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OpenAI beauftragt Hacktron mit Tests an Schnittstellen zu Drittdiensten

Das Unternehmen war OpenAI zuvor über das Bug-Bounty-Programm aufgefallen. Über Umfang, Laufzeit und Vertragsform der Zusammenarbeit ist nichts bekannt.

· Veröffentlicht: 08.11.2026 ·2 Min Lesezeit
OpenAI beauftragt Hacktron mit Tests an Schnittstellen zu DrittdienstenMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • OpenAI und Hacktron vereinbaren eine Partnerschaft zur Suche nach Schwachstellen in OpenAI-Systemen.
  • OpenAI erweitert Hacktrons Zugang zu seinen Frontier-Modellen über 'Daybreak Red'.
  • Hacktron verkettete zwei kritische Schwachstellen und kompromittierte ChatGPT-Konten mehrerer OpenAI-Mitarbeitender.
  • Als Nachweis öffnete Codex einen Pull Request (#1186742) im internen Monorepo openai/openai.
  • Der Einstieg erfolgte über die Bild-Upload-Verarbeitung des OpenAI-Forums community.openai.com, Hacktron meldete sie.

OpenAI und Hacktron suchen gemeinsam nach Lücken an den Schnittstellen zu Drittdiensten

OpenAI hat am 6. November 2026 eine Partnerschaft mit dem KI-Sicherheitsunternehmen Hacktron angekündigt. Demnach wählen Ingenieure von OpenAI und Sicherheitsforscher von Hacktron gemeinsam Bereiche mit hoher Priorität aus und testen sie. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von OpenAI-Systemen mit Drittdiensten. Außerdem erweitert OpenAI den Zugang von Hacktron zu seinen Frontier-Modellen über „Daybreak Red“.

Neu ist der Wechsel von einer einmaligen Meldung im Bug-Bounty-Programm zu einer laufenden Zusammenarbeit. OpenAI begründet den Schritt selbst. Das Unternehmen sei „impressed by the impact“ der von Hacktron gemeldeten Schwachstellen. Die Zusammenarbeit helfe, die Verbindungen zwischen Diensten „more deeply“ zu testen, zumal KI-Agenten Dienste auf neue Weise miteinander verknüpften. Dabei handelt es sich um Angaben des Unternehmens. Überprüfen lassen sie sich erst anhand später veröffentlichter Zahlen zu Funden und Schweregraden.

Offen bleibt, wie die Partnerschaft konkret aussieht. Zu Umfang, Laufzeit, Vertragsform und genauer Scope-Definition enthält das vorliegende Material keine Angaben.

Zwei verkettete Schwachstellen führten bis in das interne Repository openai/openai

Nach eigenen Angaben stieß OpenAI über das Security-Bug-Bounty-Programm auf Hacktron. Die Firma entwickelt KI-Agenten für Code-Review, Penetrationstests und Red Teaming.

Den Anfang machte laut Hacktron eine Schwachstelle in der Bild-Upload-Verarbeitung der Forensoftware Discourse. Sie beruht auf der Bibliothek libheif. Die Lücke ermöglichte Remote Code Execution und Administratorzugriff auf das OpenAI-Forum community.openai.com. Hacktron meldete sie OpenAI und Discourse und stimmte den Patch mit beiden ab.

In Verbindung mit einer zweiten Schwachstelle konnte das Team die ChatGPT-Konten mehrerer OpenAI-Mitarbeitender kompromittieren. Als Nachweis ließ es über Codex einen Pull Request (#1186742) im internen Monorepo openai/openai öffnen. Nach eigener Darstellung hat das Team dabei keine sensiblen Informationen eingesehen. Von der ersten Entdeckung bis zum Repository-Zugriff vergingen laut Hacktron weniger als 72 Stunden. Weil sich an die Konten Dienste wie GitHub, Slack und E-Mail anbinden lassen, wäre der theoretisch erreichbare Umfang groß gewesen.

OpenAI zahlte 6.500 US-Dollar Bounty. Die Forscher Harsh Jaiswal, Mohan Pedhapati und Rahul Maini fanden die Lücken mit Anthropics Claude.

Die Zeitangaben zum Vorfall widersprechen sich, die Reichweite der Partnerschaft bleibt offen

Hacktron datiert die Verkettung auf den 25. Juli 2026. Die Forumslücke soll seit etwa zwei Monaten behoben sein. Das Writeup erschien laut Malwarebytes Mitte September, Presseberichte folgten ab dem 21. September. Eine Quelle schreibt, OpenAI habe Hacktron „two months after“ dem Zugriff engagiert. Womöglich vermischt sie Tat- und Veröffentlichungszeitpunkt. Die genauen Meldedaten stehen nur in Hacktrons Timeline, und die liegt im Material nur gekürzt vor.

Hacktron wirbt damit, nur nachweislich ausnutzbare Funde zu melden und sich so von Scannern abzugrenzen. Eine unabhängige Prüfung dafür liegt nicht vor. Funde und Schweregrade aus der Partnerschaft müssen OpenAI oder Hacktron noch veröffentlichen.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. openai.com ↗

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