Samsung will 2026 rund 84,4 Billionen Won investieren, davon 76,8 Billionen in Chips
Nach Medienberichten über den Earnings Call nennt der Konzern Speicherknappheit bis 2028 und ausverkaufte HBM-Lieferungen für 2027 als Gründe. Offen bleibt, worauf sich die kolportierten 62 % beziehen.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Samsung plant für dieses Jahr einen Gesamt-Capex von rund 84,4 Billionen Won.
- Davon entfallen 76,8 Billionen Won auf die Device Solutions Division und 3,9 Billionen auf Display.
- Samsung begründet die Investitionen mit erwarteter Speicherknappheit bis 2028 und wachsenden LTA-Volumina.
- Q3-2026: Umsatz 195,3 Billionen Won, operativer Gewinn 107,4 Billionen Won, Marge 55 %.
- Alle HBM-Lieferungen für 2027 sind laut Kim Jae-jun ausverkauft; HBM4 macht 60 % des HBM-Umsatzes aus.
Samsung plant 84,4 Billionen Won Investitionen, davon 76,8 Billionen für Chips
Samsung Electronics will in diesem Jahr rund 84,4 Billionen Won investieren. So berichten Medien über die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am 29. Oktober 2026. Auf die Halbleitersparte Device Solutions (DS) sollen demnach 76,8 Billionen Won entfallen, auf das Display-Geschäft 3,9 Billionen Won.
Laut der koreanischen Zeitung mk.co.kr wäre das die höchste Investition der Firmengeschichte. Sie übertrifft die 54 Billionen Won aus dem Jahr 2024. Zusammen mit den Ausgaben für Forschung und Entwicklung könnten es bis zu 140 Billionen Won werden.
Das Geld fließt laut mk.co.kr vor allem in das Werk Pyeongtaek. Weitere Berichte nennen den Ausbau der 1c-DRAM-Linien in der Fabrik P4 sowie der HBM-Linien in Pyeongtaek. Mittel- bis langfristig geht es um Standorte in Yongin und Gwangju und um Foundry-Kapazität in den USA.
Grundlage sind Medienberichte über den Call. Ein Filing oder ein Transkript liegt nicht vor.
Rekordgewinn und ausverkaufte HBM-Lieferungen als Begründung
Nach den Berichten fallen auch die Zahlen des dritten Quartals außergewöhnlich aus. Samsung erzielte einen Umsatz von 195,3 Billionen Won und einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, 20 Prozent mehr als im Vorquartal. Die operative Marge liegt bei 55 Prozent. Nach den Berichten ist Samsung damit das erste Technologieunternehmen mit einem operativen Quartalsgewinn von mehr als 100 Billionen Won.
Treiber ist der Speicher für KI-Anwendungen. Der Umsatz mit HBM4 stieg auf mindestens das Dreifache des Vorquartals; HBM4 macht 60 Prozent der HBM-Erlöse aus. Kim Jae-jun, bei Samsung für strategisches Speichermarketing zuständig, sagte laut mk.co.kr: „Alle HBM-Lieferungen für 2027 sind ausverkauft“. Weitere Anfragen kämen herein.
Die Investitionen begründet Samsung mit einer erwarteten Speicherknappheit bis 2028 und mit wachsendem Volumen langfristiger Lieferverträge (LTA). Das ist eine Einschätzung des Unternehmens. Unabhängig geprüft ist sie nicht. Belastbare Marktdaten unabhängiger Analysten dazu liegen uns nicht vor. Aussagen über Preis- oder Marktfolgen für Endkunden lassen sich daraus nicht ableiten.
Unklare Bezugsbasis der '62 %' und fehlende Primärquelle
Offen ist, worauf sich die oft genannten 62 Prozent beziehen. Cryptobriefing spricht in der Überschrift von einer Anhebung des Plans um 62 Prozent. Im Text derselben Quelle ist die DS-Zuteilung von 76,8 Billionen Won dagegen ein Plus von 62 Prozent „über dem Vorjahr“. mk.co.kr nennt keine 62 Prozent. Die Zeitung vergleicht nur den Gesamt-Capex mit den 54 Billionen Won von 2024.
Keine Quelle nennt eine Bezugsbasis in Won. Die 54 Billionen Won sind Gesamt-Capex und lassen sich nicht mit der DS-Zahl vergleichen. Ob es überhaupt eine Anhebung gegenüber einem früheren Plan gibt, ist also ungeklärt. Die Zusage weiterer Steigerungen 2027 stammt zudem nur aus einer Quelle.
Filing und Transkript des Calls konnten wir nicht einsehen. Alle Angaben beruhen auf Medienberichten.



