Live KI in der Mode: Teilnehmen ja, Verantworten nein

KI-Chatbot Gemini führt unerfahrene Kletterer am Mount Shasta in Notlage

Drei Männer aus Roseville verließen sich bei der Tourenplanung auf Googles KI – falsche Angaben zu Dauer und Ausrüstung endeten in einer Rettungsaktion.

· Veröffentlicht: 04.09.2026 ·2 Min Lesezeit
KI-Chatbot Gemini führt unerfahrene Kletterer am Mount Shasta in NotlageMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Drei junge Männer aus Roseville, Kalifornien, bestiegen am 29.–30. August den Mount Shasta und mussten nach einer 16-stündigen Tour von Rettungskräften evakuiert werden.
  • Die Gruppe verließ sich bei der Planung auf Googles Gemini-Chatbot, insbesondere für Routenrecherche sowie Empfehlungen zu Nahrung und Wasser.
  • Gemini gab an, die Besteigung würde etwa acht Stunden dauern; tatsächlich dauerte der Aufstieg etwa 16 Stunden.
  • Der Chatbot empfahl, einfache Kohlenhydrate statt Fette mitzunehmen, mit der Begründung, Fette würden 'zu lange zum Verdauen brauchen'.
  • Die Kletterer starteten am 30. August um 3 Uhr morgens vom Clear Creek Trailhead und erreichten den Gipfel erst um 19 Uhr, weit nach der empfohlenen Umkehrzeit von 12 Uhr mittags.
  • Beim Abstieg verirrte sich die Gruppe im Mud Creek Canyon; ein Kletterer verletzte sich am Knie, und die Gruppe musste eine ungeplante Nacht im Freien verbringen.

KI-Chatbot führt Kletterer am Mount Shasta in Notlage

Drei unerfahrene Kletterer aus Roseville, Kalifornien, haben sich bei der Planung ihrer Besteigung des Mount Shasta auf den KI-Chatbot Google Gemini verlassen – mit gravierenden Folgen. Wie das Siskiyou County Sheriff's Office bestätigte, nutzte die Gruppe die KI für Routenrecherche sowie Empfehlungen zu Nahrung und Wasser. Gemini gab an, die Besteigung würde etwa acht Stunden dauern; tatsächlich benötigte die Gruppe für den Aufstieg rund 16 Stunden. Zudem empfahl der Chatbot, einfache Kohlenhydrate statt Fette mitzunehmen, mit der Begründung, Fette würden "zu lange zum Verdauen brauchen". Die Kletterer packten daraufhin Tagesrucksäcke mit deutlich zu wenig Proviant und Wasser – ohne Plan für eine Übernachtung oder warme Kleidung. Die Folge war eine 16-stündige Tour, die in einer Rettungsaktion durch den US Forest Service und das Siskiyou County Sheriff's Office endete. Der Vorfall zeigt, wie riskant blindes Vertrauen in KI-Empfehlungen bei sicherheitskritischen Aktivitäten sein kann.

Verirrt im Mud Creek Canyon – Rettung nach Nacht im Freien

Die Gruppe startete am 30. August um 3 Uhr morgens vom Clear Creek Trailhead – eine Quelle nennt abweichend einen Start um 15 Uhr am Vortag, die übrigen Berichte und Behördenangaben sprechen jedoch von 3 Uhr. Den Gipfel erreichten sie erst um 19 Uhr, weit nach der empfohlenen Umkehrzeit von 12 Uhr mittags. Beim Abstieg in der Dunkelheit verirrten sie sich im Mud Creek Canyon; ein Kletterer verletzte sich am Knie, und die Gruppe musste eine ungeplante Nacht im Freien verbringen. Am nächsten Morgen fanden US Forest Service Climbing Rangers die Männer und führten sie mit Hilfe von Such- und Rettungsfreiwilligen sicher zum Ausgangspunkt zurück. Gegenüber den Behörden gaben die Kletterer an, sie hätten sich "zu sehr auf KI statt auf eigenes kritisches Denken verlassen". Das Sheriff's Office bestätigte, dass die KI weit weniger Nahrung und Wasser empfohlen hatte als nötig.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. en.iz.ru ↗

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