Unverifiziertes Video soll Umbau von RTX-5090-Karten zu KI-Servermodulen zeigen
HKEPC teilt Aufnahmen aus einer chinesischen Werkstatt. Echtheit, Stückzahl und Herkunft der Karten sind unbelegt. Laut Medienberichten ist die Praxis nicht neu.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- HKEPC teilte am 23. Oktober 2026 ein Video über RTX-5090-Umbauten; dessen Echtheit ist nicht belegt.
- Im Video sind laut Berichten Karten von ASUS ROG Astral, Nvidia Founders Edition, Gigabyte und PNY zu sehen.
- Die RTX 5090 hat 21.760 CUDA-Kerne sowie 32 GB GDDR7 mit rund 1,8 TB/s Bandbreite.
- Der UVP-Startpreis der RTX 5090 beträgt laut Gadgetreview 1.999 US-Dollar.
Video soll Umbau zu KI-Servermodulen zeigen
Das Hardwaremedium HKEPC hat am 23. Oktober 2026 ein Video geteilt. Es soll den Umbau einer Nvidia GeForce RTX 5090 in einer chinesischen Werkstatt zeigen. Laut hwbusters stammen die Clips nach Angaben von HKEPC von X. Ob die Aufnahmen echt sind, ist nicht unabhängig geprüft. Gesichert ist nur, dass das Video existiert und von mehreren Medien aufgegriffen wurde.
Der Beschreibung zufolge entfernen die Arbeiter zunächst die Kühler. Danach erhitzen sie die GB202-GPU und die GDDR7-Speicherchips und lösen sie von der Platine. Die Bauteile wandern auf eine andere Platine und werden mit einem 2-Slot-Blowerkühler kombiniert. Ein solcher Kühler bläst die Abluft direkt nach hinten aus dem Gehäuse. Dadurch lassen sich die Karten in einem Servergehäuse dicht nebeneinander montieren. Mit den großen Kühlern der Gaming-Modelle wäre das nicht möglich. Die Karten sollen als Module für KI-Server dienen.
Im Video sind Karten mehrerer Hersteller zu sehen, darunter die ASUS ROG Astral und die Founders Edition von Nvidia. Lesnumeriques nennt zusätzlich Verpackungen von Gigabyte und PNY. Hwbusters beschreibt die Szenerie eher als Produktionshalle denn als Bastlerwerkstatt. Auch dieser Eindruck stützt sich allein auf das unbestätigte Material.
Stückzahl, Knappheit und Preise bleiben unbelegt
Aus dem Video lässt sich die Zahl betroffener Karten nicht ableiten. Die Medien gehen auseinander. Cafebiz und TweakTown sprechen von Hunderten zerlegten Karten. Lesnumeriques berichtet von Tausenden pro Tag, eine thailändische Quelle von mehreren Tausend auf einer Produktionsstraße. Gadgetreview und XenoSpectrum weisen dagegen darauf hin, dass sich eine Gesamtzahl nicht bestätigen lässt. Die höheren Angaben wirken wie Zuspitzungen oder Hochrechnungen.
Auch der Zusammenhang mit der Knappheit der RTX 5090 ist offen. Die thailändische Quelle behauptet, der Aufkauf lasse die Karte in den USA und Europa aus dem Handel verschwinden. XenoSpectrum hält dagegen, das Video erlaube keine Aussage über die Versorgung des Gesamtmarkts. Gadgetreview nennt die Umbauten nur einen möglichen Grund. Ein belegter Kausalzusammenhang fehlt.
Die genannten 8.500 US-Dollar sind mit Vorsicht zu lesen. Die thailändische Quelle führt sie als Preis der RTX 5090 an. TweakTown nennt für modifizierte Karten auf Sekundärmärkten 8.500 bis fast 10.000 US-Dollar. Es geht also nicht um Einzelhandelspreise. Zum Vergleich: Der Startpreis (UVP) lag laut Gadgetreview bei 1.999 US-Dollar.
Die umgebauten Karten behalten offenbar den originalen Speicher von 32 GB. Funktionierende Versionen mit 64 oder 96 GB sind laut TweakTown nicht verifiziert, obwohl einzelne chinesische Anbieter sie angeblich anbieten.
Praxis gilt als bekannt, Beschaffungsweg bleibt offen
Neu ist vor allem das Videomaterial, nicht die Praxis. Hwbusters schreibt, der Umbau sei nicht neu. TweakTown verweist darauf, dass im Vormonat Paletten mit RTX-5090-Karten in KI-Servern gelandet seien.
Den Reiz der Karte für KI-Anwendungen erklärt hwbusters mit ihren Daten: 21.760 CUDA-Kerne, 32 GB GDDR7 an einem 512-Bit-Interface und rund 1,8 TB/s Speicherbandbreite. Das ist kein Rechenzentrumsspeicher vom Typ HBM. Gemessen am Preis bietet die Karte aber viel Leistung.
Wie die Karten in die Werkstatt gelangen, bleibt unklar. Laut Gadgetreview wird die RTX 5090 in China offiziell nicht verkauft. Die Geräte müssten also über Graumarkt-Kanäle gekommen sein. XenoSpectrum nennt Erstverkaufsregion, Käufer und Lieferweg unbekannt. Reaktionen von Nvidia oder den Boardpartnern finden sich in der Berichterstattung nicht. Auswirkungen auf Käufer in Deutschland oder der EU sind nicht belegt.



