H200-Lizenz für leeres Gebäude: NYT zweifelt an US-Prüfung chinesischer Nvidia-Käufer
Laut Sekundärberichten über eine Recherche der New York Times hat das Handelsministerium Firmen freigegeben, deren Adresse leer war und die mit gelisteten Unternehmen verbunden sind. Ob Chips dort ankamen, ist offen.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Laut NYT hat das US-Handelsministerium chinesische Firmen für den Kauf oder die Handhabung fortgeschrittener Nvidia-KI-Chips zugelassen.
- New Matrix, eine rund 17 Monate alte chinesische Firma, darf H200-Chips in KI-Computern verbauen.
- Die NYT fand an der Adresse ein leeres Gebäude, und New Matrix fehlte im Gebäudeverzeichnis.
- Wise Road, ein chinesischer Private-Equity-Fonds, steht seit 2024 auf der Entity-List des US-Handelsministeriums.
- Ein zweiter Lizenznehmer, Maginfra, hatte bei einem Besuch im September ein leeres Büro.
Leeres Gebäude, freiliegende Kabel: Die Adresse des H200-Lizenznehmers New Matrix
Das US-Handelsministerium (Commerce) hat chinesische Firmen zugelassen, die mit US-gelisteten Unternehmen und Rüstungsauftragnehmern verbunden sind. Sie dürfen fortgeschrittene Nvidia-Chips kaufen oder handhaben. Das berichtet die New York Times (NYT) in einer Recherche vom Samstag. Die Angaben hier stützen sich auf Sekundärberichte; der NYT-Originaltext liegt nicht vor.
Im Zentrum steht New Matrix. Laut NYT ist die Firma rund 17 Monate alt und soll H200-Chips in KI-Server einbauen. Wie weit ihre Erlaubnis reicht, geben die Berichte unterschiedlich wieder. Manche beschreiben New Matrix als reine Montagefirma. Andere sprechen allgemeiner davon, dass sie Chips kaufen oder handhaben darf.
Die angegebene Adresse liegt in einem neu gebauten Industriepark am nordwestlichen Rand Pekings. Die NYT-Reporter fanden dort, so ihre Schilderung, ein leeres Gebäude. Von der Decke hingen Kabel, wo Lampen sein sollten. New Matrix fehlte im Gebäudeverzeichnis. Eine Empfangskraft und ein Manager der Immobilienverwaltung hatten laut NYT keinen Eintrag zur Firma.
Wise Road und Maginfra: Verbindungen zu gelisteten Firmen
Chinesische Firmenregister verbinden die Eigentümer von New Matrix laut NYT mit Wise Road, einem chinesischen Private-Equity-Fonds. Das Handelsministerium setzte den Fonds 2024 auf die Entity-List. Begründung: Er soll Peking beim Erwerb strategisch sensibler Halbleiterfirmen geholfen haben.
Einen zweiten Fall nennt die Zeitung mit Maginfra. Auch diese Lizenznehmerin hatte bei einem Besuch im September ein leeres Büro. Analysten bringen sie mit Inspur in Verbindung. Inspur steht wegen Arbeiten für das chinesische Militär auf der Entity-List.
Ob Chips tatsächlich bei gelisteten Firmen gelandet sind, ist nicht belegt. Die Berichte sprechen von einem breiteren Muster. In den vorliegenden Auszügen belegen sie es aber nicht im Einzelnen.
Rund zwei Dutzend Freigaben, widersprüchliche Angaben zur Umsatzbeteiligung
Insgesamt hat Commerce laut NYT rund zwei Dutzend chinesische Firmen freigegeben, darunter Baidu, BYD und Tesla Shanghai. Eine andere Quelle spricht von „dutzenden“ Firmen. Vermutlich handelt es sich um verschiedene Wiedergaben derselben Zahl. Ohne das Original lässt sich das nicht prüfen.
Zum Rahmen: Der H200-Verkauf nach China wurde am 8. Dezember 2025 erlaubt. Ab Mitte Januar 2026 prüfte Commerce die Exporte im Einzelfall. Im Januar genehmigte Peking bedingt rund 400.000 Chips für Firmen wie Alibaba, ByteDance und Tencent.
Die Angaben zur staatlichen Umsatzbeteiligung widersprechen sich. Ein Bericht nennt 25 Prozent, zwei andere nennen 15 Prozent. Das Material klärt nicht, woran das liegt.
Unter Druck geraten damit die Endverwender-Prüfung des Handelsministeriums und Nvidia. Auch Konzernchef Jensen Huang gerät unter Druck: Seine Kundenprüfung und Lobbyarbeit werden infrage gestellt. Reaktionen oder Folgen nennen die vorliegenden Berichte nicht.



