraum behauptet
Die Vorwürfe stammen aus der Beschwerdeschrift und weiteren Dokumenten der Staatsanwaltschaft. Vor Gericht bewiesen sind sie bislang nicht. Demnach entdeckte OpenAI-Personal am 30. September bei einer Routinekontrolle ein Audio-Aufnahmegerät. Es steckte, in Toilettenpapier gewickelt, in einem USB-Port auf der Rückseite eines Fernsehers im Führungs-Konferenzraum. Nach Feststellung von OpenAI war es um den 28. September installiert worden. Die gespeicherten Inhalte waren verschlüsselt.
Laut Anklage diente der Raum regelmäßig Gesprächen über hochvertrauliche technische, kommerzielle und strategische Informationen. Alfozan habe keine Befugnis gehabt, ihn zu nutzen. Überwachungsvideos zeigen ihn mehrfach in der Nähe. Nach Angaben von The Scottish Sun geschah das an mehreren Tagen zwischen dem 8. und 29. September.
Zwischen dem 17. August und dem 16. September soll er einem KI-Assistenten Fragen zu Besprechungsräumen und deren Belegung gestellt haben. Im September habe er laut Anklage außerdem über einen mit dem Ehepartner verbundenen Chatbot gefragt, wie man ein Aufnahmegerät baut, installiert und aus der Ferne abruft.
Ein 11-seitiger Schriftsatz nennt einen WhatsApp-Kontakt zu einem nicht identifizierten Mitglied der saudischen Königsfamilie und eine geplante Ausreise nach Riad. Ermittler fanden demnach Hinweise auf weitere geplante Geräte. Alfozan war seit Juli 2025 bei OpenAI und wurde am 9. Oktober entlassen.
Motiv und Umfang der Aufnahmen bleiben offen
Unklar ist vor allem das Motiv. Laut BBC ist bislang nicht bekannt, was Alfozan mit den Aufnahmen vorhatte. Offen bleibt auch, wie viele Inhalte das Gerät tatsächlich aufgezeichnet hat. Warum er in Haft bleibt, nennt das Material ebenfalls nicht.
Die Beschreibungen seiner Rolle weichen voneinander ab. OpenAI führt ihn als Ingenieur im Produktteam. Nach hyper.ai nannte ihn ein Profil des saudischen Wagniskapitalgebers Raed Ventures „Engineering Lead at OpenAI“ und zugleich Venture Partner. Die Bezeichnungen stimmen nicht überein. Die Nebentätigkeit ist allein durch hyper.ai belegt.



