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iQIYI dreht „Cop in Trouble“ in einem neuen KI-Filmstudio in Shanghai

Das rund 110 m² große Studio verbindet die bestehende Plattform NadouPro mit einem physischen Set. Zur Zahl der Modelle und Agenten widersprechen sich die Quellen.

· Veröffentlicht: 02.11.2026 ·3 Min Lesezeit
iQIYI dreht „Cop in Trouble“ in einem neuen KI-Filmstudio in ShanghaiMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • iQIYI hat ein KI-Filmstudio im iQIYI Creative Center Shanghai eröffnet.
  • Als erstes Projekt begann am 28. Oktober 2026 der Dreh von "Cop in Trouble".
  • Aufnahmen werden automatisch mit NadouPro synchronisiert, iQIYIs KI-Plattform für Film- und TV-Produktion.
  • Der Workflow kombiniert Dreh vor Ort mit KI-Postproduktion; Schauspieler-Darstellung bleibt erhalten.
  • Zhu Liang betont, die Darstellerleistung bleibe der Kern jedes Films.

iQIYI beginnt in Shanghai mit den Dreharbeiten zu „Cop in Trouble“ im neuen KI-Studio

Der Streamingdienst iQIYI hat im Creative Center Shanghai ein KI-Filmstudio mit rund 110 m² eröffnet. Am 28. Oktober 2026 begannen dort die Dreharbeiten zum Internet-Spielfilm „Cop in Trouble“. Die Handlung: Ein rangniedriger Polizist will einen berüchtigten Gesetzlosen zur Strecke bringen, während sein Lügengeflecht droht aufzufliegen.

Das Studio bietet Multikamera-Aufnahme, synchronisierte hochauflösende Bild- und Tonaufzeichnung, digitale Continuity-Protokollierung und eine Sichtung des Materials in Echtzeit. Zhu Liang, Vizepräsident und Leiter der intelligenten Produktion bei iQIYI, betont, dass die Darstellerleistung im Mittelpunkt jedes Films bleibe.

Die Bezeichnung „Chinas erstes KI-Filmstudio“ und die Selbstbeschreibung als „leading platform“ stammen von iQIYI selbst. Das vorliegende Material enthält keine unabhängige Quelle, die diese Ansprüche stützt. Zu Besetzung, Regie, Budget, Starttermin und Vertrieb des Films gibt es keine Angaben.

Set-Aufnahmen fließen automatisch in NadouPro ein, Umgebungen, Licht und Kostüme entstehen erst nach dem Dreh

Der Workflow verknüpft die Aufnahmen am Set mit KI-Postproduktion. Das Material wird automatisch in NadouPro synchronisiert, iQIYIs KI-Plattform für Film- und TV-Produktion. Umgebungen, Sets, Licht, Kostüme, Make-up und Requisiten lassen sich danach offenbar flexibler gestalten, die Originaldarstellung der Schauspielerinnen und Schauspieler bleibt erhalten. Ihre Interaktionen, etwa Gespräche oder choreografierte Actionszenen, dienen als Referenz für die KI-generierten Umgebungen.

NadouPro beschreibt sich selbst als professionelle KI-Agenten-Plattform für die Filmproduktion. Mit Canvas bietet sie einen offenen Node-Workflow, mit der Workbench einen strukturierten Ablauf von Skript über Motive und Storyboard bis zur Produktion. Abgedeckt werden Text-, Bild-, Video- und Audiofunktionen, darunter Lip Sync, Voice Dubbing, Voice Conversion und Voice Cloning. Eingebunden sind außerdem Drittmodelle; genannt werden unter anderem Seedance, Kling, Vidu, Hailuo und WAN. Die Plattform stützt sich also nicht allein auf eigene Modelle.

Neu ist laut den Angaben nicht die Plattform, die nach den Seiten von nadou.ai bereits existierte, sondern ihre Kopplung an ein physisches Set. Bei den Zahlen gehen die Angaben auseinander. Die Pressemitteilung nennt knapp 30 Modelle, darunter Seedance 2.5 und Kling 4.0, sowie „hunderte“ Agenten und Skills. Die nadou.ai-Seiten führen ältere Stände auf, nämlich Seedance 2.0 sowie Kling 4K beziehungsweise Kling 3.0 Omni, und sprechen von knapp 70 Agenten. Die Ursache ist ungeklärt. Denkbar ist, dass die Pressemitteilung Agenten und Skills zusammenzählt. Offen bleibt, ob Studio und öffentliche Plattform dieselben Modelle nutzen.

Dass das Studio Zeitbeschränkungen verringert und die Effizienz steigert, ist eine Herstellerangabe. Produktionszeiten oder Kosten von „Cop in Trouble“ liegen nicht vor.

Shanghai fördert KI-Microdramas, Kling und Bona setzen bereits auf KI-Video

Der Schritt fällt in eine Phase, in der KI-Video in China schnell wächst. Laut Fortune, die sich auf chinesische Staatsmedien beruft, waren im ersten Quartal 2026 über 95 Prozent von mehr als 120.000 Microdramas KI-generiert. Nach Reuters, wiedergegeben von EVTV, werben Städte mit Subventionen und Rechenleistung um KI-Filmfirmen. Shanghai führte im Mai Maßnahmen ein, um die KI-gestützte Produktion von Microdramas zu beschleunigen. Die Kling-Einheit von Kuaishou erhielt vom China Artificial Intelligence Industry Investment Fund 1,4 Milliarden Yuan.

Bona Film Group hat nach eigenen Angaben mit „Sanxingdui: Future Past“ einen Kinofilm herausgebracht, der vollständig mit KI-Videogenerierung entstand. Laut awardsradar.com unter Verweis auf Cartoon Brew spielte er rund 1,21 Millionen Yuan ein, bei einem Budget von etwa 10 Millionen Yuan. iQIYIs Ansatz aus Live-Action und KI-Postproduktion unterscheidet sich davon.

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Jasmin Freitag
Redaktion · KI-Anwendungen & Tools

Jasmin Freitag beobachtet für KI Spotlight die praktische Seite der künstlichen Intelligenz: neue Anwendungen, generative Werkzeuge, kreative KI und den Einsatz von Tools im Alltag und in Unternehmen. Sie erklärt praxisnah, was ein Werkzeug wirklich taugt.

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