Oracle will Googles TPUs in seine Cloud holen und beansprucht die Erstposition
Oracle bezeichnet sich als ersten Hyperscaler mit Googles TPUs außerhalb von Google Cloud. Laut CNBC hat Google TPUs aber schon im zweiten Quartal für Rechenzentren außerhalb von Google geöffnet. Regionen, Generationen, Starttermin und Preise sind offen.
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◆ Fakten auf einen Blick
- Oracle kündigte am 27. Oktober in Las Vegas an, Googles TPUs in Oracle Cloud Infrastructure einzusetzen.
- Google Cloud wuchs im zweiten Quartal um 82 % auf 24,8 Mrd. USD.
- Die achte TPU-Generation wurde im Mai vorgestellt: Trainingschip TPU 8t und Inferenzchip TPU 8i.
- Google verkauft TPUs dieses Jahr an externe Unternehmen wie Anthropic und Meta.
- Cloud-Chef Thomas Kurian sagt, Googles TPU-Geschäft sei mehr als doppelt so groß wie das nächstgrößte.
Oracle will Googles TPUs in der OCI anbieten und beansprucht die Erstposition
Oracle plant, Googles Tensor Processing Units (TPUs) in der Oracle Cloud Infrastructure (OCI) einzusetzen. Das kündigte der Konzern am Dienstag, 27. Oktober, auf der Oracle AI World in Las Vegas an, einen Tag vor den Q3-Zahlen von Alphabet. Oracle bezeichnet sich damit als ersten Hyperscaler, der TPUs außerhalb von Google Cloud anbietet. Das ist ein Anspruch von Oracle selbst. Google will sein TPU-Geschäft über die eigene Cloud hinaus mit Partnern ausweiten und dem Marktführer Nvidia Anteile abnehmen.
Oracle erweitert nach eigenen Angaben auch die Auswahl an KI-Chips in der OCI. Geplant sind zusätzlich Inferenz-Chips von OpenAI, Cerebras, SambaNova und Positron AI. Zugleich vertieft Oracle die Partnerschaft mit Nvidia. Vera Rubin NVL72 und Vera CPUs sind auf OCI allgemein verfügbar. Die OCI Superclusters sollen mit Vera-Rubin-NVL72-Systemen auf Multi-Gigawatt-Maßstab wachsen.
Offen bleibt, wo, wann und zu welchen Konditionen Kunden die TPUs nutzen können. Das vorliegende Material enthält keine Angaben zu Regionen, TPU-Generationen, Starttermin oder Preisen.
Google hat TPUs schon vor Oracle nach außen geöffnet
Der Anspruch, erstmals würden Googles Chips aus den eigenen Rechenzentren herausgeführt, ist überzogen. Laut CNBC hat Google TPUs im zweiten Quartal für Rechenzentren außerhalb von Google geöffnet. Chosun zufolge verkauft Google TPUs in diesem Jahr an externe Unternehmen wie Anthropic und Meta. Neu ist der Vertriebsweg über einen anderen Hyperscaler, nicht das Verlassen der eigenen Rechenzentren.
Der Widerspruch dürfte auf unterschiedliche Definitionen zurückgehen. Auf der einen Seite steht der Zugang als Cloud-Dienst eines anderen Anbieters, auf der anderen der Direktverkauf oder die Aufstellung in Kundenrechenzentren. Das Material klärt diese Frage nicht abschließend.
Cloud-Chef Thomas Kurian sagte auf einer Goldman-Sachs-Konferenz, Googles TPU-Geschäft sei mehr als doppelt so groß wie das des nächstgrößten Hyperscalers. Das ist eine Selbsteinschätzung ohne unabhängige Zahlen. Die achte TPU-Generation wurde im Mai vorgestellt, mit dem Trainingschip TPU 8t und dem Inferenzchip TPU 8i.
Analysten gehen bei TPU-Umsätzen weit auseinander, der CFO bremst
Google Cloud wuchs im zweiten Quartal laut einer Fachanalyse um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar. Erwartet worden waren 22,5 Milliarden. Für das dritte Quartal rechnen Analysten mit rund 90 Prozent Wachstum. Damit liegt Google Cloud mit etwa 25 Milliarden Dollar weiter hinter AWS (42 Milliarden) und Azure (29 Milliarden).
Bei den TPU-Umsätzen klaffen die Schätzungen auseinander. TD Cowen nennt 9,4 Milliarden Dollar für die zweite Jahreshälfte und 62,5 Milliarden für 2027. Wells Fargo erwartet rund 9 Milliarden Dollar allein für das dritte Quartal und 99 Milliarden für 2027. Dem gegenüber steht die Aussage von CFO Anat Ashkenazi aus dem Juli, dieses Jahr werde nur ein kleiner Teil der TPU-Umsätze aus bestehenden Verträgen erfasst. Google verbuchte im zweiten Quartal erstmals Umsatz aus TPU-Systemen, ausgehend von einer kleinen Basis.
Prüfbar wird das über die Segmentzahlen und den Earnings Call zum Q3-Bericht.



