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Texas-Senatswahlkampf: Republikaner und Demokrat fordern gleiche Wasserregel für Rechenzentren

Im texanischen Senatswahlkampf konkurrieren die Kandidaten Ken Paxton (Republikaner) und James Talarico (Demokrat) darum, Rechenzentren strenger zu regulieren; beide fordern unabhängig voneinander geschlossene Wasserkreisläufe (closed-loop water systems), während Republikaner insgesamt aggressivere

· Veröffentlicht: 04.09.2026 ·4 Min Lesezeit
Texas-Senatswahlkampf: Republikaner und Demokrat fordern gleiche Wasserregel für RechenzentrenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Texas-Senatoren signalisierten am 1. September, dass sie in der nächsten Legislaturperiode ab Januar strengere Regeln für Rechenzentren einführen wollen.
  • Staatssenator Charles Perry (R-Lubbock) kündigte einen eigenen Gesetzentwurf zum Wasserverbrauch von Rechenzentren und zu Leitplanken an.
  • Texas Water Development Board (TWDB) und Public Utility Commission (PUC) verschickten Anfang des Jahres Umfragen an Rechenzentrumsbetreiber; TWDB erhielt Antworten von 97 von 324 Anlagen (30%), PUC von 57 Unternehmen für 168 Anlagen.
  • Die Umfragen sind gesetzlich vorgeschrieben, aber die Behörden haben kaum Möglichkeiten, Entwickler zur Teilnahme zu zwingen.
  • Ken Paxton veröffentlichte einen Vier-Punkte-Plan 'Texas First Data Center Plan' mit Bundes-DATA Act, geschlossenen Wasserkreisläufen, Verbot chinesischer Technik und strafrechtlicher Haftung bei KI-Sicherheitsverstößen.
  • James Talaricos 'Hold Data Centers Accountable Plan' will Steueranreize beenden, bundesweite Mindeststandards etablieren, lokale Kontrolle stärken und geschlossene Wasserkreisläufe vorschreiben.

Gleiche Wasserregel trotz Parteigrenzen: Paxton und Talarico fordern geschlossene Kreisläufe

Im texanischen Senatswahlkampf konkurrieren die Kandidaten Ken Paxton (Republikaner) und James Talarico (Demokrat) darum, Rechenzentren strenger zu regulieren. Beide fordern unabhängig voneinander geschlossene Wasserkreisläufe – eine Gemeinsamkeit, die über Parteigrenzen hinweg auf denselben politischen Druck hindeutet. Paxton, der als Attorney General für den Senat kandidiert, veröffentlichte im vergangenen Monat seinen „Texas First Data Center Plan". Der Vier-Punkte-Plan sieht einen bundesweiten DATA Act vor, geschlossene Wasserkreisläufe, ein Verbot chinesischer Technik in Rechenzentren sowie strafrechtliche Haftung bei Verstößen gegen KI-Sicherheitsvorgaben. Sein demokratischer Gegner ist zu einer ähnlichen Position gelangt. Talaricos „Hold Data Centers Accountable Plan" will die Steueranreize des Bundesstaates beenden, die die Ansiedlung der Branche begünstigt haben, bundesweite Mindeststandards etablieren, lokalen Gemeinden mehr Kontrolle über Projekte geben und geschlossene Wasserkreisläufe vorschreiben. Die Überschneidung ist aufschlussreich: Kandidaten gegensätzlicher Parteien sind unabhängig voneinander zur selben Wasserpolitik gelangt. Das gilt als Zeichen dafür, dass ein Thema nicht mehr ideologisch besetzt ist, sondern von dem bestimmt wird, was Wähler auf ihren Nebenkostenabrechnungen sehen.

Republikanische Offensive: Perry-Gesetzentwurf und Abbotts Genehmigungsstopp

Republikaner treiben im texanischen Wahlkampf aggressivere Regeln für Rechenzentren voran. Staatssenator Charles Perry (R-Lubbock) kündigte bei einer Anhörung des zuständigen Ausschusses an, einen eigenständigen Gesetzentwurf zum Wasserverbrauch von Rechenzentren einzubringen und „Leitplanken dort umzusetzen, wo es als angemessen erachtet wird". Die Senatoren signalisierten am 1. September, dass sie in der kommenden Legislaturperiode ab Januar strengere Regeln einführen wollen. Perry verwies darauf, dass jeder Wahlkreis von der Debatte betroffen sei: „Ich denke, jeder Bezirk eines Mitglieds hat Auswirkungen durch die Rechenzentrums-Diskussion gespürt, daher wird es viele Gesetzentwürfe geben, die versuchen, vernünftige, verantwortungsvolle regulatorische Rahmen für Rechenzentren zu schaffen." Gouverneur Greg Abbott hat bereits einen Stopp neuer Genehmigungen für Rechenzentren verhängt. Neue Projekte müssen demnach zunächst eine umfassende Prüfung ihres Wasser- und Stromverbrauchs, ihrer Finanzierung sowie ihrer Pläne zur Reduzierung von Lärm- und Lichtbelastung durchlaufen. Abbott wirbt im Wahlkampf mit diesen Maßnahmen: „Was ich getan habe, funktioniert. Die Richtlinien und Leitplanken, die ich eingeführt habe..."

Behördenumfragen: Nur 30 Prozent der Rechenzentren antworten

Das Texas Water Development Board (TWDB) und die Public Utility Commission (PUC) haben Anfang des Jahres Umfragen an Betreiber von Rechenzentren verschickt, um Daten zum Wasserverbrauch zu erheben. Die Rücklaufquoten sind niedrig: Das TWDB erhielt Antworten von 97 der 324 angeschriebenen Anlagen – das entspricht 30 Prozent. Die PUC verzeichnete Rückmeldungen von 57 Unternehmen, die 168 Anlagen repräsentieren, davon 144 Rechenzentren. Die Umfragen sind gesetzlich vorgeschrieben. Die Behörden haben jedoch kaum Möglichkeiten, Entwickler zur Teilnahme zu zwingen. Connie Corona, Exekutivdirektorin der PUC, räumte ein, dass den Behörden die Durchsetzungsmittel fehlen. Das TWDB wies zudem auf fehlende eindeutige Ansprechpartner bei einigen Unternehmen hin. Staatssenator César Blanco (D-El Paso) sprach von „potenziell 200 Einheiten da draußen, die sich im Wilden Westen befinden".

Wasserverbrauch: Schätzungen klaffen um 16 Milliarden Gallonen

Die Schätzungen zum Wasserverbrauch texanischer Rechenzentren klaffen weit auseinander. Das Bureau of Economic Geology der University of Texas at Austin beziffert den Verbrauch für das Jahr 2025 auf 33 Milliarden Gallonen – etwa 0,5 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs des Bundesstaates. Das Houston Advanced Research Center (HARC) kommt in einem Whitepaper auf 49 Milliarden Gallonen für denselben Zeitraum. Die Differenz beträgt 16 Milliarden Gallonen. Der Widerspruch erklärt sich durch unterschiedliche Methodik und erhebliche Unsicherheit. Ning Lin, Chefökonomin des Bureau of Economic Geology, nennt als größte Unsicherheit die Zahl der installierten Rechenzentren. HARC verwendet offenbar andere Projektionsannahmen. Die HARC-Prognose sieht einen Anstieg auf 399 Milliarden Gallonen jährlich bis 2030 vor – das entspräche fast 6,6 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs des Staates. Ein Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Zwei Rechenzentren in San Antonio – betrieben von Microsoft und dem Army Corps – verbrauchten in den Jahren 2023 und 2024 zusammen 463 Millionen Gallonen Wasser, während die Anwohner unter Dürrebedingungen der Stufe 3 ihre Rasen nur einmal pro Woche bewässern durften.

Sierra Club fordert Transparenz und Blick auf fossile Kraftwerke

Der Sierra Club Lone Star Chapter fordert verpflichtende Berichterstattung über den Wasserverbrauch von Rechenzentren. In einer Stellungnahme vor dem Senatsausschuss für Wasser, Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten verlangt die Umweltorganisation zudem, den Wasserverbrauch fossiler Kraftwerke zu beachten, die diese Rechenzentren mit Strom versorgen. „Rechenzentren selbst können viel Wasser verbrauchen, und Gas- und Kohlekraftwerke, die die Zentren rund um die Uhr mit Strom versorgen, werden ein Vielfaches davon verbrauchen", sagte Cyrus Reed, Conservation and Legislative Director des Sierra Club Lone Star Chapter. Die Behörden müssten beide Verbraucher angemessen untersuchen, prognostizieren und planen.

Talaricos Plan: Steueranreize beenden und lokale Kontrolle stärken

James Talarico kündigte seinen Plan am 22. Juli in Austin an. Texas hat nach seinen Angaben die zweithöchste Zahl an Rechenzentren in den USA und gewährt der Branche Steuererleichterungen von etwa 3,2 Milliarden Dollar über zwei Jahre. Talarico will diese Steueranreize beenden, bundesweite Mindeststandards etablieren, die lokale Kontrolle über Projekte stärken und geschlossene Wasserkreisläufe vorschreiben. „Energie- und Wasserrechnungen explodieren für Texaner, während milliardenschwere Unternehmen Steuergeschenke für große KI-Rechenzentrumsprojekte erhalten und arbeitende Texaner die Rechnung zahlen", sagte Talarico.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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