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Microsoft-Investitionen: Gesenkte Prognose nicht belegt, Rückzug aus Loughton schon

Die vorliegenden Quellen zeigen steigende Investitionen. Als Kapazitätsrückschlag dokumentiert ist nur der Ausstieg aus einem Nscale-Standort in Essex wegen fehlenden Netzstroms.

· Veröffentlicht: 29.10.2026 ·2 Min Lesezeit
Microsoft-Investitionen: Gesenkte Prognose nicht belegt, Rückzug aus Loughton schonMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Microsoft meldet für Q4 FY26 Umsatz von 90 Mrd. USD, plus 18 Prozent gegenüber Vorjahr.
  • Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen im Q4 FY26 um 43 Prozent, über der Guidance von 39–40 Prozent.
  • Für Q1 FY27 erwartet Microsoft Azure-Wachstum von rund 45 Prozent währungsbereinigt.
  • Nscale hat die Vereinbarung über den geplanten Standort Loughton gekündigt; die übrige Partnerschaft bleibt bestehen.
  • Die Kündigung betrifft 50 MW mit 23.040 Nvidia GB300 GPUs für Azure in Großbritannien.

Microsoft-Zahlen zeigen steigende statt sinkende Investitionen

Dass Microsoft seine Investitionsprognose wegen verzögerter KI-Kapazität senkt, legt eine Schlagzeile von Business Insider nahe. Belegen lässt sich das mit dem vorliegenden Material nicht. Der Artikel selbst liegt nicht vor. Keine der Quellen stellt außerdem einen Zusammenhang zwischen Investitionen und Verzögerungen her.

Die belegten Zahlen laufen in die Gegenrichtung. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 gab Microsoft 41 Milliarden US-Dollar für Investitionen (Capex) aus. Laut CFO Amy Hood waren es im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 rund 45 Milliarden, im zweiten sollen es mehr als 50 Milliarden werden. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 nennt Hood rund 170 Milliarden Dollar. Azure und andere Cloud-Dienste wuchsen im vierten Quartal um 43 Prozent. Für das zweite Quartal sind 49 bis 50 Prozent angesetzt.

Ob die 170 Milliarden unter einer früheren Prognose liegen, lässt sich nicht prüfen. Die frühere Zahl fehlt im Material. Worauf sich Business Insider stützt, bleibt offen.

Loughton: Microsoft steigt wegen Strommangels aus Nscale-Standort aus

Belegt ist ein einzelner Rückschlag. Microsoft hat die Vereinbarung über Nscales geplanten Standort Loughton in Essex gekündigt, weil die erwartete Stromverfügbarkeit in die 2030er-Jahre rutschte. Vorgesehen waren 50 Megawatt mit 23.040 Nvidia-GB300-GPUs für Azure in Großbritannien, Betriebsbeginn Anfang 2027. Laut Financial Times bezog sich die Kündigung auf den Mietvertrag über die gesamte Anfangskapazität von 50 Megawatt.

Microsoft erklärt, die Entscheidung betreffe nur diesen Standort. Die übrige Partnerschaft mit Nscale bestehe fort. Projekte in Norwegen, Portugal und den USA seien nicht betroffen. Nscale hält nach eigenen Angaben am 2-Milliarden-Pfund-Projekt fest und prüft alternative Stromquellen sowie andere Standorte in Großbritannien.

Zu den Ursachen liegen zitierte Aussagen vor. Reuters berichtet, Netzanschluss-Engpässe verzögerten einige britische Rechenzentrumsprojekte um bis zu 13 Jahre. The Times zitiert UK Power Networks mit der Auskunft an Nscale, ausreichend Netzstrom gebe es erst in den frühen 2030er-Jahren. Im Zusammenhang mit Loughton nennt Microsoft keine Prognoseänderung.

Hoods Effizienzargument ist erst in kommenden Quartalen prüfbar

Hood begründet die hohen Ausgaben damit, Effizienzgewinne erhöhten den Ertrag pro Capex-Dollar. Das ist eine Herstellerangabe. Prüfen lässt sie sich an der Azure-Wachstumsrate im Verhältnis zu den Investitionen und am Free Cashflow in den kommenden Quartalsberichten. Microsoft will im Geschäftsjahr 2027 Free-Cashflow-positiv bleiben. Nach den Zahlen zum vierten Quartal legte die Aktie nachbörslich um rund 9 Prozent zu.

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Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

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