Live SpaceX setzt bei KI exklusiv auf Nvidia-Hardware – AMD-Aktie unter Druck

SpaceX setzt bei KI exklusiv auf Nvidia-Hardware – AMD-Aktie unter Druck

Erste Bilanzkonferenz nach Börsengang: SpaceXAI meldet 2,56 Milliarden Dollar KI-Umsatz und plant Ausbau der Rechenkapazität von 1,4 auf über 10 Gigawatt bis Ende 2027

· Veröffentlicht: 13.09.2026 ·3 Min Lesezeit
SpaceX setzt bei KI exklusiv auf Nvidia-Hardware – AMD-Aktie unter DruckMit KI erstellt
◆ Fakten auf einen Blick
  • SpaceX hat auf seiner ersten Earnings Call als börsennotiertes Unternehmen angekündigt, seine KI-Infrastruktur exklusiv auf Nvidia-Hardware aufzubauen.
  • Elon Musk bezeichnete Nvidias Vera-Rubin-Architektur als die beste verfügbare Architektur für KI-Workloads.
  • AMD meldete im zweiten Quartal Rekordumsätze von 11,54 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 50% gegenüber dem Vorjahr.
  • SpaceX erzielte im zweiten Quartal 2026 einen AI-Umsatz von 2,56 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg von 247%.
  • Die bestehende KI-Infrastruktur von SpaceX (Colossus-Cluster) nutzt Nvidia H100, GB200 und GB300 Prozessoren.
  • SpaceX plant, seine Compute-Kapazität von aktuell 1,4 Gigawatt auf über 10 Gigawatt bis Ende 2027 auszubauen.

SpaceX setzt exklusiv auf Nvidia-Hardware und plant massiven Ausbau

SpaceX hat auf seiner ersten Bilanzkonferenz als börsennotiertes Unternehmen angekündigt, seine gesamte KI-Infrastruktur exklusiv auf Nvidia-Hardware aufzubauen. Zuvor war xAI im Februar 2026 in SpaceX aufgegangen; im Mai 2026 wurde die Einheit in SpaceXAI umbenannt. Elon Musk begründete die Entscheidung mit der kommenden Vera-Rubin-Architektur, die er als beste verfügbare Architektur für KI-Workloads bezeichnete. Die bestehenden Colossus-Cluster nutzen nach Angaben des Unternehmens bereits Nvidia H100, GB200 und GB300 Prozessoren.

Laut SEC-Unterlagen umfassen die Cluster rund 100.000 H100 sowie je 110.000 GB200 und GB300; für den Ausbau könnten über zwei Millionen Vera-Rubin-GPUs nötig werden. Die technischen Spezifikationen der eingesetzten Hardware sind in Nvidias Produktdokumentationen beschrieben: Der H100 verfügt über Tensor Cores der vierten Generation und eine Transformer Engine mit FP8-Präzision, die laut Hersteller eine bis zu 30-fache Beschleunigung für große Sprachmodelle und eine bis zu 4-fach schnellere Trainingszeit für GPT-3-Modelle im Vergleich zur Vorgängergeneration ermöglicht. Die GB200- und GB300-Systeme gehören zur Blackwell-Serie.

Die AI-Sparte, die xAI und X umfasst, erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 2,56 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 247 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der Gesamtumsatz um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar stieg. Die gesamten Investitionsausgaben beliefen sich im zweiten Quartal auf 18,37 Milliarden Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorquartal.

Der Ausbau von aktuell 1,4 Gigawatt auf über 10 Gigawatt bis Ende 2027 stellt infrastrukturell eine erhebliche Herausforderung dar. Bereits jetzt betreibt SpaceX 35 Gasturbinen vor Ort, setzt auf Tesla Megapacks zur Energiespeicherung und gab allein im zweiten Quartal 295 Millionen Dollar für Megapacks aus. Die Abhängigkeit von der termingerechten Bereitstellung von Strom und Kühlung birgt Risiken: Verzögerungen bei Netzanschlüssen oder Turbinenlieferungen könnten den Zeitplan gefährden, da die Rechenkapazität direkt an die verfügbare elektrische Leistung gekoppelt ist. Zudem konzentriert sich die Beschaffung auf wenige Zulieferer – etwa entfallen rund 67 Prozent des Auftragsbestands des Turbinenlieferanten Solaris Energy Infrastructure auf SpaceX.

Einige Berichte sprechen von einem exklusiven Liefervertrag über 15,8 Milliarden US-Dollar für das Starmind-Programm, andere Quellen nennen lediglich eine generelle Exklusivität ohne Vertragsdetails. Diese Divergenz ergibt sich aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln: Manche Medien beziehen sich auf das konkrete Starmind-Programm mit einem bezifferten Auftragsvolumen, andere berichten über die grundsätzliche strategische Entscheidung, künftig ausschließlich Nvidia-Chips zu nutzen. Ein bestätigter 15,8-Milliarden-Dollar-Vertrag hätte für Nvidia einen erheblichen Umsatzschub zur Folge, für AMD den Verlust eines potenziell milliardenschweren Kunden und für den KI-Chip-Markt eine weitere Festigung von Nvidias Position.

AMD-Aktie fällt trotz Rekordumsatz – Markt reagiert auf Nvidia-Deal

Die Ankündigung setzte AMD unter Druck. Die Aktie gab Berichten zufolge zwischen 7 und 9 Prozent nach, obwohl AMD im zweiten Quartal einen Rekordumsatz von 11,54 Milliarden US-Dollar meldete – ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr und über den Analystenerwartungen von 11,28 Milliarden Dollar. Der Kursrückgang trotz starker Zahlen lässt sich auf die Marktmechanismen zurückführen: Investoren fokussierten sich nicht auf die aktuellen Ergebnisse, sondern auf den Verlust eines potenziell bedeutenden Großkunden. Die exklusive Bindung von SpaceX an Nvidia schließt AMD aus dem Starmind-Programm und künftigen SpaceX-Aufträgen vollständig aus, was die langfristigen Umsatzperspektiven von AMD im KI-Segment eintrübt. Kurzfristige Risikoaversion und die Erwartung entgangener Milliardenaufträge überlagerten die positiven Quartalszahlen.

AMD-Chefin Lisa Su betonte in einem Interview mit CNBC, sie habe großen Respekt vor Musk und sehe einer weiteren langfristigen Zusammenarbeit mit SpaceX entgegen. Sie verwies auf die starke Kundennachfrage nach mehr Rechenleistung sowie die Prognose eines Wachstums des Datacenter-Segments von deutlich über 100 Prozent. Diese Aussagen konnten die Anleger jedoch nicht beruhigen.

Nvidia-Aktien stiegen nach der Ankündigung um 2 bis 3,4 Prozent. Investoren honorierten die exklusive Partnerschaft als Signal für künftiges Umsatzwachstum. Insbesondere der mögliche 15,8-Milliarden-Dollar-Vertrag für das Starmind-Programm verspricht erhebliche Zusatzeinnahmen. Die Erwartung, dass SpaceX mit seinem Ausbau auf über 10 Gigawatt Rechenleistung über Jahre hinweg Nvidia-Hardware in großem Stil ordern wird, trieb den Kurs nach oben. Die unterschiedlichen Angaben zum AMD-Kursrückgang – manche Berichte nennen etwa 7 Prozent, andere etwa 9 Prozent – erklären sich durch verschiedene Messzeitpunkte im Tagesverlauf.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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