Südkorea prüft neue Kernkraftwerke wegen KI-Strombedarf
Minister beziffert Zusatzbedarf auf 25–30 GW – Regierung erwägt Ausbau der Kernkraft im 12. Basic Plan
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◆ Fakten auf einen Blick
- Südkoreas Minister für Klima, Energie und Umwelt Kim Sung-hwan sagte, dass KI und Chip-Fabriken voraussichtlich 25 bis 30 GW zur nationalen Stromnachfrage hinzufügen werden, was etwa 20 Kernkraftwerken entspricht.
- Die südkoreanische Regierung hat offiziell angekündigt, den Bau weiterer Kernkraftwerke und kleiner modularer Reaktoren (SMRs) zu prüfen, um die steigende Stromnachfrage durch Halbleiterkomplexe und KI-Rechenzentren zu decken; die Entscheidung soll in den 12. Basic Plan for Electricity Supply and Demand einfließen.
- Samsung Electronics und SK Hynix ziehen den Bau von Halbleiterfabriken, die ursprünglich für etwa 2045 geplant waren, auf Anfang der 2030er Jahre vor.
- Die Arbeitsgruppe für den 12. Basic Plan for Long-Term Electricity Supply and Demand prognostiziert eine Spitzenlast von 158,4 bis 165 GW im Jahr 2040; im April lag die Prognose noch bei 131,8 bis 138,2 GW.
- Laut Daten von KEPCO an das Büro der Abgeordneten Cho Eun-hee lagen 96 von 160 Anträgen auf Stromanschluss für KI-Rechenzentren (2021 bis Oktober 2025) im Großraum Seoul; alle drei Fälle, in denen KEPCO keine Stromversorgung zusagen konnte, lagen in der Provinz Gyeonggi.
- Das National Assembly Budget Office prognostiziert, dass der jährliche Stromverbrauch von KI-Rechenzentren ab 2037 128,9 TWh erreichen wird.
25–30 GW zusätzlicher Strombedarf durch KI und Halbleiter
Südkoreas Minister für Klima, Energie und Umwelt, Kim Sung-hwan, beziffert den zusätzlichen Strombedarf durch KI und Halbleiterfabriken auf 25 bis 30 Gigawatt. Das entspreche nach seinen Angaben etwa 20 Kernkraftwerken. Die Regierung hat offiziell angekündigt, den Bau weiterer Kernkraftwerke und kleiner modularer Reaktoren (SMRs) zu prüfen. Die Entscheidung soll in den 12. Basic Plan for Electricity Supply and Demand einfließen. Damit reagiert Seoul auf eine Nachfrage, die durch beschleunigte Chip-Projekte und KI-Rechenzentren getrieben wird.
Beschleunigte Chip-Fabriken und KI-Rechenzentren als Treiber
Samsung Electronics und SK Hynix ziehen den Bau von Halbleiterfabriken vor, die ursprünglich für etwa 2045 geplant waren, auf Anfang der 2030er Jahre. Die Regierung hat Pläne für 18,4 Gigawatt an KI-Rechenzentren und vier Halbleiterfabriken mit einem Bedarf von 6,3 Gigawatt angekündigt. Das National Assembly Budget Office prognostiziert ab 2037 einen Jahresverbrauch von 128,9 Terawattstunden für KI-Rechenzentren. Laut KEPCO-Daten lagen 96 von 160 Anschlussanträgen für KI-Rechenzentren (2021 bis Oktober 2025) im Großraum Seoul; alle drei Fälle, in denen KEPCO keine Stromversorgung zusagen konnte, lagen in der Provinz Gyeonggi.
Prognosekorrektur: Spitzenlast 2040 deutlich höher
Die Arbeitsgruppe für den 12. Basic Plan erwartet nun eine Spitzenlast von 158,4 bis 165 Gigawatt im Jahr 2040. Im April lag die Prognose noch bei 131,8 bis 138,2 Gigawatt. Der Grund für die Anhebung liegt in den beschleunigten Investitionsplänen der Halbleiterindustrie: Samsung Electronics und SK Hynix ziehen Fabrikprojekte, die ursprünglich erst um 2045 realisiert werden sollten, auf die frühen 2030er Jahre vor. Dadurch steigt der erwartete Strombedarf deutlich früher und stärker als in der vorherigen Schätzung. Hinzu kommen aktualisierte Annahmen zur Nachfrage durch KI-Rechenzentren, deren Anschlussanträge sich stark im Großraum Seoul konzentrieren. Zum Vergleich: Südkorea betreibt derzeit 26 Kernreaktoren mit einer Gesamtkapazität von 26 Gigawatt elektrisch; die gesamte Stromerzeugung lag 2024 bei 607 Terawattstunden. Die Revision zeigt, wie stark KI- und Halbleiterprojekte die Lastprognose nach oben treiben.
Kernkraft als Antwort: Neue Reaktoren und SMRs im 12. Basic Plan
Die Regierung prüft offiziell den Bau weiterer Kernkraftwerke und kleiner modularer Reaktoren, um die steigende Nachfrage zu decken. Die bestehende Flotte aus 26 Reaktoren mit 26 Gigawatt elektrisch liefert etwa ein Drittel des Stroms. Die Prüfung soll in den 12. Basic Plan einfließen. Kernkraft gilt als geeignet, weil Halbleiterwerke und KI-Rechenzentren rund um die Uhr Strom benötigen; Solar- und Windkraft erzeugen dagegen nur tagsüber oder unregelmäßig, was zu einer zeitlichen Lücke führt. Kernkraft bietet hohe Grundlast-Stabilität und geringe Emissionen und kann so die kontinuierliche Nachfrage decken.
Widersprüchliche Bedarfszahlen: 25–30 GW vs. 38,4 GW
Die Ministerangabe von 25 bis 30 Gigawatt steht neben einer Analyse des Korea Energy Economics Institute (KEEI), die für drei Megaprojekte – KI-Rechenzentren, Halbleitercluster und Physical AI – bis 2041 zusätzlich 38,4 Gigawatt und etwa 260 Terawattstunden pro Jahr veranschlagt. Die Differenz dürfte an unterschiedlichen Zeiträumen, Definitionen und der Einbeziehung von Physical AI liegen. Ein gemeinsamer Bericht von IEA und KEEI untersucht den erwarteten Anstieg der Stromnachfrage durch Rechenzentren in Ostasien und gibt politische Empfehlungen.



