Live Agenten-Laufzeit als „Substrat“: Beitrag stellt Linux-Container mit Bash infrage
↘

Hyperscaler drängen Apple bei NAND-Speicher in die Defensive

Einem WSJ-Bericht zufolge verliert Apple gegenüber Kioxia, Samsung und SK Hynix an Verhandlungsmacht. Der Bericht liegt nur über Sekundärquellen vor, und die genannten Preiszahlen lassen sich nicht direkt vergleichen.

· Veröffentlicht: 29.10.2026 ·3 Min Lesezeit
Hyperscaler drängen Apple bei NAND-Speicher in die DefensiveMit KI erstellt
Inhalt
◆ Fakten auf einen Blick
  • Laut TechInsights haben sich die NAND-Preise binnen eines Jahres verfünffacht.
  • Kioxia hat im Januar 2026 seine Kapazität für das Jahr ausverkauft.
  • Die Knappheit bei RAM und Flash könnte laut SK Hynix bis mindestens 2030 anhalten.
  • Laut Digitimes kann Apple weder niedrigere Preise noch langfristige Verträge durchsetzen.
  • Der neue Kioxia-Deal soll laut Digitimes das Doppelte des früheren Preises kosten.

Hyperscaler verdrängen Apple als größten NAND-Käufer

Die KI-Nachfrage der Hyperscaler nach Flash-Speicher für Rechenzentren schwächt Apples Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten wie Kioxia, Samsung und SK Hynix. So steht es in einem Bericht des Wall Street Journal vom 28. Den Originaltext konnten wir nicht im Wortlaut prüfen. Die Angaben stammen aus Sekundärberichten, die sich auf das WSJ berufen. Sie geben also Drittquellen wieder und sind unabhängig nicht bestätigt.

Laut den Berichten konkurrieren die Cloud-Konzerne um knappe Mengen und treiben damit die Preise. Apple hat Lieferanten lange mit seinem Einkaufsvolumen zu hohen Rabatten gedrängt. Diesem einseitigen Kostendruck können sich Hersteller wie Kioxia nun entziehen. Apple kann demnach weder Preisnachlässe noch langfristige Festpreise durchsetzen.

Als Beleg für den Machtwechsel dient eine Angabe des Marktforschers TechInsights, die der Bericht wiedergibt. Demnach haben sich die NAND-Preise binnen eines Jahres verfünffacht. Vor zwei Jahren kaufte Apple doppelt so viel NAND wie Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet zusammen. Heute übertrifft deren gemeinsames Einkaufsvolumen das von Apple. Die Zahlen stammen von TechInsights, es handelt sich nicht um Herstellerangaben. Das Original konnten wir nicht einsehen.

Kioxia-Vertrag: doppelter Preis, Neuverhandlung alle sechs Monate

Digitimes berichtet über die Vertragsdetails. Der neue Kioxia-Deal soll etwa das Doppelte des früheren Preises kosten. Statt mehrere Jahre zu laufen, soll er alle sechs Monate neu verhandelt werden. Genaue Summen sind nicht bekannt. Kioxia meldete im Januar 2026, die Kapazität des Jahres sei ausverkauft. Wegen KI erwartet das Unternehmen anhaltende Nachfrage bis 2027.

Ein abweichender Bericht spricht dagegen von einem mehrjährigen NAND-Vertrag mit Kioxia ohne Preisobergrenze, den Apple bisher nie akzeptiert habe. Die Quelle ist schwach und formuliert nur mit „reportedly“. Der Widerspruch zur halbjährlichen Neuverhandlung bleibt ungeklärt. Aus dem Material lässt sich dazu keine Erklärung belegen.

Auch zu Samsung gibt es Berichte. Apple soll ab dem ersten Quartal 2027 rund 0,33 US-Dollar pro Gigabit NAND zahlen, nach 0,26 US-Dollar im dritten Quartal 2026. Das entspricht etwa 27 Prozent mehr. Auch diese Angaben stehen unter „reportedly“. Mit der Verdopplung bei Kioxia oder der Verfünffachung laut TechInsights lassen sie sich nicht direkt vergleichen. Sie betreffen andere Lieferanten, andere Zeiträume und andere Bezugsgrößen. Verglichen werden hier ein Marktpreis binnen eines Jahres, ein Vertrag gegenüber seinem Vorgänger und zwei Quartale.

SK Hynix warnt vor Knappheit bis 2030 – Preisband schützt nicht

SK Hynix warnt, dass die Knappheit bei RAM und Flash mindestens bis 2030 anhalten könnte. Technisch anspruchsvolle Prozesse und lange Vorlaufzeiten für neue Fabriken begrenzen das Angebot kurzfristig, so das Unternehmen. Nach diesen Angaben nehmen 14 Großkunden mit Prioritätsverträgen 2027 und 2028 mehr als die Hälfte der Produktion ab. Apple gehört vermutlich dazu. Belegt ist das nur als „believed to be“.

Die Verträge enthalten laut SK Hynix einen Mechanismus, der Marktbedingungen innerhalb eines mit den Kunden vereinbarten Preisbands abbildet. Dabei handelt es sich um eine Herstellerdarstellung. Die Prioritätszusage schützt demnach nicht vor Preiserhöhungen.

nand-research.com nennt Kontraktpreisanstiege von 90 bis 95 Prozent gegenüber dem Vorquartal im ersten Quartal 2026. Die Angabe gilt für DRAM, nicht für NAND. Neue Fab-Kapazität erwartet die Quelle erst Ende 2027 oder 2028.

Profiteure sind demnach die Lieferanten. Unter Druck stehen Apple sowie laut Berichten Android-Hersteller wie Oppo und vivo, die höhere Samsung-Preise angeblich abgelehnt haben. Verbraucher müssen laut Berichten mit höheren Gerätepreisen rechnen.

A
Andreas Rüdiger
Herausgeber & Redaktionsleitung · KI-Modelle, Technik & Business

Andreas Rüdiger ist Gründer der Agentur INREMA und verantwortet KI Spotlight redaktionell. Sein Schwerpunkt liegt auf KI-Modellen, Recheninfrastruktur, technischen Entwicklungen und der wirtschaftlichen Einordnung. Er sorgt dafür, dass komplexe KI-Themen verständlich und nachvollziehbar aufbereitet werden. Mehr zu ihm auf inrema.de und andiger.de.

Quellen

  1. hyper.ai ↗

Ähnliche Artikel