Resurrect Bio schließt überzeichnete Series A über 10,3 Millionen Dollar ab, Corteva führt
Das Londoner Unternehmen will mit KI Resistenzen in Nutzpflanzen reaktivieren; die EU-Regeln für Genom-Editierung gelten erst ab Juli 2028, England hat bereits ein Regime
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Resurrect Bio hat seine Series A mit 10,3 Mio. USD abgeschlossen.
- Gesamtfinanzierung seit der Seed-Runde 2023 beträgt rund 12,4 Mio. USD.
- Lead-Investor ist Corteva über die Catalyst-Plattform; beteiligt sind Calculus Capital, Pymwymic, UKI2S, SynBioVen und AgFunder.
- Im März wurde ein Joint-Development-Agreement mit Corteva zu Krankheitsresistenz-Merkmalen in Mais angekündigt.
- Resurrect Bio ist eine Ausgründung des Sainsbury Laboratory (TSL); CEO und Mitgründer ist Dr. Cian Duggan.
Resurrect Bio schließt Series A über 10,3 Millionen Dollar ab
Resurrect Bio hat die Series A mit 10,3 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Der Final Close liegt über dem ersten Close von 8,1 Millionen Dollar. Die Runde war damit überzeichnet.
Seit der Seed-Runde 2023 summiert sich die Finanzierung des Londoner Unternehmens auf rund 12,4 Millionen Dollar. Eine Quelle zählt ab der Gründung 2022, eine andere ab der Seed-Runde. Die Angaben widersprechen sich dadurch nicht.
Lead-Investor ist Corteva, und zwar über die Catalyst-Plattform. Beteiligt sind außerdem Calculus Capital, Pymwymic, UKI2S, SynBioVen und AgFunder. Im März hatten Resurrect Bio und Corteva ein Joint-Development-Agreement zu Krankheitsresistenz-Merkmalen in Mais angekündigt. Das Unternehmen ist eine Ausgründung des Sainsbury Laboratory (TSL). CEO und Mitgründer ist Dr. Cian Duggan.
Mit dem Geld will Resurrect Bio drei Kernplattformen ausbauen: die KI-Plattform FloraFold, die Hochdurchsatz-Validierung und die Reaktivierung kryptischer Resistenz. Außerdem sollen mehrere Resistenzprodukte in Richtung kommerzieller Partnerschaften gebracht werden.
Abweichende Euro-Beträge von etwa 8,8 bis 9 Millionen gehen vermutlich auf die Währungsumrechnung zurück. Die Quellen datieren den Abschluss auf Mai 2026.
FloraFold soll verlorene Resistenzen in nativen Pflanzengenen reaktivieren
Nach Darstellung des Unternehmens sagt FloraFold mithilfe von KI Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen Immunrezeptoren und Proteinen von Erregern oder Schädlingen voraus. Diese Proteine setzen Erreger ein, um die Immunantwort zu unterdrücken oder zu umgehen.
Aus den Vorhersagen leitet das Unternehmen präzise Editierstellen ab. Saatgutpartner könnten an diesen Stellen das Pflanzengen verändern, sodass die Erreger die Abwehr nicht mehr blockieren. Verändert werden native Gene. Nach Angaben des Unternehmens werden weder fremde Gene eingeführt noch Anfälligkeitsgene ausgeschaltet. Artfremde DNA soll nicht beteiligt sein.
Die übrigen Kernaussagen sind Herstellerangaben. Resistenzmerkmale kämen „10x schneller“ als in der klassischen Züchtung zustande. Das Verfahren funktioniere für nahezu jede Kombination aus Kultur und Erreger. Die Resistenz sei „durable“ und könne chemische Pflanzenschutzmittel ersetzen. Im vorliegenden Material finden sich dafür weder Peer-Review-Publikationen noch Preprints oder Feldversuche.
AgFunderNews legt offen, dass die Muttergesellschaft AgFunder in Resurrect Bio investiert ist. Die Berichte stützen sich überwiegend auf Unternehmensmitteilungen.
EU-Regeln für Genom-Editierung gelten erst ab Juli 2028, England hat bereits ein Regime
Das Unternehmen sieht durch neue Regeln einen kommerziellen Marktzugang eröffnet. Das ist eine Angabe des Unternehmens; sie wird durch die Rechtslage eingeschränkt, denn die EU-Regeln gelten erst ab 2028.
Die EU-Verordnung 2026/1388 zu Pflanzen aus bestimmten neuen genomischen Techniken (NGT) wurde am 17. Juni 2026 angenommen und trat am 16. Juli 2026 in Kraft. Anwendbar ist sie erst ab dem 17. Juli 2028. Bis dahin unterliegen Pflanzen aus gezielter Mutagenese und Cisgenese weiterhin dem GVO-Recht. Zudem erfasst die Verordnung nur bestimmte NGT-Kategorien.
In England gilt bereits das Precision-Breeding-Regime auf Grundlage der Genetic Technology (Precision Breeding) Regulations 2025. Es betrifft Pflanzen, deren Merkmale auch durch traditionelle Züchtung entstehen könnten. Defra veröffentlicht dazu Marketing-Notices. Hinzu kommen die Beratung durch ACRE und die Entscheidung über den Precision-Bred-Status.
Eine erteilte Zulassung oder Einstufung für ein Resurrect-Produkt geht aus dem Material nicht hervor. Eine dort genannte Freisetzungsmeldung für eine präzisionsgezüchtete Kartoffel hat keinen erkennbaren Bezug zum Unternehmen.



