SoftBank sichert sich 11,87 Mrd. USD – fast 20 % über dem Ziel
Der japanische Konzern finanziert seine OpenAI-Investition mit einem überzeichneten Zwei-Jahres-Kredit. Die Risiken werden sichtbar.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- SoftBank hat einen Zwei-Jahres-Kredit über 11,87 Mrd. USD zur Finanzierung der OpenAI-Investition aufgenommen.
- Der Kredit wurde in der vergangenen Woche abgeschlossen; rund 20 Banken haben Commitments zugesagt.
- Der Betrag übersteigt das zuvor berichtete Ziel von 10 Mrd. USD um fast 20 %.
- SoftBank hat sich zu dem Kredit nicht geäußert.
- SoftBank hat insgesamt rund 64,6 Mrd. USD in OpenAI investiert und hält ca. 13 %.
- Im März 2026 sicherte sich SoftBank einen unbesicherten Brückenkredit über 40 Mrd. USD; etwa 30 Mrd. USD flossen als Follow-on-Investition über Vision Fund 2 an OpenAI.
SoftBank sichert sich 11,87 Mrd. USD – fast 20 % über dem Ziel
SoftBank hat einen Zwei-Jahres-Kredit über 11,87 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, um seine Investition in OpenAI zu finanzieren. Der Betrag liegt fast 20 Prozent über dem zuvor berichteten Ziel von 10 Milliarden Dollar. Nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen wurde der Kredit in der vergangenen Woche abgeschlossen; rund 20 Banken haben Commitments zugesagt. SoftBank selbst äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Kredit. Der japanische Konzern unter Führung von Masayoshi Son baut damit seine bereits hohe Beteiligung an dem KI-Unternehmen weiter aus, ohne andere Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Die Überzeichnung des Kredits zeigt, dass Banken trotz wachsender Risiken im KI-Sektor weiterhin bereit sind, SoftBank Kapital zur Verfügung zu stellen. Der neue Kredit ergänzt eine Reihe von Schuldeninstrumenten, die SoftBank in den vergangenen Monaten für seine OpenAI-Investition aufgenommen hat. Bislang hat SoftBank nach eigenen Angaben rund 64,6 Milliarden Dollar in OpenAI investiert und hält etwa 13 Prozent der Anteile. Der zusätzliche Kredit unterstreicht die aggressive Finanzierungsstrategie des Konzerns, der bis Oktober rund 65 Milliarden Dollar in OpenAI investieren will. Die Banken, die Commitments zugesagt haben, wurden nicht einzeln genannt. Weitere Konditionen des Kredits wurden nicht bekannt gegeben.
Der neue Kredit im Geflecht aus Margin-Loan, Brückenkredit und geplanter Anleihe
Der neue Kredit fügt sich in ein Geflecht aus mehreren Finanzierungen ein. SoftBank hat bereits einen separaten 10-Milliarden-Dollar-Margin-Loan abgeschlossen, der durch OpenAI-Anteile besichert ist. Als Kreditgeber nennt der Finanzbericht Goldman Sachs, JPMorgan, Mizuho Securities, Apollo und SMBC. Während frühere Berichte den Margin-Loan noch als nicht finalisiert beschrieben, weist der spätere Abschluss auf einen zeitlichen Ablauf hin. Im März dieses Jahres sicherte sich SoftBank zudem einen unbesicherten Brückenkredit über 40 Milliarden Dollar. Davon flossen etwa 30 Milliarden Dollar als Follow-on-Investition über den Vision Fund 2 an OpenAI. Der Restbetrag von 25,9 Milliarden Dollar soll am 15. September zurückgezahlt werden; die ursprüngliche Fälligkeit des Brückenkredits war März 2027. SoftBank plant, bis Oktober rund 65 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren. Zur Refinanzierung erwägt der Konzern eine Anleiheemission über 10 bis 20 Milliarden Dollar. Der neue Kredit über 11,87 Milliarden Dollar ergänzt damit das Paket aus Margin-Loan und möglicher Anleihe. Die verschiedenen Instrumente dienen dazu, die hohe Investitionssumme zu stemmen, ohne Beteiligungen verkaufen zu müssen. Die Besicherung durch OpenAI-Anteile beim Margin-Loan erhöht jedoch das Risiko bei einem Wertverlust der Beteiligung. Die Rückzahlung des Restbetrags am 15. September erfolgt vorzeitig, obwohl die Fälligkeit erst im März 2027 lag. Dies deutet darauf hin, dass SoftBank die Brückenfinanzierung durch andere Mittel ablösen will, etwa durch den neuen Kredit und die geplante Anleihe.
Rating, Nutzerziele und Aktienkurs: Die Risiken werden sichtbar
Die Risiken der Finanzierung werden zunehmend sichtbar. S&P Global Ratings hat den Ausblick für SoftBank auf negativ gesenkt; das Rating liegt bei BB+. Die Agentur begründet dies mit der Gefahr, dass die Investitionen in OpenAI die Liquidität des Konzerns beeinträchtigen könnten. OpenAI selbst hat interne Umsatz- und Nutzerziele verfehlt, darunter das Ziel, bis Ende 2025 eine Milliarde wöchentlich aktive ChatGPT-Nutzer zu erreichen. Am Montag fielen SoftBank-Aktien zeitweise um bis zu 13 Prozent, der stärkste Rückgang seit dem 17. Juli. Zudem sagte OpenAI-Chef Sam Altman, dass sein Unternehmen in diesem Jahr wegen Sicherheitsbedenken keinen Börsengang durchführen werde. Diese Signale belasten die Bewertung von OpenAI und damit auch den Wert der Sicherheiten, die SoftBank für den Margin-Loan hinterlegt hat. Für die kreditgebenden Banken steigt das Risiko, dass SoftBank bei einem weiteren Kursverfall oder ausbleibenden Fortschritten bei OpenAI zusätzliche Sicherheiten stellen oder Kredite vorzeitig zurückführen muss. Der negative Ausblick von S&P erfolgte bereits im vergangenen Monat, nachdem SoftBank zusätzliche 30 Milliarden Dollar für OpenAI zugesagt hatte. Die Aktienverluste am Montag zeigen, dass Investoren die hohe Verschuldung und die Abhängigkeit von OpenAIs Erfolg zunehmend kritisch sehen.
Syndizierung und Konditionen des 40-Mrd.-Brückenkredits
Der 40-Milliarden-Dollar-Brückenkredit, den SoftBank im März aufgenommen hat, wurde von einem Konsortium unter Federführung von JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Mizuho, Sumitomo Mitsui und MUFG arrangiert. Später kamen als Sub-Underwriter unter anderem HSBC, BNP Paribas und Intesa Sanpaolo hinzu. In einer breiten Syndizierung übernahmen 21 neue Kreditgeber insgesamt rund 7 Milliarden Dollar des Kreditvolumens. Darunter sind die First Abu Dhabi Bank, der singapurische Staatsfonds GIC und Standard Chartered mit jeweils knapp einer Milliarde Dollar. Die übrigen Beträge entfielen auf europäische, japanische und taiwanische Banken. Die Laufzeit des Brückenkredits endet im März 2027; der Zinssatz liegt bei etwa 6,14 Prozent, was einer anfänglichen Marge von rund 2,5 Prozentpunkten über dem Secured Overnight Financing Rate (SOFR) entspricht. Die breite Syndizierung reduziert den Anteil, den die ursprünglichen Arrangeure in ihren Büchern halten müssen, und verteilt das Risiko auf viele Institute. Gleichzeitig zeigt die hohe Nachfrage, dass internationale Banken trotz der Bedenken hinsichtlich SoftBanks OpenAI-Exposure an dem Geschäft partizipieren wollen. Der Kredit war zunächst als einjährige Fazilität angelegt und gehört zu den größten Brückenfinanzierungen im asiatisch-pazifischen Raum. Die Gebühren für die Underwriter sollen mehr als 100 Millionen Dollar betragen. Die Syndizierung erfolgte in mehreren Phasen; zunächst wurden große Commitments von Sub-Underwritern eingeholt, bevor der Kredit in kleineren Tranchen an weitere Banken verteilt wurde.
Abhängigkeit und Refinanzierung: Was als Nächstes kommt
SoftBank muss durch die hohe Verschuldung und die geplante Anleiheemission weiteres Kapital aufnehmen, um die OpenAI-Investition zu stemmen. Der neue Kredit über 11,87 Milliarden Dollar ergänzt das Paket aus dem 10-Milliarden-Dollar-Margin-Loan und der möglichen Anleihe über 10 bis 20 Milliarden Dollar. Bis Oktober will SoftBank rund 65 Milliarden Dollar in OpenAI investiert haben. Die wachsende Abhängigkeit OpenAIs von SoftBank als Geldgeber erhöht das Klumpenrisiko für beide Seiten: OpenAI ist auf die Finanzierung angewiesen, SoftBank auf den Erfolg des KI-Unternehmens. Für Kreditgeber bedeutet die breite Syndizierung zwar eine Verteilung des Risikos, aber auch eine hohe Exposure gegenüber einem einzelnen Unternehmen. Aktionäre sehen sich einem steigenden Verschuldungsgrad und möglichen weiteren Kapitalmaßnahmen gegenüber. Die negativen Signale von Ratingagentur, Aktienkurs und verfehlten Nutzerzielen zeigen, dass die Refinanzierung kein Selbstläufer ist. Die Rückzahlung des Brückenkredits am 15. September und die geplante Anleiheemission sind Teil dieser Refinanzierungskette. Sollte die Anleihe nicht wie erhofft platziert werden können, müsste SoftBank auf andere Quellen zurückgreifen.



