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Microsoft übertrifft Erwartungen: Azure wächst um 48 Prozent

Cloud-Geschäft und Free Cashflow stark, Capex-Prognose auf 170 Milliarden Dollar gesenkt, Consumer-Segment schwächer

· Veröffentlicht: 29.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Microsoft übertrifft Erwartungen: Azure wächst um 48 ProzentMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Microsoft meldete für das Quartal bis 30. September 2026 einen Umsatz von 92,3 Mrd. Dollar (+19 %).
  • Der operative Gewinn stieg auf 45,9 Mrd. Dollar (+21 %), der GAAP-Nettogewinn auf 36,6 Mrd. Dollar (+32 %).
  • Azure erzielte 33,2 Mrd. Dollar Umsatz und wuchs um 48 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Der Umsatz der Microsoft Cloud lag bei 63,9 Mrd. Dollar, 30 % mehr als im Vorjahr.
  • Die Investitionen betrugen 45,2 Mrd. Dollar, unter der Analystenerwartung von 50,67 Mrd. Dollar.

Azure wächst um 48 Prozent und schlägt die Erwartungen

Microsoft hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen. Das Quartal endete am 30. September 2026. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden Dollar, der operative Gewinn um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden Dollar.

Der bereinigte Gewinn je Aktie (Non-GAAP, ohne den Einfluss der OpenAI-Investitionen) lag bei 4,89 Dollar. Der LSEG-Konsens hatte 4,73 Dollar erwartet. Beim Umsatz standen 92,28 Milliarden Dollar einer Erwartung von 90,69 Milliarden gegenüber.

Azure erzielte 33,2 Milliarden Dollar Umsatz und wuchs um 48 Prozent. Die Microsoft Cloud kam auf 63,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 30 Prozent (31 Prozent in konstanter Währung). Für das zweite Geschäftsquartal rechnet Microsoft mit einem Azure-Wachstum von 49 bis 50 Prozent in konstanter Währung. Der Gesamtumsatz soll 96 bis 97,1 Milliarden Dollar erreichen. Der von StreetAccount ermittelte Konsens für Azure lag bei 45,1 Prozent. Nachbörslich gewann die Aktie etwa vier Prozent.

Finanzchefin Amy Hood sprach von einem „starken Start“ ins Geschäftsjahr. Nach ihren Worten haben die Ergebnisse in allen Umsatzbereichen die Erwartungen übertroffen. Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot. Beides sind Angaben des Unternehmens. Microsoft und die Berichterstattung führen die Zahlen als Gegenargument zu Zweifeln an den hohen KI-Investitionen an. Anleger wollen sehen, dass Azure weiter kräftig wächst und die KI-Wetten Umsatz bringen.

Capex unter Erwartung, Prognose auf 170 Milliarden gesenkt, Free Cashflow bei 18,6 Milliarden

Die Investitionen einschließlich Finance Leases betrugen 45,2 Milliarden Dollar. Das sind rund 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten laut StreetAccount mit 50,67 Milliarden Dollar gerechnet.

Hood erklärte, einige für das Quartal erwartete Lieferungen von Drittkapazitäten hätten sich verzögert. Damit begründet Microsoft auch die Senkung der Capex-Prognose um fünf Milliarden auf etwa 170 Milliarden Dollar. Im Juli hatte der Konzern noch etwa 175 Milliarden Dollar genannt. Die Senkung war zuvor bereits berichtet worden („Microsoft soll Investitionsprognose um 5 Milliarden auf 170 Milliarden Dollar senken“), und Microsoft hat sie mit den Quartalszahlen bestätigt.

Bei der Angabe zum Zeitraum weichen die Quellen ab. Zwei nennen das Kalenderjahr 2026, eine das Geschäftsjahr 2026. Die Zahl stimmt überein. Das Microsoft-Geschäftsjahr 2026 endete bereits am 30. Juni. Deshalb ist das Kalenderjahr die plausiblere Lesart. Abschließend belegen lässt sich das aus dem Material nicht.

Der Free Cashflow lag bei 18,6 Milliarden Dollar, rund zehn Milliarden über den Erwartungen. Anders als andere Hyperscaler meldet Microsoft weiterhin positiven Free Cashflow. Hood wies außerdem darauf hin, dass die Zahlungen für Sachanlagen stärker wuchsen als die Gesamt-Capex. Wie groß die Abweichung ist, nennt das Material nicht.

Consumer-Geschäft schrumpft, Copilot-Nutzung wächst laut Microsoft

Das Segment Devices and Consumer ging um drei Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar zurück. Vor allem das schwache PC-Geschäft drückte das Ergebnis.

Bei Copilot meldet Microsoft Zuwächse. Die Zahl der täglichen Nutzer stieg gegenüber dem Vorquartal um knapp 50 Prozent. Die automatisierten Aufgaben haben sich seit Juli nahezu verdoppelt. Absolute Zahlen nennt der Konzern dabei nicht. Auch Nutzer- oder Umsatzzahlen zu KI-Produkten schlüsselt Microsoft nicht auf.

Konzernchef Satya Nadella sprach von „greater capability, choice, control, and cost efficiency“ für Kunden.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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