Laut Reuters ordern ByteDance, Alibaba und Tencent Nvidia-Workstation-Karten im Listenwert von über 35 Milliarden Dollar
Die Gesamtbestellungen aus China liegen laut anonymen Quellen bei über 6 Millionen Karten. Nvidia kann die Aufträge offenbar nur zu einem Bruchteil bedienen.
Mit KI erstellt◆ Fakten auf einen Blick
- Seit 15. Januar 2026 prüft das US-Handelsministerium H200- und MI325X-Exporte nach China und Macau einzeln.
- Die Prüfung ist an Bedingungen geknüpft, darunter Kundenprüfung (KYC) und unabhängige Drittprüfung in den USA.
- Laut Reuters bestellen drei Konzerne Karten im möglichen Wert von über 35 Milliarden Dollar.
- Die Blackwell-basierte B300 darf laut Bericht nicht nach China verkauft werden.
- Die RTX PRO 5500 ist ein Workstation-Chip und zählt zu den stärksten für chinesische Käufer.
Chinas Techriesen bestellen Workstation-Karten im Listenwert von über 35 Milliarden Dollar
ByteDance, Alibaba und Tencent haben bei Nvidia Workstation-Karten des Typs RTX PRO 5500 bestellt. Deren möglicher Listenwert liegt bei über 35 Milliarden Dollar. Das berichtet Reuters unter Berufung auf anonyme Quellen. Den Bericht gibt es hier nur über Zweitquellen, nämlich Wiedergaben der Economic Times und von Bloomberg Law. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben deshalb nicht.
Zwei Größen sind dabei auseinanderzuhalten. Die Gesamtbestellungen von Kunden in China liegen laut zwei der Reuters-Quellen bei mehr als 6 Millionen Karten. Die Bestellungen der drei Konzerne betreffen Karten zu je rund 11.400 Dollar. Daraus ergibt sich für diese Aufträge ein möglicher Listenwert von mehr als 35 Milliarden Dollar. Die 35 Milliarden sind also nicht das Produkt aus den 6 Millionen Karten und dem Einzelpreis. Es handelt sich um den Listenpreis. Ob tatsächlich ein Betrag gezahlt oder vereinbart wurde, ist offen. Zuvor waren die Bestellungen nicht öffentlich berichtet worden.
Nvidia soll Kunden und Partnern mitgeteilt haben, dass es die Aufträge nicht garantiert erfüllen kann. Die Nachfrage aus China übersteige die geplante Produktion weit. Eine Quelle sagte Reuters, Partner könnten womöglich nur 5 bis 10 Prozent der angefragten Menge erhalten. Die Quellen sprachen anonym, weil sie nicht befugt sind, mit Medien zu sprechen. ByteDance, Alibaba und Tencent blieben auf Reuters-Anfragen ohne Antwort.
Keine Rechenzentrumskarte: Was die RTX PRO 5500 von der H200 unterscheidet
Die RTX PRO 5500 ist ein Workstation-Chip für leistungsstarke professionelle Rechner. Für die großen Rechenzentrums-Cluster, in denen Nvidias fortschrittlichste KI-Prozessoren arbeiten, ist sie nicht vorgesehen. Laut Reuters zählt sie dennoch zu den leistungsstärksten Nvidia-Chips, die chinesische Käufer noch beziehen können.
Hier liegt der Unterschied zu den Beschleunigern, die Washington stärker beschränkt. Der Blackwell-basierte Rechenzentrumschip B300 darf laut Bericht nicht nach China verkauft werden. Die Hopper-basierte H200 prüft das US-Handelsministerium im Einzelfall, nach einer Regel, die am 15. Januar 2026 in Kraft trat (Mitteilung vom 13. Januar 2026). Eine Verweigerungsvermutung gilt dafür nicht. Voraussetzungen sind unter anderem ausreichende Versorgung in den USA, eine Kundenprüfung beim Empfänger und eine unabhängige Drittprüfung in den USA.
Die verbreitete Formulierung „Trotz US-Bann“ ist daher ungenau. Ein Bann trifft die stärksten Beschleuniger, nicht die hier bestellte Workstation-Karte. Auch Jensen Huangs Aussagen über Lizenzen für „viele Kunden in China“ bei der H200 betreffen die RTX PRO 5500 nicht. Ob Peking H200-Lieferungen freigegeben hat, ist umstritten. Nvidia und eine anonyme Quelle bejahen das. Ein chinesischer Firmenvertreter wusste davon nichts, und die Botschaft in Washington verwies auf die Behörden. Eine offizielle Bestätigung fehlt.



