Nanjing University erfasst Head-up Rate „derzeit nicht mehr“, das Smart-Classroom-System läuft weiter
Die Universität verneint Gesichtserkennung und Notenkopplung, doch Ausschreibung und Berichte über Lehrende werfen Fragen auf, die ohne Originaldokumente offenbleiben
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Die Nanjing University veröffentlichte am 4. November eine Erklärung zum Smart-Classroom-System per WeChat.
- Laut Erklärung erhebt das System im Lehreinsatz keine Gesichts- oder anderen biometrischen Daten.
- Die Head-up Rate werde derzeit nicht mehr erfasst, weil Lernformen vielfältiger seien.
- Die Anwesenheitsstatistik ist laut Universität ein Pilot im Rahmen der regulären Halbzeit-Lehrinspektion.
- Die Universität bezeichnet Gerüchte über Anordnung von höherer Stelle und Kopplung an die Regelnote als falsch.
Head-up Rate wird „derzeit nicht mehr“ erfasst, das System läuft weiter
Die Nanjing University hat auf die Proteste gegen ihr „Smart-Classroom“-System reagiert. In einer Erklärung vom Mittwoch, dem 4. November, heißt es: Die Head-up Rate werde „derzeit nicht mehr“ erfasst. Veröffentlicht wurde sie über die offiziellen WeChat-Konten des Undergraduate-Colleges und des Informationszentrums. Als Grund nennt die Universität, Lernformen seien vielfältiger geworden. Außerdem erhebe das System in der Lehrnutzung „ohne Autorisierung“ weder Gesichtsdaten noch andere biometrische Daten. Gerüchte, die Anwesenheitsquote werde an die Regelnote gekoppelt, bezeichnet sie als falsch. Das ist die Darstellung der Hochschule.
Die Maßnahme betrifft allein diese Kennzahl, nicht das System. Ob und seit wann die Head-up Rate zuvor lief, lässt die Erklärung offen. Der Verweis auf den Protest stammt aus der Überschrift der South China Morning Post. Die Universität selbst nennt ihn nicht.
Den Umbau begründet die Universität mit besserer Audio- und Videotechnik, Livestreaming, Interaktion zwischen den Campussen sowie Aufzeichnung und Wiederverwendung von Inhalten. Die Anwesenheitsstatistik sei ein Pilotprojekt im Rahmen der regulären Halbzeit-Lehrinspektion.
Ein Screenshot aus Suzhou und eine Woche Anwesenheitserfassung lösten die Debatte aus
Auslöser war eine Mitteilung an Studierende. Demnach wird in bestimmten Kursen mit der im Sommer umgebauten Anlage eine Woche lang die Anwesenheit erfasst. Kurz darauf verbreitete sich online ein Screenshot mit Klassenraumbildern. Er zeigt Zahlen zu verspäteten Studierenden, zur Anwesenheitsquote und zur Head-up Rate. Gemeint ist der Anteil der Studierenden, die zu Lehrkraft oder Tafel schauen statt auf Handy oder Tisch.
Studierende kritisierten, sie seien vorab nicht gefragt worden. Sie fürchten, die Universität und Technikfirmen könnten auf ihre Gesichtsdaten zugreifen. Schon die Head-up-Messung ohne exakte Gesichtserkennung empfinden sie als unangenehm.
Die Universität erklärt, der Screenshot sei ein privater Screenshot aus der Online-Aufsicht am Campus Suzhou vom Mai dieses Jahres und zeige nicht die aktuelle Echtzeitüberwachung. Unabhängig geprüft ist diese Angabe nicht.
Ausschreibung nennt Gesichtserkennung, die Universität verneint sie: Was offen bleibt
Laut Berichten, die sich auf Cover News stützen, umfasst das Projekt ein Volumen von mehr als 31,52 Millionen Yuan und 113 Klassenzimmer am Campus Xianlin. Die Ausschreibungsunterlagen nennen demnach Gesichtsdetektion, Gesichtserkennung und die KI-Berechnung der Head-up Rate. Das Originaldokument liegt der Redaktion nicht vor.
Dem steht die Formel „ohne Autorisierung“ gegenüber. Offen bleibt, ob und wann eine Autorisierung erfolgt. Was beschafft wurde und was tatsächlich aktiv ist, kann auseinanderfallen.
Bei der Notenkopplung stehen Berichte über Aussagen einzelner Lehrender gegen das Dementi der Universität. Diese Lehrenden sollen gesagt haben, die Anwesenheitsdaten könnten die Regelnote beeinflussen oder sogar Prüfungsergebnisse annullieren. Die Originalmitteilungen liegen nicht vor.
Auch die Medien lesen die Erklärung unterschiedlich. China Daily schreibt, die Universität „bestreite“ die Überwachung. Die SCMP meldet dagegen, die Universität habe die KI-Nutzung gestoppt.



