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Produzentin Higuchi-Zitzmann gründet KI-Filmstudio: 70 bis 80 Prozent weniger Kosten angekündigt

Die frühere Constantin- und Telepool-Managerin startet die Yoko Holding GmbH. Ihr Kostenversprechen stützt sich bisher nur auf eigene Aussagen.

· Veröffentlicht: 07.11.2026 ·3 Min Lesezeit
Produzentin Higuchi-Zitzmann gründet KI-Filmstudio: 70 bis 80 Prozent weniger Kosten angekündigtMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Higuchi-Zitzmann beendete nach 26 Jahren ihre Karriere in der klassischen Filmindustrie.
  • Higuchi-Zitzmann gründete die Yoko Holding GmbH für KI-Kinofilme und/oder Serien.
  • Die Mitgründer bleiben ungenannt; die Firma war im Handelsregister noch nicht zu finden.
  • Als Filmemacher sind Mark Wachholz und Sylvia Nitzsche gewonnen.
  • Higuchi-Zitzmann wird als Geschäftsführerin und Gründerin der Dreamkite Studios geführt.

Nach 26 Jahren bei Constantin und Telepool: Higuchi-Zitzmann gründet KI-Filmstudio

Die Filmproduzentin Yoko Higuchi-Zitzmann hat die klassische Filmbranche nach 26 Jahren verlassen und ein eigenes Unternehmen gegründet. Laut „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ endete ihre Laufbahn bei Constantin Film, Pantaleon und Telepool. Am Montag, dem 2. März, trat sie als Gründerin und Chefin einer eigenen Filmgesellschaft an. Die Firma heißt Yoko Holding GmbH. Sie will KI-Kinofilme und -Serien produzieren, auf Basis generativer KI und hybrider Filmproduktion. Als Filmemacher konnte sie Mark Wachholz und Sylvia Nitzsche gewinnen.

Die Mitgründer und Partner nennt sie nicht. Ein Handelsregistereintrag war nicht auffindbar. Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte sie: „Wir wollen einen europäischen Champion für KI-Filme schaffen.“ Man wolle große, kommerzielle Filme und Serien produzieren, keine Experimente in der Nische. Über die FAS und DWDL war die Gründung bereits vorher bekannt.

Higuchi-Zitzmann wurde 1971 in Hyōgo geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften und arbeitete unter anderem bei Prokino, Constantin Film (internationaler Filmeinkauf) und Telepool. Ab 2010 baute sie bei Ziegler Film die Kino-Produktion mit auf. Dort entstanden „Frisch gepresst“ (2012) und „Mein Blind Date mit dem Leben“ (2017). In einem Bericht über eine Branchenrunde wird sie außerdem als Geschäftsführerin und Gründerin der Dreamkite Studios geführt. Ob diese Firma mit der Yoko Holding identisch ist, geht aus dem Material nicht hervor.

„70 bis 80 Prozent“: Kostenangabe ohne unabhängigen Beleg

Im Interview mit der FAZ nennt Higuchi-Zitzmann die Zahl, auf der ihr Geschäftsmodell ruht: „KI spart 70 bis 80 Prozent der Produktionskosten.“ Ihre Begründung: Es müsse viel weniger gedreht werden. Selbst bei Hybridproduktionen mit Schauspielern und KI müsse man für einen Fantasyfilm nicht mehr in den Himalaja oder nach Neuseeland reisen. „Herr der Ringe“, „Game of Thrones“ oder „Avatar“ ließen sich mit echten Schauspielern in München drehen. Das sei die große Chance für Europa. Es entstehe eine neue Genrevielfalt.

Ihre Kritik an der eigenen Vergangenheit liefert den Hintergrund. Bei Constantin und Pantaleon seien Komödien „in Dauerschleife“ entstanden, mit Waalkes, Herbig und Dagtekin. Das sei einem Sujet- und Budgetzwang geschuldet gewesen: Komödien seien das einzige refinanzierbare Genre gewesen. Action-, Fantasy- und Horrorprojekte seien nicht gelungen.

Als Stütze dient ein Beispiel von Tim Greve (seven200 AI Studios) aus der Branchenrunde. Für eine in Teheran spielende Produktion hätte statt eines mehrere hundert Quadratmeter großen Basar-Nachbaus ein Bereich von zweieinhalb Metern genügt. Den Rest habe die KI übernommen. Die Einsparung ist weder beziffert noch von dritter Seite bestätigt.

Die Zahlen stammen von einer Gründerin mit wirtschaftlichem Eigeninteresse. Vom Interview liegt nur ein Auszug vor. Im Material findet sich weder eine Kalkulation noch eine Studie, die die 70 bis 80 Prozent stützt.

Cottbus zeigt ersten vollständig KI-erzeugten Langfilm im Wettbewerb

Das Filmfestival Cottbus (3. bis 8. November) zeigt nach Angaben des Veranstalters erstmals einen vollständig KI-erzeugten Langfilm im Hauptwettbewerb. Es handelt sich um „A Woman Asleep“ von Vikki Bardot aus der Türkei, rund 80 Minuten lang. In der Sektion Spectrum läuft die KI-Dokumentation „Post Truth“. Programmdirektor Bernd Buder sagte der Deutschen Presse-Agentur, es werde „niemandem der Job weggenommen“ und kein Schauspieler ersetzt.

Das steht in Spannung zu Higuchi-Zitzmanns Kostenlogik, wonach weniger Dreharbeiten nötig seien. Ein direkter Widerspruch ist es nicht. Buder spricht von künstlerischen Autorenfilmen, Higuchi-Zitzmann plant kommerzielle Großproduktionen mit hybridem Ansatz. Belastbare Beschäftigungsdaten fehlen. Laut Wikipedia gilt zudem „Helen – die Entscheidung“, im Februar uraufgeführt, als erster abendfüllender deutscher Spielfilm, der visuell vollständig mit generativer KI entstand.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. faz.net ↗

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