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Polizei räumt besetzte Microsoft-Baustelle in Amsterdam und nimmt bis zu 200 Menschen fest

Nach Angaben von Organisatoren und Al Jazeera besetzten mehrere hundert Aktivisten statt des angekündigten Teach-ins die Baustelle in Sloterdijk. Die Aktion gehörte zum europaweiten Protesttag „Stop Dirty Data Centres“.

· Veröffentlicht: 07.11.2026 ·2 Min Lesezeit
Polizei räumt besetzte Microsoft-Baustelle in Amsterdam und nimmt bis zu 200 Menschen festMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Mehrere hundert Aktivisten besetzten am Freitag die Baustelle eines Microsoft-Rechenzentrums in Amsterdam-Sloterdijk.
  • Die Polizei räumte das Gelände mit der Mobilen Einheit; wer nicht freiwillig ging, wurde festgenommen.
  • Nach Polizeiangaben wurden vermutlich 150 bis 200 Verdächtige wegen Hausfriedensbruchs festgenommen.
  • Der Geländeeigentümer hat Anzeige erstattet.
  • Auf dem abgesperrten Gelände wurden diverse Sachbeschädigungen verübt; Festgenommene hatten mutmaßlich gestohlene Gegenstände.

Polizei räumt besetzte Microsoft-Baustelle in Sloterdijk und nimmt bis zu 200 Menschen fest

Am Freitag, 6. November, besetzten mehrere hundert Aktivisten die Baustelle eines geplanten Microsoft-Rechenzentrums im Amsterdamer Stadtteil Sloterdijk. Nach vorliegenden Berichten schnitten sie einen Zaun auf und betraten das Gelände über die Rückseite. Andere kletterten auf einen Baukran und auf das Dach des im Bau befindlichen Gebäudes. Laut Al Jazeera kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Zudem wurden Leuchtfackeln gezündet.

Die Polizei räumte das Gelände mit der Mobilen Einheit. Einige Demonstranten gingen freiwillig. Andere wurden eingekesselt und einzeln hinausgebracht. Wer nicht freiwillig ging, wurde festgenommen. Nach Polizeiangaben von 16:54 Uhr wurden vermutlich 150 bis 200 Verdächtige wegen Hausfriedensbruchs festgenommen. Zuvor hatte die Polizei nur von „Dutzenden“ Festnahmen gesprochen. Die Festgenommenen brachte man zum Zellenkomplex. Der Eigentümer des Geländes erstattete Anzeige.

Die Polizei erklärte außerdem, einige Demonstranten seien mit Werkzeug wie Winkelschleifer und Kletterausrüstung unterwegs gewesen. Trotz mehrfacher Aufforderung hätten sie es zunächst nicht abgegeben, was zu Konfrontationen geführt habe. Bei den Festgenommenen seien mutmaßlich vom Baugelände gestohlene Gegenstände gefunden worden. Auf dem abgesperrten Areal habe es zudem „diverse Vernielingen“ gegeben, also Sachbeschädigungen. Diese Angaben stammen von der Polizei. Eine unabhängige Prüfung liegt nicht vor.

Statt Teach-in eine Besetzung: Polizei und Organisatoren zeichnen unterschiedliche Bilder

Für Amsterdam war vorab ein Teach-in nahe dem geplanten Standort angekündigt. Auf dem Baugelände sollte um 12:00 Uhr ein Protest von Fossielvrij NL beginnen. Laut Polizei und NOS durchbrach jedoch eine andere Gruppe die Zäune. Die NOS spricht von pro-palästinensischen Aktivisten. Al Jazeera berichtet wiederum, pro-palästinensische Aktivisten hätten sich den Demonstrationen angeschlossen.

Die Gruppe Geef Tegengas („Push Back“) meldete in einer Pressemitteilung, die Besetzung sei gelungen. Sprecher Nathan Timmer sagte gegenüber AT5, man wolle den Bau verhindern.

Auch bei den Zahlen gehen die Darstellungen auseinander. Organisatoren und Al Jazeera sprechen von mehreren hundert Teilnehmern. Die NOS spricht von Dutzenden; nach eigener Darstellung seien es sogar Hunderte gewesen. Die Polizeizahl bezieht sich nur auf Festnahmen. Offen bleibt, wie die beteiligten Gruppen zusammenhängen und ob die Kampagnenzentrale die Besetzung mitträgt. Die Quellen geben dazu nichts her.

Teil eines Doppel-Protesttags in 15 Ländern: Moratorium für große Rechenzentren gefordert

„Stop Dirty Data Centres“ ist eine Kampagne von mehr als 100 Gruppen in 15 europäischen Ländern. Die Aktionstage am 6. und 7. November finden unter anderem in Irland, Polen, Dänemark, Finnland, Spanien, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien statt. Angekündigt waren ein Marsch in Dublin, ein Protest vor dem polnischen Parlament in Warschau, eine Demonstration vor einem Microsoft-Rechenzentrum in Dänemark und eine Aktion im Londoner Viertel Brick Lane.

Die Kampagne fordert ein Moratorium für große Rechenzentrumsprojekte. Sie verweist auf Umwelt- und Sozialkosten: Energie, Wasser, Land, Wohnen, Arbeitsplätze und Lebenshaltungskosten. Koordinator ist Owen Espley.

Als Hintergrund berichten Irish Examiner und SBS, Rechenzentrumsgegner hätten bei den US-Zwischenwahlen zu den Gewinnern gezählt.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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