Open-Source-Projekte heben Nvidias halbe Tensor-Rate auf GeForce-Karten auf
Ohne VBIOS-Flash und ohne gepatchten Treiber verdoppelt sich die Rohrate, echte Matrixmultiplikationen gewinnen deutlich weniger. Die 65 Prozent für nv-uefi-unlocker sind nicht belegt.
Mit KI erstelltInhalt
◆ Fakten auf einen Blick
- Nvidia-GeForce-Karten laufen bei FP32-Akkumulation mit halber Rate gegenüber FP16-Akkumulation.
- Eine unabhängige Messung an RTX 5090 ergibt FP32-Akkumulation mit 51 % der FP16-Rate.
- Das Linux-Kernelmodul gpu-unlock-ada hebt Speed-Select per Firmware-Transaktion an, ohne VBIOS-Flash.
- Ein unabhängiger Besitzerlauf maß auf einer RTX 4090 von 160,4 auf 320,4 TF/s (FP16).
- Im unabhängigen Lauf stieg cuBLAS-GEMM mit FP16 um 12–34 %, mit BF16 um 16–20 %.
Zwei Register vor dem Treiber heben die halbe Tensor-Rate auf
Seit Ende Oktober 2026 setzen mehrere Open-Source-Projekte zwei Tensor-Speed-Select-Register vor dem Nvidia-Treiber. Darunter sind UEFI-Apps und Linux-Kernelmodule. Die Rate für FP16/BF16 mit FP32-Akkumulation ist bei GeForce-Karten der Serien RTX 20, 30 und 40 auf die Hälfte gedrosselt. Die Projekte heben diese Drosselung auf.
Das Kernelmodul gpu-unlock-ada führt eine Firmware-Transaktion aus, löst einen PCIe-FLR aus und übergibt dann an den unveränderten Treiber. Die Firmware entsteht lokal aus gepinnten, per SHA-256 geprüften Nvidia-Eingaben. Das Repository enthält keine Nvidia-Binaries. Die UEFI-App für GA10x läuft von einem FAT32-Stick, eine Windows-Variante deckt Ada ab.
Anlass der Meldung ist das Tool nv-uefi-unlocker. Seine Primärquelle ließ sich nicht verifizieren.
Nvidias Drosselung steht seit Jahren im Whitepaper. Neu ist der Weg ohne Flash.
Die Drosselung selbst ist nicht neu. Nvidias Whitepaper zu Ada nennt für die RTX 4090 rund 165 TFLOPS, und die Ampere-Unterlagen zeigen dasselbe Muster. Profi-Schwesterkarten laufen mit voller Rate. Eine unabhängige Messung an einer RTX 5090 ergibt 51 Prozent der FP16-Akkumulationsrate. Blackwell ist also ebenso gedrosselt.
Neu ist der Weg. Die Bremse lässt sich per USB- oder UEFI-Boot lösen, alternativ über ein vorgeladenes Kernelmodul. Ein VBIOS-Flash ist dafür nicht nötig.
Offen bleibt, wo die Bremse sitzt. Eine Quelle sieht sie in der Firmware. Eine andere verortet sie in einem beim Boot aus Fuses gesetzten Schalter, dessen Override-Register Nvidia vorbehalten sei. Die Projekte schreiben die Register über signierte Firmware. Eine saubere technische Primärbeschreibung liegt bislang nicht vor.
Die Rohrate verdoppelt sich, echte Matrixmultiplikationen gewinnen deutlich weniger
Laut Projektautor stieg auf einer RTX 4090 FP16 von 165,6 auf 331,6 TFLOPS, BF16 von 165,5 auf 330,6 TFLOPS. Ein unabhängiger Besitzerlauf maß 160,4 auf 320,4 sowie 159,7 auf 320,2 TF/s Instruktionsdurchsatz. Auf einer RTX 3090 erreichte ein Besitzer das 1,9-Fache pro Takt.
Reale cuBLAS-GEMMs legen weniger zu. Bei FP16 sind es 12 bis 34 Prozent, bei BF16 16 bis 20 Prozent, bei 4096³ praktisch nichts. Bei der Windows-Variante für Ada erreicht ein 8192³-GEMM etwa 92 TF/s, denn dort begrenzt die Speicherbandbreite. Die Messwerte belegen damit eine verdoppelte Issue-Rate, aber nicht die Anwendungsleistung. Die Autoren selbst nennen ihre Angaben ein einzelnes Messpaar bei aktivem Desktop, ohne Dauer-Stabilitätstest.
Die 65 Prozent für nv-uefi-unlocker bleiben ungeprüft
Zu nv-uefi-unlocker liegt nur ein Sekundärbericht vor. Das Tool bootet von einem FAT32-Stick, nutzt den Community-V67-Payload und verifiziert per Read-back. Es soll RTX 20, 30 und 40 in Desktop und Laptop unter Windows und Linux abdecken. Die 65 Prozent stehen dort lediglich als „reportedly“ für eine RTX-4060-Laptop-GPU. Karte, Benchmark und Baseline sind nicht belegt.
Der Wert liegt weit unter dem Doppelten, das andere Projekte messen. Eine abweichende Metrik ist plausibel, aber nicht bewiesen. Außerdem nennt die Überschrift „FP16“, gemeint ist jedoch der FP32-Akkumulationspfad.
Das breite Versprechen steht gegen boardspezifische Projekte. Ob nv-uefi-unlocker ein eigenes Projekt ist oder bestehende Payloads bündelt, bleibt offen. „Sicherer als frühere Versionen“ ist eine ungeprüfte Herstellerangabe.
Wer profitiert, wer prüfen muss
Profitieren können Besitzer unterstützter Karten wie RTX 3060 12GB, 3090, 4090 oder 4060 Ti 16GB, sofern ihre Last matrixlastig ist. Dazu zählen LLM-Prefill (+14 bis 36 Prozent laut Nutzerberichten), Diffusion, FlashAttention und Mixed-Precision-Training. Bei Decode, INT8 und Spielen bleibt der Gewinn nahe null.
Auf der RTX 3060 blieb die Leistungsaufnahme im 170-W-Limit. Bei auf 225 W begrenzten Karten lag der niedrigste Gewinn bei +25 Prozent. Blackwell-Besitzer gehen nach der RTX-5090-Messung leer aus.
Die Projekte versprechen Schutzprüfungen gegen Kartenwerte und einen Abbruch vor dem Schreiben bei Abweichung. Das sind Angaben der Projekte ohne unabhängiges Code-Audit. Nutzer müssen Kartenprofil und Board abgleichen und dem Quellcode vertrauen. Die Aufhebung berührt außerdem Nvidias Trennung zwischen GeForce- und Profi-Karten. Eine Reaktion des Konzerns liegt nicht vor.



